Bild: naturtipps.de
Dieses 100 jahre alte Buch ist der Ausgangspunkt für Kelbassa`s Panoptikum - was verbergen sich noch für Schätze darin?
Und vor allem: Was erwartet uns jetzt?
Biomorphe Lebensformen - Lebensformen, die ungehindert von einer Form in eine andere übergehen - und das ohne Gentechnik...
Ebensolche skurrilen Erscheinungen sind festgehalten in einem einmaligen Buch, Mischformen zwischen Pflanze und Tier...in einem zoobotanischen Tagebuch. Es ist knapp 100 Jahre alt, beinahe 1000 Seiten dick. Darin gibt es viele zoobotanische biomorphe Daseinsformen, den meisten wohl unbekannt - schwer, da einen Überblick zu bekommen.
Detlef Kelbassa aber widmet sich leidenschaftlich der Erforschung ebendieser Lebensformen. Stück für Stück erforscht er sie und erweitert so immer weiter sein Panoptikum - Kelbassa`s Panoptikum. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt - die Grenzen zwischen Real und Phantasie verschmelzen. Möglichst detailgenau versucht er verschiedenste Formen aus dem Buch wiederzugegen... Bild: naturtipps.de
Die Wandersprosse ist ungewöhnlich groß und vermehrt sich schnell - ein Zoobotanisches Bulletin stellt sie genauer vor, hilft weiter, dieser unbekannten Welt näher zu kommen...
Es ist faszinierend, mit einzutauchen in diese Grenzwelt, in der bekannte Formen sich plötzlich zu unbekanntem weiterentwickeln. Woher kommen sie, was ist hier passiert?
Teils helfen "Zoobotanische Bulletins" weiter. Denn Korinna Kuhn hat versucht, das unfaßbare zu fassen und schriftlich wissenschaftlich zu begleiten... Sei es die Wandersprosse, die Wundersame oder andere Formen. Ihre Bulletins helfen weiter, sich in dieser neuen Welt zu orientieren.
Da gibt es das "Auge Odins", Drachenzähne, die geheimnisvolle Wandersprosse und vieles mehr. Lauter phantastisch anmutende Lebensformen, von denen wir heute nicht viel wissen - sie wurden ... wiederentdeckt, entdeckt...
Mit dabei sind Lebensformen, die sich mittlerweile durch ein rostig braunes Äußeres der Industrienatur angegelichen zu haben scheinen. Sie wurden bisher nur auf Industriebrachen in der Metropole Ruhr gefunden.Bild: www.naturtipps.de
Rostfarbene Biomorphe, gefunden in der Metropole Ruhr.
Wie wird es weitergehen?
Was erwartet uns noch?
Wie sieht diese fremde Welt genau aus?
Wer neugierig geworden ist und Freude an phantasievoller Kunst hat, ist eingeladen, sie sich noch bis zum 4. Oktober im und am Haus Ripshorst in Oberhausen anzuschauen:
Einladung - Auf vergessenen Schleichwegen der Botanik
Und wer der zweiten Hälfte des Panoptikums, Corinna Kuhn persönlich eine Führung durch das Reich erleben möchte, hat dazu am kommenden Sonntag, den 27.09.2009 von 11.00 Uhr - 12.30 Uhr im Haus Ripshorst in Oberhausen Gelegenheit.
Artikel zu der Ausstellung aus der WAZ:
Wundersame - Oberhausen, 13.08.2009, Einleitung:
"Es ist schon eine fremde, wahrhaft „Wundersame” Gesellschaft, auf die Besucher des Informationszentrums Emscher Landschaftspark im Haus Ripshorst treffen."
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Kunst bei Naturtipps?
Na klar!
Kunst beschäftigt sich manchesmal auf interessante Weise mit der Natur, mit dem Tier-/ Natur-/ Umweltschutz und kann sie uns so näher bringen. Eine Einstiegsmöglichkeit zu mehr Umweltbewußtsein :-)
Und wer weitere passende Künstler weiß, kann sie gerne in einem Kommentar vorstellen/ verlinken :-)
Mittwoch, 23. September 2009
317) Biomorphe Lebensformen...
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Mittwoch, September 23, 2009
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Montag, 15. Dezember 2008
291 b) Amaranth und seine Eigenschaften
Der Post 291 a) stellt ausführlich das Projekt "El Pan Alegre" vor. Dabei geht es auch um das "Powerkorn" Amaranth mit seinen landwirtschaftlichen und ernährungsmäßigen tollen Eigenschaften. Zu den ausführlichen Informationen zum Amaranth dort gibt es in diesem Folgepost nun noch einige ergänzende Diagramme zur besseren Übersicht (die Tabellen im Post 291 a) waren leider technisch bedingt nicht voll zu sehen):
Hier also die Daten in übersichtlichen Grafiken (Quelle: Centro de Desarrollo Comunitario A.C. Mexico):Grafik 01:
Vergleich 01 von Amaranth zu Getreide (Kohlenhydrate, Brennwert, Eisen, Kalzium)Grafik 02:
Vergleich 02 von Amaranth zu Getreide (Ballaststoffe, Fett, Eiweiß)Grafik 03:
Vergleich 03 von Amaranth zu Getreide (Eiweiß, Ballaststoffe, Fett, Kohlenhydrate; aufgeschlüsselt nach Reis, Weizen, Mais, Hafer, Amaranth)Grafik 04:
Vergleich 04 von Amaranth zu Getreide (Kalzium, Eisen; aufgeschlüsselt nach Reis, Weizen, Mais, Hafer, Amaranth)
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Montag, Dezember 15, 2008
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Sonntag, 14. Dezember 2008
291 a) Aktive Hände 06: Amaranth für El Pan Alegre / Das Fröhliche Brot
Bild: Madeleine Porr - über den Amaranth arbeitet sie mit ihren Händen an einem ehrgeizigen Projekt mit
Amaranth - ein gesundes Korn, das mir bisher durch die Lappen gegangen ist...
Aber durch eine Vermittlung über Blog Blogpatenschaften gibt es jetzt diesen Beitrag für die Naturtipps-Aktion "Aktive Hände" und da ist Amaranth ein ganz wichtiger Punkt. Lest selber, welche ehrgeizigen Ziele Madeleine Porr zusammen mit anderen Aktiven mit dem Amaranath verfolgt. Wie Ihr feststellen könnt, hat sie mir eine sehr ausführliche Ausarbeitung zur Verfügung gestellt. Es lohnt sich auf jeden Fall, alles zu lesen:
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Meine Hände arbeiten daran, mit dem Powerkorn Amaranth und der Biogas-Energie aus organischen Hausabfällen ein Kreislauf-Projekt für Wohnbezirke und Kommunen auf die Beine zu stellen (s. Abb. 1).
Der Projekt-Trägerverein „En Buenas Manos“ e.V. unterstützt dafür zur Zeit den Amaranth-Anbau und die Entwicklung eines lokalen Biogas-Kreislaufs in Kuba. Es gibt auch erste Anfragen aus Deutschland, wo Mehrgenerationen-Projekte und Bioenergie-Dörfer lokale Kreislauf-Lösungen für ihren Energie-Bedarf suchen.
Wie sieht der vorgeschlagene Kreislauf aus?
Wenn in einem Wohnbezirk der Kreislauf in Gang gekommen ist, trennen in den Haushalten die Familienmitglieder, in den Schul-, Universitäts- und Firmenkantinen die KüchenmitarbeiterInnen und auf dem Markt die VerkäuferInnen die organischen von den übrigen Abfällen.
Die organischen Abfälle werden täglich von geschulten Transport-Fachleuten eingesammelt und einer lokalen Biogas-Anlage zugeführt, wo spezialisierte TechnikerInnen ihre fachgerechte Aufbereitung garantieren und über direkte Gas-Leitungen den Ofen der lokalen Bäckerei mit Biogas versorgen. Der bei diesem Prozess sozusagen nebenbei abfallende hochwertige organische Dünger kommt der (örtlichen) Landwirtschaft zugute – und hier auch dem Amaranth-Anbau –, das Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet.
Warum Amaranth anbauen und essen?
Die Körner dieser außergewöhnlichen Pflanze (s. Abb.2), als eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit über die ganze Welt verteilt, haben enorme Qualitäten. 1975 von der US-National Academy of Sciences als bestes pflanzliches Nahrungsmittel für den Menschen öffentlich wiederentdeckt und hervorgehoben, ist Amaranth auch ausdrücklich zur Bekämpfung des Welthungers empfohlen und fliegt bei der NASA seit 1985 als Controlled Ecological Life Support System regelmäßig mit in den Weltraum.
Zudem besitzt er die Fähigkeit, auch auf trockenen und salzhaltigen Böden zu gedeihen und diese Böden dann auch für andere Kulturen (wieder) fruchtbar zu machen. Damit ist die Pflanze in der Lage, gezielt der zunehmenden Versandung von Böden in einem immer breiter werdenden Gürtel entlang des Äquators entgegenzuwirken.
Warum Hausabfälle zu Biogas verarbeiten?
Sie stinken weltweit zum Himmel: die organischen Haushaltsabfälle. Immer noch verrotten sie überwiegend auf Müllhalden, einfach am Straßenrand oder an Flussufern. Das schädigt nicht nur Boden, Wasser und Ozonschicht, sondern ist noch dazu eine enorme Verschwendung, sind doch die organischen Reste des Essens und seiner Vorbereitung, Papier und Gartenabfälle eine Energiequelle erster Güte: Aus ihnen kann das kostbare Biogas gewonnen werden.
Die kleinen Lebewesen, die das können, gehören zu den ältesten auf der Erde: Methanbakterien. Sie sind die erfahrensten Energie-Produzentinnen aller Zeiten – wir menschliche „Energie-Grünschnäbel“ sollten sie also selbstverständlich im Team haben, wenn wir unsere Abhängigkeit von Erdöl, Gas und Kohle beenden wollen.
Lokaler Kreislauf auch beim Austausch Wertstoff gegen Wertmarken
Sinnvollerweise fließen in das Kreislaufkonzept von „EL PAN ALEGRE“ auch die positiven Erfahrungen der Stadtverwaltung in der brasilianischen Millionenstadt Curitiba ein. Um der stetig anwachsenden Müllberge in den Randbezirken Herrin zu werden, entwickelte sie vor über zwanzig Jahren ein äußerst erfolgreiches System („Müll ist kein Müll“), in dem das getrennte Sammeln und Abliefern von recyclebaren Wertstoffen mit Gutscheinen für den öffentlichen Nahverkehr, Saatgut, Bücher, Schulhefte und Bleistifte oder Essen entgolten wird.
Nachhaltig sein heißt die Kinder einbeziehen
In allen Projekt-Teilbereichen von „EL PAN ALEGRE“ werden insbesondere die Kinder als die hauptsächlichen zukünftigen NutznießerInnen mit einbezogen, so dass sie das Ineinandergreifen bzw. Vernetzen verschiedener Kreisläufe mit eigenen Händen lernen können.
Sie säen, betreuen und ernten die Pflanzen (s. Abb.3), aus deren Körnern später das Mehl gewonnen wird; sie bereiten selbst den Teig mit Amaranth-Mehl zu und backen Brot und Kekse.
Und sie tragen mit dazu bei, die zum Backen notwendige Energie zu produzieren, indem sie aktiv die „Müll“-Trennung lernen, die Weiterverarbeitung sehen und so ein Verständnis für den Stoff-Kreislauf organischer Materie entwickeln. Ihr Bewusstsein wird gestärkt, direkt Einfluss auf ihre Lebensbedingungen nehmen zu können.
Zum Trägerverein
Der gemeinnützige Verein „En Buenas Manos“ e.V. arbeitet geschlechter-demokratisch zusammen mit dem IKN (Internationales Süd-Süd-Nord-Wissens-Netzwerk für Nachhaltige Entwicklung) und der FNBB e.V. (Förder-Gesellschaft für Nachhaltige Biogas- und Bioenergie-Nutzung).Dann möchte ich noch hinzufügen dass der Verein seine Arbeit bislang nur aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert und wir uns deswegen über jede Spende als Unterstützung freuen (natürlich gegen Spendenbescheinigung).
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2) Informationen zum Amaranth
Der Amaranth (Pseudogetreide, aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse; bot.: Amaranthus spp.)
Die Amaranth-Pflanzen haben einen Saatkopf mit wenig Seitenzweigen, der bis zu 50cm lang wird. Der Samen ist kaum größer als ein Senfkorn, ist cremefarben, golden oder rosa. Eine Pflanze aus so einem kleinen Korn bringt ungefähr 50.000 neue Samenkörner hervor!
Amaranth ist eine der wichtigsten konzentrierten Quellen für Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine wie A, B1, B2, B3 und C; außerdem für Folsäure, Kalzium, Eisen und Phophor. Und er besitzt in außerordentlich hohem Maße essentielle Aminosäuren wie das Lysin, ebenso wie – die gesunden – mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Im Amaranth finden sich doppelt so viel Eiweiß wie in Mais und Reis bzw. 60-80% mehr als im Weizen sowie ein hoher Anteil an Ballaststoffen.
Achtung: da die Tabellen technisch bedingt nicht ganz zu sehen sind, gibt es sie im Folgepost 291 b) Amaranth und seine Eigenschaften als Grafiken abgebildet. Die Tabellen lasse ich hier jedoch stehen, damit sie maschinell ausgelesen werden kann, was mit den Grafiken ja nicht möglich ist.
Amaranth hat einen Proteingehalt von ca. 17% (Weizen nur 12-14%, Reis 7-10% und Mais 9-10%).
Verglichen mit anderen Getreidearten ist der Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin ebenfalls sehr hoch (9,28%). Der Nährwert des Amaranth-Proteins liegt bei 75%. Der Vergleich mit Milch (73%), Gerste (62%), Weizen (56%) und Mais (44%) zeigt den hohen Grad biologischer Verwertbarkeit des Proteins.
Amaranth enthält dazu doppelt soviel Kalzium wie Milch. Amaranth sollte mit Milchprodukten zubereitet werden, damit der Darm sie besser verarbeiten kann. Der hohe Eisengehalt und die Aminosäure Lysin machen Amaranth besonders wertvoll.
Die Körnchen können zu Mehl verarbeitet und z.B. Brot, Keksen und Spaghetti beigefügt werden. Aber sie können auch wie Maiskörner »gepoppt« werden (nussiger Geschmack) und dann z.B. Süßspeisen, Müsli, Joghurt, Suppen und Soßen bereichern.
In Deutschland sind Amaranth-Körner roh ebenso wie verarbeitet in der Zwischenzeit in allen Bioladen-Ketten, Bioläden und Reformhäusern zu kaufen.
***
Die Amaranth-Pflanze ist in der Lage, sich auch in trockenen und salzhaltigen Böden zu entwickeln. Wenn sie ausgekeimt hat, wächst sie auch ohne künstliche Wasserzufuhr weiter. Mit ihren vielen Blättern und ihren Wurzeln bietet sie Sonnenschutz und (neue) Lebensgrundlagen für Mikroorganismen in der Erde, so dass sie wieder fruchtbar wird – auch für andere Bodenfrüchte.
In Lateinamerika war der Amaranth bei den Mayas, Inkas und Azteken bereits 4.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung ein fester Bestandteil ihrer Hochkultur, neben Mais und Bohnen. Wegen ihres schon damals bekannten hohen Nährwerts wurden die Körner wie Gold gehandelt – Powernahrung für starke Völker.
Die Pflanze selbst wurde zum Symbol für Unsterblichkeit, denn die Rispen mit den Blüten – einmal abgeschnitten – halten sich noch lange Zeit (Amaranth > griech. = Pflanze, die nicht verwelkt).
Anfang des 16. Jahrhunderts ließ der spanische Invasor Hernán Cortés bei Androhung der Todesstrafe den Anbau und den Verzehr von Amaranth verbieten. Katholische Priester hatten sich an den religiösen Zeremonien gestört, bei denen Amaranth-Gebäck dargereicht wurde. Vor allem aber hatten sie herausgefunden, dass der Widerstand der Bevölkerung gegen die spanische Gewaltherrschaft mit den kleinen Amaranth-Körnern genährt wurde.
Für 400 Jahre geriet Amaranth in Lateinamerika nahezu vollständig in Vergessenheit.
In Deutschland wird Amaranth immer bekannter; in Lateinamerika haben nur mexikanische Kleinbauern das alte Wissen bewahrt, während z.B. in Peru ökologisch zertifiziert nur für den Export angebaut wird.
Dass Amaranth ein wahres Natur-Dopingmittel ist, muss dort wie hier noch viel lauter gesagt werden. Vor allem den Kindern und Frauen. Denn sie profitieren am meisten von seiner Kraft.
***
Rezeptbeispiele:
1. Etwas Süßes, ganz leicht zu machen:
Alegría (= Freude)
6 TL Honig und 1 EL Butter vermischen und unter Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen. Wenn die Masse goldbraun ist, 1 Tasse gepoppten Amaranth natur mit einem Holzlöffel einrühren.
Nach Geschmack Sonnenblumenkerne, Kokosflocken, Cornflakes oder Rosinen unterrühren. Die Mischung auf ein Backblech streichen, in Würfel schneiden und abkühlen lassen.
2. Etwas leckeres Herzhaftes:
Amaranth-Mangold-Auflauf
Zutaten für 2 Portionen
- 100 g Amaranth-Körner (roh)
- 1/4 l Gemüsebrühe
- 300 g Mangold
- 1 Fenchelknolle
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Olivenöl
- Salz
- Muskatnuss, frisch gerieben
- 2 EL Crème fraîche
- 2 EL Zitronensaft
- 1 Ei
- 50 g Haselnussblättchen
- 2 EL frisch geriebener Parmesan
- Öl für die Form
Schritt 1
Amaranth in einem Sieb mit heißem Wasser kurz abspülen. Mit Gemüsebrühe aufkochen, bei schwacher Hitze 40 Min. quellen lassen.
Schritt 2
Mangold waschen und putzen. Die Stiele klein würfeln, die Blätter in breite Streifen schneiden. Fenchel waschen, putzen, halbieren und ohne den mittleren Strunk in feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen, fein würfeln. Öl erhitzen. Knoblauch, Fenchel und Mangoldstiele 2-3 Min. andünsten, Mangoldblätter unterrühren. Mit Salz und Muskat würzen.
Schritt 3
Backofen auf 200° vorheizen. Eine feuerfeste Form einfetten. Crème fraîche mit Zitronensaft und Ei verrühren. Die Hälfte des Gemüses in die Form geben. Amaranth darauf verteilen, mit der Hälfte der Haselnussblättchen und 1 EL Parmesan bestreuen. Mit dem Rest Gemüse abdecken. Crème fraîche darüber gießen. Mit übrigen Haselnussblättchen und Parmesan bestreuen. Im Ofen (Mitte, Umluft 180°) 20 Min. backen.
Haselnussblättchen und Parmesan krönen diesen wunderbar aromatischen Auflauf als Knusperkruste - da greifen nicht nur Vegetarier gerne zu!
***
Zubereitungszeit: unter 30 min
Schwierigkeitsgrad: einfach
Kalorien: 640 kcal pro Portion
Saison oder Anlass: Winter, Herbst
Menüfolge: Hauptspeise
Gerichttyp: Auflauf
Verschiedenes: Gut vorzubereiten, vegetarisch, ohne Alkohol, Glyx
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3) Informationen zum Biogas
Biogas
Biogas besteht hauptsächlich aus Methan (CH4, Anteil: mindestens 60%) und Kohlendioxid (CO2) sowie den Spurengasen Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Stickstoff (N2) und Sauerstoff (O2).
Unter Luftabschluss zersetzen Methan-Bakterien organische Materie und verwandeln sie seit über 3,5 Millionen Jahren in Biogas und hochwertigen organischen Dünger. Damit sind sie die erfahrensten Energieproduzentinnen auf der Erde.
Biogasanlagen weltweit machen sich dieses Wissen zunutze, bislang in der Mehrzahl mit
Gülle aus der Viehzucht als Ausgangsmaterie. Auch aus den organischen Hausabfällen auf den offiziellen und den wilden Mülldeponien entweicht Biogas – unkontrolliert. Es steigt in die Atmosphäre auf und schädigt dort die Ozonschicht.
In Europa existiert seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts ein regelrechter Boom beim Biogas-Anlagenbau. Auch in Kuba rückt diese Energiequelle immer stärker in den Mittelpunkt der Bemühungen, in der nationalen Energieversorgung Alternativen zum Erdöl zu fördern. So wurde zum Jahresbeginn 2007 eine nationale interdisziplinäre Biogas-Kommission eingerichtet, die die langjährigen Erfahrungen bündeln und extensiv ausbauen soll – auch und gerade mit neuen Ausgangsmaterialien.
Die steigende Bevölkerungszahl und damit auch die zunehmende Menge ihrer Abfälle machen veränderte Entsorgungskonzepte unumgänglich. Wie in anderen Zusammenhängen auch müssen nachhaltige Lösungen lokal ausgerichtet und verankert sowie in Kreisläufen organisiert sein.
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Der Verein verfolgt wirklich sehr ehrgeizige Ziele und ich wünsche ihnen, daß sie über "El Pan Alegre" viele Freunde erreichen können :-) Und wenn es die ersten Amaranth-Ernten des Vereins in Deutschland zu kaufen gibt, erfahrt Ihr es gewiß über Naturtipps...
Amaranth - eine gesunde Kostergänzung, die auch noch bei der Zurückgewinnung versteppter Flächen helfen und die Versteppung aufhalten kann!
Übrigens:
Verschenkt doch als Geschenkidee einfach mal Amaranthprodukte - das ist lecker und gesund - und fairtrade auch noch sozial und bio auch noch nachhaltig :-)
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Sonntag, Dezember 14, 2008
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Donnerstag, 30. Oktober 2008
275) Lecker! Schwarzwurzelzeit!
Bild: © Michael Franke / PIXELIO
Karamelisierte Schwarzwurzel mit roten Kartoffeln - etwas für die Gourmetküche ;-)
Jetzt bestelle ich sie gerne wieder über die Biokiste: die Schwarzwurzel.
Sie heißt nicht etwa so, weil die Hände beim Schälen "schwarz" werden können, sondern weil sie eine schwarze Schale hat.
Dabei ist das mit dem Schälen ganz einfach - schält man sie unter Wasser, verkleben keine Hände, braucht man keine Handschuhe und muß sie auch nicht erst kochen vor dem Schälen. Ich schneide sie in ca. 10 cm lange Stücke und schäle sie dann in einer Schüssel Wasser - und ausgetrickst.
Danach können sie roh oder gekocht weiterverarbeitet werden, und das lohnt sich!
Denn der aus Spanien stammende "Spargel des armen Mannes" ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Nicht nur, daß er das für Diabetiker leicht verdauliche Inulin enthält, nein, er hat noch viele andere tolle Inhaltsstoffe und einen mit den Erbsen und Bohnen vergleichbaren Nährwert :-) Auf Lebensmittellexikon.de z.B. gibt es alles ganz genau zum Nachlesen.
Und Wikipedia hat schöne Bilder von der Wurzel und der Blume als oberirdischen Teil. Wer weiß schon, daß die Schwarzwurzel zu den Korbblütler gehört und blüht wie z.B. das kleine Habichtskraut?
Mir jedenfalls war das oberirdische Erscheinungsbild der Pflanze noch vor diesem Post unbekannt. Nun weiß ich, daß die als Gemüse angebaute Pflanze meist zweijährig ist und im ersten Jahr geerntet wird.
Bild: © Kurt F. Domnik / PIXELIO
Eine Deutsche Wildform - "Rote oder Violette Schwarzwurzel", sie steht mittlerweile auf der Roten ListeBild: © Kurt F. Domnik
Übrigens:
Die Kinder essen sie bei uns auch gerne - ein Grund mehr, der für sie spricht. Sie kann z.B. auch in Teig getaucht und in Fett ausgebacken werden - vielleicht nicht sooo super gesund, aber als Besonderheit lecker...
Also, wer einheimische Abwechslung auf dem Speiseplan sucht, kann den Winter über die Schwarzwurzel mitkochen - denn die ist lecker, aus regionalem Angebot erhältlich und gesund! Sucht Euch eins der leckeren Rezepte z.B. im Internet aus und
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Donnerstag, Oktober 30, 2008
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Montag, 6. Oktober 2008
258) Quitten werden erntereif
Bild: www.naturtipps.de
Die Quitten werden gelb! Und das bedeutet, die Erntezeit hat begonnen!
Da werden doch tatsächlich bei freecycle in der Nähe Quitten zum Verschenken angeboten! Diese gesunden und leckeren Früchte gibt es mittlerweile nur noch in so wenig Gärten, daß ich mich gleich begeistert melde! Und tatsächlich, dieses Wochenende waren sie erntereif und ich konnte Quitten ernten!
Erntereif bedeutet laut Wikipedia Quittenartikel übrigens nicht vollreif, sondern gerade im Wechsel von grün zu leuchtend gelb... Und genau das war jetzt der Zeitpunkt, wie auf dem Bild oben gut zu erkennen ist. Bild: www.naturtipps.de
Es gab eine Kiste voll gepflückter apfelrunder Früchte der Apfelquitte. Parallel dazu gibt es noch die Birnenquitte. Beide sind früh genug geerntet bis zu zwei Monate lagerfähig. Aber Achtung, zu früh geerntet, erreichen sie nicht ihr volles Aroma.
Und dann gab es noch geschüttelte, die gleich für Quittenmus in Topf kamen. Denn Quitten sind stoßempfindlich und werden an Stoßstellen braun - je reifer, umso schneller. Übrigens wird das Muß aus den gerade reif werdenden noch leicht grünen Früchten fester, da die Frucht noch besser geliert.Bild: www.naturtipps.de
Übrigens ist die Quitte laut Wikipediaeintrag sogar Namensgeber für Marmelade: von portugiesisch marmelo für Quitte. Die fast reifen Früchte und die Samen enthalten viel Pektin. Aber mit den Früchten können auch noch viele andere leckere Rezepte gekocht werden! Bei chefkoch.de gibt es z.B. reichlich Einträge dazu. Und da die Frucht langsam wieder populär wird, werden es auch immer mehr Einträge - aktuell sind es 1311 Treffer zur Suche "quitte". Aus den Früchten gibt es für den vielseitigen Speiseplan Wein, Likör, Gelee, Muß, Saft, Marmelade, und und und ... gewiß auch etwas Leckeres für Euch :-)
Über "Die goldenen Äpfel der Aphrodite" schreibt auch die Ernährungsberatung im Forum ländlicher Raum interessantes. So sollten die Quitten nicht in einem Raum mit anderen Früchten gelagert werden, da jene sonst den Quittenduft annehmen würden. Umgekehrt bringt eine Quitte in einem Raum gleich einen herrlichen Raumduft...
Geschenktipp:
Wer einen Quittebaum oder -strauch verschenken möchte (es gibt weltweit ca. 200 Sorten), um eine der ältesten Obstarten zu verschenken, der verschenkt am Besten im Frühjahr eine einjährige Pflanze. Übrigens ein nettes symbolisches Geschenk: Seit jeher gelten die Quitten als Symbol für Liebe, Glück, Fruchtbarkeit, Klugheit, Schönheit, Beständigkeit und Unvergänglichkeit.
Da Quitten im Gegensatz zum Beispiel zu Äpfeln selbstfruchtbar sind, reicht eine Pflanze im Garten. Nach ca. 4 bis 8 Jahren gibt es dann die erste Ernte - und bis dahin heißt es eben, schauen, wo es Quittenfrüchte zu verschenken gibt ;-)
Also, die Quitte liegt wieder im Trend - achtet auf Bäume in der Umgebung und daß sie stehenbleiben und im Frühjahr: pflanzt eine Quitte, zumal sie nicht nur lecker sind, sondern auch heilsam sein sollen ;-)
Für Vielfalt in unseren Gärten, die auch unsere einheimische Tierwelt nutzen kann!
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Montag, Oktober 06, 2008
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Samstag, 27. September 2008
251) Der Sanddorn ist reif
Bild: www.pixelio.de/ H.Schröder
Sanddorn - ein dorniger Busch, der gerne auf sandigen Böden wächst.
...das bedeutet aber nicht automatisch, daß geerntet werden darf! Natürlich wild wachsender Sanddorn steht in Deutschland unter Naturschutz. Bei den vielen Vögeln, die sich davon ernähren, ist das auch gut so. Denn selbst wenn er an manchen Stellen "wie Unkraut wächst" ist er noch lange nicht "vogelfrei"!
Umso mehr lohnt sich ein Sanddornbusch im Garten. Aber Achtung, es gibt männliche und weibliche Pflanzen - und nur die weiblichen bringen auch Ernte. Und dann kann man im Herbst getrost zur Ernte schreiten kan. Und wenn der Busch erst mal groß genug werden durfte, bleibt auch noch genug für die Vögel. Immerhin kann dieser mittelhohe Strauch 1 bis 8 Meter hoch werden.
Die Sanddornbeeren stecken u.a. voller Vitamin C - entsprechend gesund sind Saft, Marmelade, Kompott und Co aus Sanddorn! Und entsprechend beliebt ist der Sanddorn auch. Allerdings ist die Ernte mühsam bis matschig. Denn die Beeren lösen sich nur schwer vom dornigen Stiel ab. Als Trick werden die Beerentragenden Zweige abgeschnitten, eingefroren und gefrorenen Beeren dann "abgeschlagen".
Nun, eine Ernte mit Abschneiden der Zweige - da klingeln erstmal alle Alarmglocken. Aber der Sanddorn scheint es gut zu verkraften und im kommenden Jahr umso besser auszutreiben - wie wir es ja von vielen Gartenbüschen auch kennen... das gleiche kann ja auch bei Brombeeren beobachtet werden, die Zurückgeschnitten werden. Umso stärker wachsen sie wieder nach - allerdings, die Gesamtgröße der Pflanzen wird damit auf alle Fälle eingeschrängt - im eigenen Garten kein Problem...
Und wie immer bei Wildfruchternten - nur dort, wo es genug für die Wildtiere und den Menschen gibt - sonst hängen lassen - und bei Sanddorn sowieso: nicht von wildwachsendem Naturwuchs (Naturschutz).
Da es jedoch auch sehr gute Säft zu kaufen gibt, muß auch nicht unbedingt eine eigene mühsame Ernte sein, um gesund von ihm leben zu können.
Hier im Ruhrgebiet ist er, wahrscheinlich angepflanzt, z.T. auf alten Zechengeländen zu finden. Es ist auch kein Wunder, denn laut Wikipediaeintrag zum Sanddorn "...kann er als Pionierpflanze auf Urgestein gedeihen und baut mit Hilfe der mit ihm in Symbiose lebenden Pilze langsam den Humusgehalt auf..." Außerdem kommt er mit mageren Böden gut zurecht und hat ein weit verzweigtes Wurzelwerk.
Somit ist er wirklich eine Allroundpflanze: gesund, lecker, bei Vögeln zum fressen und nisten beliebt, genügsam sowie stabilisieren und aufbauend. Und wer selber ernten und den Sanddornsaft gewinnen möchte, kann es mit dem Rezept auf cojito.de einmal versuchen. Oder versucht eins der vielen anderen Rezepte, die mit Sanddorn möglich sind. Im Link gibt es nur einige Beispiele, das Web bietet noch mehr...
Also, wer einen sandigen oder mageren Gartenboden hat, auf dem nichts gedeihen will: versucht es mit Sanddorn. Und bei weiblichen Büschen freuen sich auch noch die Tiere. Außerdem sind die dicht an dicht sitzenden orangen Beeren sehr dekorativ im Herbst!
Bild: www.pixelio.de/ Stephan Likar
Feuerdorn - für Vögel o.k., für Menschen schwach giftig.
Aber Achtung: verwechselt ihn nicht mit dem Feuerdorn, der auch gerne als Zierstrauch in Gärten gepflanzt wird! Den Vögeln ist eine Verwechsslung nicht ganz so wichtig - beides wird gerne gefressen und zum Brüten genutzt. Aber für den Menschen gilt der Feuerdorn aus der Familie der Rosengewächse als schwach giftig!
Für mehr einheimische Vielfalt im Garten - pflanzt einheimische Büsche! Und laßt sie auch etwas größer wachsen, damit Vogelnester effektiv versteckt und geschützt gebaut werden können! Denkt daran, wenn jetzt wieder der herbstliche Strauchschnitt kommt!!!
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Samstag, September 27, 2008
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Donnerstag, 18. September 2008
243) Weißdorn lockt zur Ernte
Bild: www.naturtipps.de
Der Weißdorn bringt dieses Jahr reiche Ernte
Nicht nur die Vögel wissen, was gut ist - dieses Jahr hängt soviel an den Sträuchern, daß auch ich zur Ernte schreite und mich auf die Weißdornmarmelade freue! Denn wenigstens hier im Ruhrgebiet scheint es ein richtiges Weißdornjahr zu sein. Die Äste der Büsche hängen zum Teil schwer beladen runter mit prallen roten Beeren. Da darf auch unsereins mal die unteren Etagen abernten und genießen...
Aber bei der Ernte heißt es aufgepaßt - die Dornen sitzen ganz schön hart und spitz an den hellgrauen Ästen. Zum Glück sind so viele Beeren da, daß ein einmal runtergezogener Ast nicht so schnell abgeerntet ist und somit nicht so oft umgegriffen werden muß. Die Beeren lassen sich gut mit dem Fingernagel am Stiel abkneifen, ansonsten reißen auch gleich Blätter mit ab. Da die Beeren innen sehr mehlig sind, werden sie landläufig auch "Mehlbeere" genannt, dürfen dabei aber nicht mit der Echten Mehlbeere, die als Strauch oder Baum wächst, verwechselt werden. Beide Beeren wurden früher in Notzeiten allerdings getrocknet und gemahlen dem Mehl beigefügt. Nun, mein Busch hier ist jedenfalls der Weißdorn, gut zu erkennen auch an den wechselständigen Blättern, die deutlich eingebuchtet sind.
Übrigens gibt es sehr viele verschiedene Weißdornarten, die sich auch lustig untereinander kreuzen - gut, daß sie alle eßbar sind. So reicht mir die grobe Bestimmung: Weißdorn... im Gegensatz zum Schwarzdorn, der ganz einfach auch Schlehe genannt wird und eine dunklere Rinde hat. Sie ist später im Jahr erntereif - nach den ersten Frösten. Hier im Ruhrgebiet wird sie zum Teil auch früher geerntet und dann eingefroren für ein paar Tage - denn die ersten richtigen Fröste lassen manchmal lange auf sich warten.
Gemeinsam mit den vielen Feinschmeckern aus der Tierwelt muß ich jedoch nicht so lange warten, da ja der Weißdorn mein Ziel ist.
Übrigens, laut Wikipedia-Eintrag ist der ökologische Wert des Weißdorns sehr hoch; er ist ein bedeutender Nahrungsspender und Lebensraum für zahlreiche Kleintiere. In Mitteleuropa bietet er rund 150 Insektenarten, gut 30 Singvogelarten und vielen kleinen Säugetieren eine Lebensgrundlage (zum Vergleich: Eichen ca. 300, Hainbuchen ca. 30 Insektenarten).
Ein sehr guter Grund also, ihm auch in der Gartenhecke einen festen Platz zu geben. Dabei bitte einheimische Arten wählen, die von der einheimischen Tierwelt deutlich besser angenommen werden - klar, er sticht, aber er ist eben auch lecker - und gesund! Und früher war er gerade wegen seiner stechenden Eigenschaft beliebt: als spitze Hecke bildete sie einen undurchdringlichen Schutz gegen wilde Tiere, Geister und Dämonen... Wodurch er auch einen festen Platz in der Geschichte bekam: Weißdorn: Der Schutz des Hags - Der Hagedorn in Geschichte, Märchen und Mythen. Wer weiß, vielleicht hat er ja auch Dornröschen in ihrem Schlaf bewacht... ein Rosengewächs ist er ja. Übrigens hat er auch in der Welt der Mythologie eine ganz besondere Bedeutung.
Und wer sich nicht über die Dornen vor allerlei Ungemach schützen will, der kann doch noch Nutzen ziehen aus den medizinischen Eigenschaften des Busches: Laut Botanikus.de hat er gute Eigenschaften für das Herz und auch gegen Angina Pectoris. Für mich scheint er ideal zu sein - er reguliert zu niedrigen Blutdruck, na dann auf zum Marmeladekochen. Nein stop - für medizinische Zwecke hat beste-rezepte.de einiges auf Lager :-)
Geschenktipp:
Auch hier wieder die Idee. Verschenkt doch einfach mal einen einheimischen Strauch anstatt eines Blumenstraußes... Dazu ein Glas Marmelade aus den Früchten oder einen Weißdornlikör und die Gartenbesitzer werden sehnlichst auf die erste Ernte warten!
Pflanzt mehr einheimische Pflanzen in unsere Gärten!
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Donnerstag, September 18, 2008
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Freitag, 29. August 2008
226) Holunderbeeren locken zur Ernte
Bild: www.naturtipps.de
Mit einer Gabel lassen sich die schwarzen Beeren leicht lösen zum Weiterverarbeiten.
Nach einem Post im Frühsommer zur Holunderblütenernte locken jetzt die schwarzen gesunden Beeren hinaus. Denn sie sind mindestens so gesund und vielseitig verwendbar wie die Blüten. Viele interessante Informationen bringt die Seite Holunderbeersaft, Gelees und Marmeladen
Kochen mit „Früchten der Saison“: Der September ist Holunder-Monat von der NABU.
Bei uns wird daraus Marmelade, gemischt mit Maulbeeren oder Brombeeren.
Auf der NABU-Seite gibt es auch leckere Rezepte. Wem diese nicht reichen findet fast 100 weitere Holunderbeerenrezepte bei chefkoch.de. unter anderem gibt es dort auch ein Rezept für Kapern aus grünen Holunderbeeren... Und bei mir gibt es für den Winter immer noch ein Fläschchen leckeren Holunderlikör. Den gibt es bei Halskratzen...
Die Kinder lieben die Pfannekuchen mit Holunderbeeren :-) einfach Schwarze Holunderbeeren in den Pfannkuchenteig und lecker. Oder die reife Dolde in flüssigen Teig tauchen und in Öl ausbacken.
Es gibt so viel Leckeres, daß man daran denken muß, für die Vögel auch noch etwas zu lassen. Zum Glück sind die Büsche ja hoch und wir sind klein - wie heißt es doch so schön in einem Schlager: "die süßesten Früchte schmecken mir und Dir genauso, und nur weil wir klein sind und diese Früchte hoch sind - erreichen wir sie nie..." Dafür singen die Vögel uns dann ihr Dankeschön!
Dazu gibt es auf Huehner-info.de eine kleine Diskussion: Auslauf: Ist Holunder giftig für Hühner?. Fazit: da nur die reifen Beeren runter fallen und hühnererreichbar sind nein. Wilde Vögel fressen sie auch erst im reifen Zustand - dann fallen aber z.B. Stare auch gerne gleich in Massen ein... Über die Giftigkeit für den Menschen schreibt die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uni Bonn genaue Informationen: es geht dabei um die gering giftige Wirkung des rohen Zwerg-Holunders (Sambucus ebulus). Eine Freundin hat gerade einen unbeabsichtigten Selbstversuch gemacht. Sie aß rohe Holunderbeeren und bekam anschließend Bauchkrämpfe und Durchfall... Früher wurden die rohen Beeren z.B. auch als Abführmittel verwendet... Ja der Holunderstrauch gilt sogar als "Ein Schatz der Volksmedizin für das ganze Jahr" nach wallis-seiten.de
Geschenktipp:
Ein Glas hausgemachter Marmelade ist bei den meisten Gastgebern gerngesehen. Und einem Gartenbesitzer einfach mal einen kleinen Holunderstrauch schenken. Früher hatte jedes Haus seinen Holunderstrauch. Nicht nur, daß er Insekten fern hält. Früher gehörte zu jedem Haus ein Holderstrauch. Eine Tradition, die heute viel zu sehr in Vergessenheit geraten ist. Mehr über den Holunder im Volksglauben erfahrt Ihr z. B. im Forum bei alraune.org: Pflanzenportraits -> Schwarzer Holunder.
Und nicht nur, daß er im Frühsommer schön blüht und leckere gesunde Blüten geerntet werden können. Jetzt im Spätsommer segnet er das Haus gleich nocheinmal mit einer guten Ernte! Und da suchen viele Gärtner verzweifelt robuste Beeren für ihren Garten und spritzen anfällige Beerensträucher gegen Pilze und co.... Wie so oft - der Prophet ist im eigenen Lande kein gern gesehener Gast. Und der Holunder kein gern gesehener Gartenstrauch wie es scheint :-( Dabei werden mit ihn auch noch automatisch viele Vögel für den Winter "gemästet".
Pflanzt Holunder oder laßt ihn einfach stehen, wenn die Vögel über Ihren Kot erfolgreich einen gesät haben in Eurem Garten! Bei uns wächst seit diesem Jahr ein solche rund ich freue mich schon auf dei erste garteneigene Ernte!
Übrigens hängen das Märchen der Frau Holle und der Holunder eng zusammen. Denn im Frühsommer läßt er es schneien mit seinen weißen Blüten. Frau Holle -> Holderstrauch -> Holunderstrauch. Und zum Schluß noch das Märchen "Holunder tut Wunter"
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Und zum Abschied noch das alte Volkslied "Im Holderstrauch"
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Freitag, August 29, 2008
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Donnerstag, 28. August 2008
225) Dinkel und Grünkern - eine Pflanze und zwei Produkte
Bild: www.pixelio.de/ Brandtmarke
Dinkel - Kennern läuft das Wasser im Mund zusammen
Der Newsletter von hat mich darauf aufmerksam gemacht - die Dinkelernte ist eingefahren. Unter allen Getreiden wird von ihm wohl das meiste genutzt:
die Spelzen füllen z.B. Stillkissen, Wärmekissen, Kopfkissen, dashttp://www.blogger.com/img/gl.link.gif grün geerntete und Nachgetrocknete Korn landet z.B. als Grünkernburger auf dem Tisch und das reife Korn - daraus kann z.B. leckeres Brot gebacken werden. Das kommt bei uns regelmäßig frisch auf den Tisch. Das Rezept dazu gibt es hier bei Naturtipps im Post 065) Vollkornbrot selber im Ofen backen.
Und nicht nur, daß er lecker und gesund ist - für viele Weizenallergiker ist er die Alternative zum Backen und Kochen. Allerdings enthält er ebenso wie der Weizen Gluten, wie aus einem Forenthread aufLibase.de hervorgeht: Dinkel-ohne Gluten?. Schließlich ist er ja auch sozusagen der Urweizen.
Über seine Vergangenheit ebenso wie über seine Inhaltsstoffe berichtet bei Wikipedia die Seite Dinkel. Zwar bringt er weniger Ertrag, ist aber resistenter und verträgt auch rauheres Klima. So kann Dinkel auch gut von Biobetrieben angebaut werden.
Interesssant ist auch sogenannter "Dinkelreis". Das ist entspelzter Dinkel, der als Reisalternative gekocht und werwendet werden kann. Bei uns wird es z.B. sehr gerne gegessen. So ersetzt ein einheimisches Produkt lange Transportwege und bringt trotzdem Abwechslung in den Speiseplan. Und wer Dinkel auf den Tisch bringt, muß sich nicht schämen, etwas altes ausgekramt zu haben, denn: Dinkel – ein gesundes Urkorn wiederentdeckt.
Und wer wirklich alles über dieses Getreide wissen möchte, der klickt am Besten auf www.dinkel-infocenter.de, der offiziellen Infoseite der Qualitätsgruppe Dinkel Baden-Württemberg.
Also, wer sein Glück mit dem anspruchslosen einheimischen Dinkel ausprobieren möchte, versucht es vielleicht einfach mal bei chefkoch.de mit den 3406 Treffer zur Suche "dinkel".Und, aus eins mach zwei: wer lieber mit Grünkern anfangen möchte, der findet dort auch einiges: 886 Treffer zur Suche "grünkern"
Ach ja, ganz genau gesagt ist Grünkern laut Wikipedia das halb reif geerntete und unmittelbar darauf geröstete Korn des Dinkels. Er wird auch „Badischer Reis“ genannt. Er wird zum Trocknen "gedarrt". Das klingt fast wie "dörren" und bedeutet das Trocknen bei 120–150 °C auf der Darrpfanne. Der Grünkern erhält dabei den spezifisch nussigen Geschmack, den andere Getreidearten nicht bekommen.
Übrigens gibt es demnächst wahrscheinlich sogar Heizpellets aus Dinkelspelzen, einem Abfallprodukt bei der Dinkelernte. Denn sooo viele Dinkelspelzen werden dann doch nicht als Füllstoff benötigt. Obwohl sie viele gute Eigenschaften bietet, so könne sich in ihr z.B. keine Milben bilden, wie vorstehenden Link zu erfahren ist.
Also, macht Eure Küche und Euer Leben abwechslungsreicher durch dieses einheimische, anspruchslose Getreide - laßt es Euch schmecken und schlaft gut bei diesem Schritt zu einem nachhaltigeren Leben!
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Donnerstag, August 28, 2008
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Dienstag, 26. August 2008
223) Der leckere Hokkaido
Bild: www.pixelio.de/ Michael Finger
Der Hokkaidokürbis ist klein - aber lecker!
Ich freue mich jedes Jahr wieder auf den Spätsommer - denn dann beginnt die Kürbisernte. Besonders auf den kleinen leckeren Hokkaido freue ich mich da. Und auch die Kinder fallen begeistert über die leuchtend orange Kürbissuppe her, die es dann mit Nudeleinlage gibt. Da wird nicht gemault und nicht gemeckert, sondern alles ratzputz verspeist.
Eigentlich ist dieser ursprünglich aus Japan stammende Kürbis viel zu schade, um lediglich als Herbstdekoration auf Terassen und vor Hauseingängen zu landen! Außerdem ist Kürbis insgesamt ein sehr gesundes Gemüse, dazu noch günstig und ergiebig. Auch im Garten kann er leicht selber gezogen werden - sofern die Schnecken nicht über ihn herfallen, wie sie es bei mir leider erfolgreich gemacht haben. So gibt es bei uns wieder Biokistenhokkaido. Die Kerne werden aufgehoben und getrocknet. Zum Einen zur eigenen Aussaat im Garten im kommenden Jahr und zum Anderen für das Eichhörnchen im Winter. Vergangenen Sommer hatten wir eine erfolgreiche Kürbisernte.
Bild: www.pixelio.de/ jrm
Da gab es neben den bis zu Handball großen Früchten auch in Pfannkuchenteig gebratene Blüten. Ein Rezept, das übrigens auch mit Zucchiniblüten lecker ist! Über 700 Rezepte gibt es unter chefkoch.de und Feinschmecker finden Leckeres unter vegetarisch-geniessen.com - es lohnt sich also, ihn mal in der Küche auszuprobieren. Wichtig ist bei allem, daß er wirklich gar gekocht ist. Meiner Erfahrung nach wird er durch das Kochen so lecker süß. Nicht lange genug gegart schmeckt er nicht so lecker... Wenigstens habe ich die Suppe einmal zu früh pürriert und es schmeckte längst nicht so gut, wie sonst.
Bei meinen Kindern bewährt sich folgende Hakkidosuppe:
1 Kürbis
Gemüsebrühe
Salz
Zimtstange
Honig
Dill
Süße Sahne
Suppennudeln/ Dinkel/ Weizen
Den gewaschenen Kürbis aufschneiden und die Kerne mit dem faserigen Innenteil des Fruchtfleisches entfernen. Die Schale nur dort entfernen, wo sie nicht lecker aussieht. Beim Hokkaido kann die dünne Schale mitgegessen werden. Das erleichtert die Arbeit sehr. Den Kürbis kleinschneiden zum Kochen, lediglich der Stengel und Kerne bleiben übrig...
Die Kürbisstücke in Topf geben und mit Gemüsebrühe aufgießen/ abdecken und ca. 20 Minuten gar kochen bis ein leckerer Duft durch die Küche zieht... 1 Zimtstange und Salz nach Bedarf beim Kochen hinzugeben.
Anschließend pürrieren und mit Honig und süßer Sahne abschmecken. Fein gehackten Dill überstreuen, evtl. einen Schlag Sahne zur Dekoration drauf geben und lecker :-)
Bei uns werden beim Servieren noch Suppennudeln mit in den Teller gegeben oder gargekochter Dinkel/ Weizen.
Daß sein Fleisch voller Betakarotin, Kalium und Eisen steckt, verrrät uns der Stern in seinem Artikel Stars der Bio-Kiste - Der Hokkaido-Kürbis. Weitere Nährwertangaben gibt es auf der Seite der Demetergärtnerei Sannmann.Bild: www.naturtipps.de/
Vom leckeren Hokkaido bleibt bei uns nicht viel übrig für den Komposthaufen...
Einheimische angebautes Gemüse anstatt importierter Exoten -
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Nachtrag am 29. Juli 2008:
Frische Kürbiskerne 2 Tage in Salzwasser legen und dann bei 180 °C ca. 30 Minuten in Ofen - nicht dunkel werden lassen - lecker!
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Dienstag, August 26, 2008
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Dienstag, 15. Juli 2008
204) Brombeeren folgen Maulbeeren
Nun bin ich in Ungarn - aber in Deutschland hiess es kurz zuvor in einem Post von mir bei Querbeet von http://www.derwesten.de/:
Schade - die Haupterntezeit der Maulbeere scheint vorbei zu sein... Die vergangenen 2 Wochen haben mich jeden Tag wenigstens 1 Kilo fast schwarze Beeren im Garten erwartet. Heute waren es nur noch einige helle, unreife Exemplare:
Dabei klappt es dieses Jahr so toll mit der Netzernte. Die Beeren fallen in die ausgespannten Netze und ich lasse sie in eine Schüssel rollen. Danach heißt es sortieren, waschen und essen oder verarbeiten.
aber es folgt schon die nächste Ernte: die ersten Brombeeren sind reif und locken ist stachelige Gebüsch...
So füttert der Baum noch ein wenig die Vögel und die Kinder und ich koche leckere Marmelade aus den bereits eingefrorenen Früchten - vermsicht mit Brombeeren, Rhabarber oder Johannisbeeren.
Der Sommer gibt so viel leckere Dinge, wenn wir uns die Mühe machen, sie zu ernten :-) Und wenn wir bereit sind zu teilen, dann haben auch die Tiere Freude und kommen gut über das Jahr.
Wer mehr über den Maulbeerbaum wissen möchte, kann im Post "048) Maulbeeren: Heiß auf Eis (klick)" auf www.naturtipps.de weiterlesen.
Und bei http://www.nabu.de/ gibt es viele interessante Tipps zu den Brombeeren!
Hier im Urlaub, in Ungarn sind sie jetzt gerade reif, die Maulbeeren. Da liegen sie auf den Wegen und Strassen und die Voegel freuen sich - nur die Menschen scheinen wenig interessiert zu sein. Ich verteile als Gastgeschenk dafuer Maulbeermarmelade :-)
Die Bilder zu dem Post findet Ihr im Original bei Querbeet.
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Dienstag, Juli 15, 2008
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Sonntag, 6. Juli 2008
199) Nickende Distel ist Blume des Jahres
Bild: www.pixelio.de/ Dieter Kaiser
Die nickende Distel ist für ein Schattendasein viel zu sonnenliebend!
Der Sommer lockt mit vielen vielen schönen, duftenden, bunten, leckeren, dekorativen und exotischen Blüten - eine davon ist die herrlich lila Blüte der Nickenden Distel. Hummeln lieben sie über alles, ebenso viele Schmetterlinge und andere Insekten - nur der Mensch, der verschmäht die Distel ist seinem Garten...
Warum eigentlich?
Lieber beschweren wir uns darüber, daß die Schnecken unsere "tollen" Gartenblumen wegfressen, die Kaninchen wieder mal die Beete leerräumen und gegossen werden muß, sowie es ein wenig trocken wird...
Gewiß, auf den Feldern gilt die Ackerkratzdiestel als schlimmes Unkraut, und das seit Generationen. Wer einmal kurz vor der Getreideernte losgezogen ist, um sie auszureißen, der versteht das schnell. Die Wurzeln sitzen tief. Raus soll sie, damit die Ernte nicht so stark verunreinigt ist und es keine Abzüge bei der Bezahlung gibt...
Aber wie ist es in unseren Gärten? Wir brauchen Blumen im Gemüsebeet, damit die Insekten zur Bestäubung kommen. Die Erbsen und Bohnen können noch so schön blühen, ohne Bestäubung gibt es keine Ernte... Und trotzdem dulden wir nichts zwischen den Pflanzen. Früher in den Bauerngärten war es anders, da blühten viele Blumen in und zwischen den Beeten. Sie hatten Narrenfreiheit in den Gärten...
Aber zurück zur Nickenden Distel - denn um sie geht es ja hier!
Sie wurde von der „Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutz gefährdeter Pflanzen“ zur Blume des Jahres 2008 gewählt - denn Unkraut vergeht doch, wie der Nabu ganz richtig in seinem Beitrag bemerkt.
Wo sie geht verschwindet aber auch die ihr zugehörige Tierwelt. Früher war sie ein selbstverständlicher Anblick in Dörfern, heute steht sie bereits in drei Bundesländern auf der roten Liste.
Vielleicht sollten wir doch langsam umdenken, und unserer heimischen Pflanzenwelt wieder mehr Platz in unseren Gärten und auf unseren Brachflächen gönnen...
Muß eigentlich jeder Quadratmeter gepflasterter Fläche bewuchsfrei sein? Im Namen der Wirtschaft ja, schließlich verkaufen sich die nutzlosen Unkrautbrenner bedingungslos gut. Erst recht, nachdem in immer mehr Kommunen die Nutzung von Herbiziden zum "sauberhalten" von Pflansterflächen verboten ist. Dabei beeindruckt es den Wurzelbereich recht wenig, ob oben alles abbrennt. Viele Pflanzen stehen auch danach in den Startlöchern, um beim nächsten Regen wieder zu keimen. Wie schön ist doch z.B. der Mauerpfeffer als grün gelber Blickfang zwischen grauen Steinen...
Und wie schön ist die lila Blüte der nickenden Distel als Schmetterlingsfang im Garten! Keine Schnecke und kein Kaninchen wird sich an ihr versuchen. Und im Herbst freuen sich die Vögel über die Samen.
Übrigens ist Distelöl auch für uns Menschen bekanntlich sehr gesund! Manch einer gießt es sich z.B. regelmäßig über seinen Salat.
Also, helft der Blume wieder aus ihrem Dornröschenschlaf und gebt ihr einen Platz im Garten - Saatgut kann z.B. online bestellt werden, einfach danach googeln...
In der Rede von Loki Schmidt zur Blume des Jahres 2008 wird auch noch einmal das Besondere dieser Distel deutlich - und weckt vielleicht noch mehr den Wunsch, sie als Blume im eigenen Garten zu beherbergen!
Macht alle Mit!
Aber Achtung:
Wie immer gilt auch hier, bitte keine Pflanzen oder Samen aus der Natur entwenden - von Museumsgärten über Biogärtnereien bis eben zu Onlineshops gibt es genug reguläre Quellen! Vielleicht hat sie ja auch in einem Garten oder auf dem Grundstück eines Freundes oder Nachbarn überlebt - jetzt blüht sie und ist gut zu finden.
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Sonntag, Juli 06, 2008
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Mittwoch, 2. Juli 2008
195) Sanfte nützliche Brennessel
Bilder: www.naturtipps.de
Jetzt stehen sie wieder riesengroß und manchen störend am Wegesrand...
"Auaaaaa - die hat mich gestochen...", Tränen in den Augen - das gibt es immer wieder. Bei den Kleinen reicht ein winziger falscher Brennesselkontakt schon für ein langes Weinen. Auch wir Erwachsenen spüren es manchmal den ganzen Tag.Bild: Die Nadeln sind mit bloßem Auge erkennbar...
Dabei gibt es einen recht einfachen Trick gegen das Brennesseljucken:
gleich ein Löwenzahn-, Spitzwegerich-, Breitwegerich- oder Zitrinenmelisseblatt zerreiben und den Saft auf der brennenden Kontaktstelle auftragen. Oder einfach das zerriebene Blatt dort eine kurze Zeit drauf festhalten, daß der Saft einziehen kann. Dann kann wieder gelacht werden, denn recht bald ist das Jucken verrschwunden.
Dabei ist die Brennessel soooo sanft. Habt Ihr Euch schon einmal mit einem Brennesselblatt durch das Gesicht gestreichelt? Nein!? Das ist richtig schön weich, wenn es richtig geschieht.
Dafür fangen wir einmal von vorne an:
Warum brennt die Brennessel?
Damit sie nicht gefressen wird!
Und wie macht sie das?
Sie hat kleine, brüchige und hohle Nadeln auf der Blatt- und Stengelfläche. Diese Nadeln stehen schräg nach oben beziehungsweise am Blatt nach außen - denn der Freßfeind kommt für gewöhnlich von dort. In den Nadeln ist die uns - aua - bekannte Ameisensäure. Kommt man nun unvorsichtig an diese Nadeln, brechen sie ab und die Säure tritt aus. Mit ganz viel Pech dringen sie zuvor noch in die Haut ein, dann juckt es noch mehr.
Und warum dann "sanft"?
Pflücke ich nun vorsichtig ein Blatt vom Stengel, dabei zum Blatt hin ziehend, bricht nichts. Ich lege die Nadeln nieder. Streichel ich dann - vom Stengel zur Blattspitze - über das Blatt, erscheint es durch die niedergelegten Nadeln ganz weich. So kann ich es mir sogar vorsichtig über die Wange ziehen oder das Blatt durch die Finger gleiten lassen. Das beeindruckt nicht nur Kinder :-) Aber nicht andersherum streicheln, dann brechen die Nadeln und - auaaa... - der Löwenzahn wird gebraucht.
Und wird das Blatt dann geschickt zerknüllt und ein wenig zerquetscht, damit alle Nadeln am Blatt brechen und die Ameisensäure sich mit dem Pflanzensaft mischt - dann kann man es auch in aller Ruhe aufessen, das ist lecker und gesund. Die Zuschauer werden noch ungläubiger. Dann noch die Tricks genau zeigen und nachmachen lassen und die Brennessel ist plötzlich eine ganz sanfte... Und das hat sie auch verdient, so nützlich wie sie ist!
Nützlich?
Na klar! Nesselstoff zum Beispiel war früher tatsächlich aus den Fasern der Brennesselstengel - auch heute noch gibt es Produzenten von echtem Nesselstoff, z.B. auf nettleworld.com zu finden.
Wozu?
Das Material ist stabil und angenehm zu fühlen. Außerdem ist der Anbau der Brennessel sehr ökologisch - nichts da mit genveränderten Pflanzen, Pestiziden und so... sondern da gibt es eine vielfältige Tierwelt, die sich auf den Feldern wohlfühlt. Aber schaut selber nach auf der Seite von Nettleworld. Und wer Geld anlegen möchte, kann dort auch Aktien erwerben und damit den Anbau und die Verarbeitung der Brennessel fördern. Es lohnt sich also wirklich, einmal nachzulesen.
Selbst Seife gibt es dort zu bestellen...
Aber auch zuhaus könnt Ihr noch viele tolle Dinge mit der Brennessel machen:
- die Pflanze mit Wasser (und etwas Gesteinsmehl gegen den Geruch) angesetzt, ist als Brennesseljauche verdünnt ein toller Dünger und Pflanzenschutz
- die Samen sind sehr mineralstoffhaltig und gesund. das wußten schon früher die Pferdehändler und gaben "alten Mähren" ordentlich Brennessel ins Futter, bis das Fell wieder glänzte. Für uns ist es lecker, die gesammelten reifen Samen ein wenig zu rösten, dann schmecken sie wie Sesam. Aber man kann sie auch so mit ins Essen nehmen. Da gibt es sogar den Tipp, regelmäßig Samen gegen Haarausfall zu essen, ja sie sollen sogar als Aphrodisiakum wirken...Bild: An schattigen Plätzen können das ganze Jahr über leckere junge Brennesseln geerntet werden.
- junge Blätter sind lecker gekocht als Spinat. Wer eine Fläche regelmäßig erntet, hat so das ganze Jahr gesundes für die Küche. Bei webkoch.de habe ich auf Anhieb 18 Rezepte dazu gefunden.
- die raupen vieler einheimischer Schmetterlingsarten sind auf ihr zuhaus - sie wissen zu fressen ohne sich zu verbrennen... siehe Wikipedia, Zitat:
" Schmetterlingsweide:
Für die Raupen von rund 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze. Die Schmetterlingsarten Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs (auch als Nesselfalter bekannt), Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Brennnessel-Zünslereule (Hypena obesalis) und das Landkärtchen sind dafür sogar auf die Brennnessel angewiesen, andere Pflanzen kommen für diese Arten nicht in Betracht (Monophagie)"
- in der Heilkunde wirkt sie vor allem als Blutreinigungsmittel und zur Durchspülung der Blase. Die große Brennessel ist eines der ältesten Heilkräuter...
Wer mehr über diese verachtete Wunderpflanze wissen möchte, googelt am besten einmal selber - und bis dahin laßt der Wunderpflanze Platz in Eurem Garten und behandelt sie mit Respekt!
Es gibt übrigens über 613.000 Einträge - und jetzt auch noch diesen Naturtipp :-)
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Mittwoch, Juli 02, 2008
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