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Sonntag, 21. Dezember 2008

292) Keine Palmölkerzen für Kirche und Haus

Weihnachtszeit - Kerzenzeit
Kerzenzeit - Palmölzeit
Palmölzeit - Feuerzeit

Es ist wirklich traurig, wie schwer es ist, in unserer Wirtschaft ein nachhaltiges Leben zu leben! Manchmal könnte man wirklich verzweifeln - z.B., wenn sogar die Opferkerze flammende Urwälder hinter sich herziehen kann, wenn sogar die Kerzen am Adventskranz indigenen Völkern die Heimat nehmen können. Bereits im vergangenen Jahr gab es bei Naturtipps den Post 037) Aktion: Kein Palmöl in Kerzen
mit einer Unterschriftenaktion von dem Verein Rettet den Regenwald e.V.
Und dieses Jahr ist es wieder Thema, gibt es wieder eine Unterschriftenaktion gegen Palmöl in Kerzen - das gleiche Problem, aber eine andere Firma... Zitat:

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In Deutschland brennen Palmölkerzen - in Indonesien Regenwälder

In Deutschland brennen nicht nur zu Weihnachten Palmölkerzen, sondern in Kirchen sogar das ganze Jahr. Das Kölner Traditionsunternehmen Kerzen Schlösser beliefert kirchliche Einrichtungen in der gesamten Bundesrepublik. Für Palmöl werden in Asien die Regenwälder abgefackelt, eine Katastrophe für die Artenvielfalt, die dort lebenden Menschen und das Weltklima. Kerzen Schlösser ist sich des Problems bewusst, aber aus Kostengründen setzt die Firma auf billiges Palmöl aus Asien.

Protestaktion
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Übrigens gibt es beim Kauf von Kerzen noch mehr zu beachten - denn sie können auch ganz akut Schadstoffe beinhalten, die beim Verbrennen dann in die Raumluft gelangen. Mehr dazu im Post 046) Kerzen gießen und BUND Ökotipp: Kerzen aus schadstoffarmen Rohstoffen

Und diesen Sommer werde ich mir endgültig etwas zum solaren Kerzenschmelzen bauen. Von Imkern kenne ich solche Kästen zum Schmelzen der Wachswaben. Sie sind innen schwarz, oben ist eine Glasscheibe drauf und wenn die Sonne scheint, wird es darin so heiß, daß die Waaben schmelzen... Hat vielleicht jemand eine Bauanleitung dazu, oder einen kleinen alten solaren Schmelzer abzugeben? Und dann muß ich unten nur Kerzenformen mit Docht aufstellen, in welche das Wachs laufen kann - aber das ist mit dem Sandkerzentipp im Post 046) ja auch kein Problem...
Und die Kerzen können dann im kommenden Jahr zu Weihnachten verschenkt werden - vielleicht sogar an die Menschen, die vorher Wachsreste "gespendet" haben ;-)

Also ran, Wachsreste sammeln!
Im Sommer heißt es dann: Kerzenreste recyclen!

Macht alle Mit!

Montag, 15. Dezember 2008

291 b) Amaranth und seine Eigenschaften

Der Post 291 a) stellt ausführlich das Projekt "El Pan Alegre" vor. Dabei geht es auch um das "Powerkorn" Amaranth mit seinen landwirtschaftlichen und ernährungsmäßigen tollen Eigenschaften. Zu den ausführlichen Informationen zum Amaranth dort gibt es in diesem Folgepost nun noch einige ergänzende Diagramme zur besseren Übersicht (die Tabellen im Post 291 a) waren leider technisch bedingt nicht voll zu sehen):

Hier also die Daten in übersichtlichen Grafiken (Quelle: Centro de Desarrollo Comunitario A.C. Mexico):


Grafik 01:
Vergleich 01 von Amaranth zu Getreide (Kohlenhydrate, Brennwert, Eisen, Kalzium)


Grafik 02:
Vergleich 02 von Amaranth zu Getreide (Ballaststoffe, Fett, Eiweiß)

Grafik 03:
Vergleich 03 von Amaranth zu Getreide (Eiweiß, Ballaststoffe, Fett, Kohlenhydrate; aufgeschlüsselt nach Reis, Weizen, Mais, Hafer, Amaranth)


Grafik 04:
Vergleich 04 von Amaranth zu Getreide (Kalzium, Eisen; aufgeschlüsselt nach Reis, Weizen, Mais, Hafer, Amaranth)

Sonntag, 14. Dezember 2008

291 a) Aktive Hände 06: Amaranth für El Pan Alegre / Das Fröhliche Brot

Bild: Madeleine Porr - über den Amaranth arbeitet sie mit ihren Händen an einem ehrgeizigen Projekt mit

Amaranth - ein gesundes Korn, das mir bisher durch die Lappen gegangen ist...

Aber durch eine Vermittlung über Blog Blogpatenschaften gibt es jetzt diesen Beitrag für die Naturtipps-Aktion "Aktive Hände" und da ist Amaranth ein ganz wichtiger Punkt. Lest selber, welche ehrgeizigen Ziele Madeleine Porr zusammen mit anderen Aktiven mit dem Amaranath verfolgt. Wie Ihr feststellen könnt, hat sie mir eine sehr ausführliche Ausarbeitung zur Verfügung gestellt. Es lohnt sich auf jeden Fall, alles zu lesen:

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Meine Hände arbeiten daran, mit dem Powerkorn Amaranth und der Biogas-Energie aus organischen Hausabfällen ein Kreislauf-Projekt für Wohnbezirke und Kommunen auf die Beine zu stellen (s. Abb. 1).

Der Projekt-Trägerverein „En Buenas Manos“ e.V. unterstützt dafür zur Zeit den Amaranth-Anbau und die Entwicklung eines lokalen Biogas-Kreislaufs in Kuba. Es gibt auch erste Anfragen aus Deutschland, wo Mehrgenerationen-Projekte und Bioenergie-Dörfer lokale Kreislauf-Lösungen für ihren Energie-Bedarf suchen.

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Wie sieht der vorgeschlagene Kreislauf aus?

Wenn in einem Wohnbezirk der Kreislauf in Gang gekommen ist, trennen in den Haushalten die Familienmitglieder, in den Schul-, Universitäts- und Firmenkantinen die KüchenmitarbeiterInnen und auf dem Markt die VerkäuferInnen die organischen von den übrigen Abfällen.

Die organischen Abfälle werden täglich von geschulten Transport-Fachleuten eingesammelt und einer lokalen Biogas-Anlage zugeführt, wo spezialisierte TechnikerInnen ihre fachgerechte Aufbereitung garantieren und über direkte Gas-Leitungen den Ofen der lokalen Bäckerei mit Biogas versorgen. Der bei diesem Prozess sozusagen nebenbei abfallende hochwertige organische Dünger kommt der (örtlichen) Landwirtschaft zugute – und hier auch dem Amaranth-Anbau –, das Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet.

Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt.Warum Amaranth anbauen und essen?

Die Körner dieser außergewöhnlichen Pflanze (s. Abb.2), als eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit über die ganze Welt verteilt, haben enorme Qualitäten. 1975 von der US-National Academy of Sciences als bestes pflanzliches Nahrungsmittel für den Menschen öffentlich wiederentdeckt und hervorgehoben, ist Amaranth auch ausdrücklich zur Bekämpfung des Welthungers empfohlen und fliegt bei der NASA seit 1985 als Controlled Ecological Life Support System regelmäßig mit in den Weltraum.

Zudem besitzt er die Fähigkeit, auch auf trockenen und salzhaltigen Böden zu gedeihen und diese Böden dann auch für andere Kulturen (wieder) fruchtbar zu machen. Damit ist die Pflanze in der Lage, gezielt der zunehmenden Versandung von Böden in einem immer breiter werdenden Gürtel entlang des Äquators entgegenzuwirken.

Warum Hausabfälle zu Biogas verarbeiten?

Sie stinken weltweit zum Himmel: die organischen Haushaltsabfälle. Immer noch verrotten sie überwiegend auf Müllhalden, einfach am Straßenrand oder an Flussufern. Das schädigt nicht nur Boden, Wasser und Ozonschicht, sondern ist noch dazu eine enorme Verschwendung, sind doch die organischen Reste des Essens und seiner Vorbereitung, Papier und Gartenabfälle eine Energiequelle erster Güte: Aus ihnen kann das kostbare Biogas gewonnen werden.

Die kleinen Lebewesen, die das können, gehören zu den ältesten auf der Erde: Methanbakterien. Sie sind die erfahrensten Energie-Produzentinnen aller Zeiten – wir menschliche „Energie-Grünschnäbel“ sollten sie also selbstverständlich im Team haben, wenn wir unsere Abhängigkeit von Erdöl, Gas und Kohle beenden wollen.

Lokaler Kreislauf auch beim Austausch Wertstoff gegen Wertmarken

Sinnvollerweise fließen in das Kreislaufkonzept von „EL PAN ALEGRE“ auch die positiven Erfahrungen der Stadtverwaltung in der brasilianischen Millionenstadt Curitiba ein. Um der stetig anwachsenden Müllberge in den Randbezirken Herrin zu werden, entwickelte sie vor über zwanzig Jahren ein äußerst erfolgreiches System („Müll ist kein Müll“), in dem das getrennte Sammeln und Abliefern von recyclebaren Wertstoffen mit Gutscheinen für den öffentlichen Nahverkehr, Saatgut, Bücher, Schulhefte und Bleistifte oder Essen entgolten wird.

Nachhaltig sein heißt die Kinder einbeziehen

In allen Projekt-Teilbereichen von „EL PAN ALEGRE“ werden insbesondere die Kinder als die hauptsächlichen zukünftigen NutznießerInnen mit einbezogen, so dass sie das Ineinandergreifen bzw. Vernetzen verschiedener Kreisläufe mit eigenen Händen lernen können.

Sie säen, betreuen und ernten die Pflanzen (s. Abb.3), aus deren Körnern später das Mehl gewonnen wird; sie bereiten selbst den Teig mit Amaranth-Mehl zu und backen Brot und Kekse.

Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt.Und sie tragen mit dazu bei, die zum Backen notwendige Energie zu produzieren, indem sie aktiv die „Müll“-Trennung lernen, die Weiterverarbeitung sehen und so ein Verständnis für den Stoff-Kreislauf organischer Materie entwickeln. Ihr Bewusstsein wird gestärkt, direkt Einfluss auf ihre Lebensbedingungen nehmen zu können.

Zum Trägerverein

Der gemeinnützige Verein „En Buenas Manos“ e.V. arbeitet geschlechter-demokratisch zusammen mit dem IKN (Internationales Süd-Süd-Nord-Wissens-Netzwerk für Nachhaltige Entwicklung) und der FNBB e.V. (Förder-Gesellschaft für Nachhaltige Biogas- und Bioenergie-Nutzung).
Dann möchte ich noch hinzufügen dass der Verein seine Arbeit bislang nur aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert und wir uns deswegen über jede Spende als Unterstützung freuen (natürlich gegen Spendenbescheinigung).

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2) Informationen zum Amaranth

Der Amaranth (Pseudogetreide, aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse; bot.: Amaranthus spp.)

Die Amaranth-Pflanzen haben einen Saatkopf mit wenig Seitenzweigen, der bis zu 50cm lang wird. Der Samen ist kaum größer als ein Senfkorn, ist cremefarben, golden oder rosa. Eine Pflanze aus so einem kleinen Korn bringt ungefähr 50.000 neue Samenkörner hervor!

Amaranth ist eine der wichtigsten konzentrierten Quellen für Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine wie A, B1, B2, B3 und C; außerdem für Folsäure, Kalzium, Eisen und Phophor. Und er besitzt in außerordentlich hohem Maße essentielle Aminosäuren wie das Lysin, ebenso wie – die gesunden – mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Im Amaranth finden sich doppelt so viel Eiweiß wie in Mais und Reis bzw. 60-80% mehr als im Weizen sowie ein hoher Anteil an Ballaststoffen.

Achtung: da die Tabellen technisch bedingt nicht ganz zu sehen sind, gibt es sie im Folgepost 291 b) Amaranth und seine Eigenschaften als Grafiken abgebildet. Die Tabellen lasse ich hier jedoch stehen, damit sie maschinell ausgelesen werden kann, was mit den Grafiken ja nicht möglich ist.

Amaranth hat einen Proteingehalt von ca. 17% (Weizen nur 12-14%, Reis 7-10% und Mais 9-10%).



Eiweiß
(g)

Ballaststoffe
(g)

Fett
(g)

Kohlenhydrate
(g)

Kalzium
(mg)

Eisen
(mg)

Kalorien

Reis

5,6

0,3

0,6

79,4

9

4,4

360

Weizen

12,8

2,3

1,7

71

29,4

4

334

Mais

9,4

3

4,7

74

7

2,7

365

Hafer

15,8

3

6,9

66

54

5

389
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Amaranth

19

5,6

6

6

250

15

414

Verglichen mit anderen Getreidearten ist der Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin ebenfalls sehr hoch (9,28%). Der Nährwert des Amaranth-Proteins liegt bei 75%. Der Vergleich mit Milch (73%), Gerste (62%), Weizen (56%) und Mais (44%) zeigt den hohen Grad biologischer Verwertbarkeit des Proteins.



Brennwert
(Kalorien)

Eiweiß
(g)

Fett
(g)

Kohlenhydrate
(g)

Ballaststoffe
(g)

Kalzium
(mg)

Eisen
(mg)

Getreide (im Durchschnitt)

342

11

2,7

73

2,1

30

330
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Amaranthus
hypochondriacus

391

15,31

7,12

63,1

2,89

490

455

Amaranth enthält dazu doppelt soviel Kalzium wie Milch. Amaranth sollte mit Milchprodukten zubereitet werden, damit der Darm sie besser verarbeiten kann. Der hohe Eisengehalt und die Aminosäure Lysin machen Amaranth besonders wertvoll.

Die Körnchen können zu Mehl verarbeitet und z.B. Brot, Keksen und Spaghetti beigefügt werden. Aber sie können auch wie Maiskörner »gepoppt« werden (nussiger Geschmack) und dann z.B. Süßspeisen, Müsli, Joghurt, Suppen und Soßen bereichern.

In Deutschland sind Amaranth-Körner roh ebenso wie verarbeitet in der Zwischenzeit in allen Bioladen-Ketten, Bioläden und Reformhäusern zu kaufen.

***

Die Amaranth-Pflanze ist in der Lage, sich auch in trockenen und salzhaltigen Böden zu entwickeln. Wenn sie ausgekeimt hat, wächst sie auch ohne künstliche Wasserzufuhr weiter. Mit ihren vielen Blättern und ihren Wurzeln bietet sie Sonnenschutz und (neue) Lebensgrundlagen für Mikroorganismen in der Erde, so dass sie wieder fruchtbar wird – auch für andere Bodenfrüchte.

In Lateinamerika war der Amaranth bei den Mayas, Inkas und Azteken bereits 4.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung ein fester Bestandteil ihrer Hochkultur, neben Mais und Bohnen. Wegen ihres schon damals bekannten hohen Nährwerts wurden die Körner wie Gold gehandelt – Powernahrung für starke Völker.

Die Pflanze selbst wurde zum Symbol für Unsterblichkeit, denn die Rispen mit den Blüten – einmal abgeschnitten – halten sich noch lange Zeit (Amaranth > griech. = Pflanze, die nicht verwelkt).

Anfang des 16. Jahrhunderts ließ der spanische Invasor Hernán Cortés bei Androhung der Todesstrafe den Anbau und den Verzehr von Amaranth verbieten. Katholische Priester hatten sich an den religiösen Zeremonien gestört, bei denen Amaranth-Gebäck dargereicht wurde. Vor allem aber hatten sie herausgefunden, dass der Widerstand der Bevölkerung gegen die spanische Gewaltherrschaft mit den kleinen Amaranth-Körnern genährt wurde.

Für 400 Jahre geriet Amaranth in Lateinamerika nahezu vollständig in Vergessenheit.

In Deutschland wird Amaranth immer bekannter; in Lateinamerika haben nur mexikanische Kleinbauern das alte Wissen bewahrt, während z.B. in Peru ökologisch zertifiziert nur für den Export angebaut wird.

Dass Amaranth ein wahres Natur-Dopingmittel ist, muss dort wie hier noch viel lauter gesagt werden. Vor allem den Kindern und Frauen. Denn sie profitieren am meisten von seiner Kraft.

***

Rezeptbeispiele:

1. Etwas Süßes, ganz leicht zu machen:

Alegría (= Freude)

6 TL Honig und 1 EL Butter vermischen und unter Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen. Wenn die Masse goldbraun ist, 1 Tasse gepoppten Amaranth natur mit einem Holzlöffel einrühren.

Nach Geschmack Sonnenblumenkerne, Kokosflocken, Cornflakes oder Rosinen unterrühren. Die Mischung auf ein Backblech streichen, in Würfel schneiden und abkühlen lassen.

2. Etwas leckeres Herzhaftes:

Amaranth-Mangold-Auflauf

Zutaten für 2 Portionen

  • 100 g Amaranth-Körner (roh)
  • 1/4 l Gemüsebrühe
  • 300 g Mangold
  • 1 Fenchelknolle
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 2 EL Crème fraîche
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 Ei
  • 50 g Haselnussblättchen
  • 2 EL frisch geriebener Parmesan
  • Öl für die Form

Schritt 1

Amaranth in einem Sieb mit heißem Wasser kurz abspülen. Mit Gemüsebrühe aufkochen, bei schwacher Hitze 40 Min. quellen lassen.

Schritt 2

Mangold waschen und putzen. Die Stiele klein würfeln, die Blätter in breite Streifen schneiden. Fenchel waschen, putzen, halbieren und ohne den mittleren Strunk in feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen, fein würfeln. Öl erhitzen. Knoblauch, Fenchel und Mangoldstiele 2-3 Min. andünsten, Mangoldblätter unterrühren. Mit Salz und Muskat würzen.

Schritt 3

Backofen auf 200° vorheizen. Eine feuerfeste Form einfetten. Crème fraîche mit Zitronensaft und Ei verrühren. Die Hälfte des Gemüses in die Form geben. Amaranth darauf verteilen, mit der Hälfte der Haselnussblättchen und 1 EL Parmesan bestreuen. Mit dem Rest Gemüse abdecken. Crème fraîche darüber gießen. Mit übrigen Haselnussblättchen und Parmesan bestreuen. Im Ofen (Mitte, Umluft 180°) 20 Min. backen.

Haselnussblättchen und Parmesan krönen diesen wunderbar aromatischen Auflauf als Knusperkruste - da greifen nicht nur Vegetarier gerne zu!

***

Zubereitungszeit: unter 30 min

Schwierigkeitsgrad: einfach

Kalorien: 640 kcal pro Portion

Saison oder Anlass: Winter, Herbst

Menüfolge: Hauptspeise

Gerichttyp: Auflauf

Verschiedenes: Gut vorzubereiten, vegetarisch, ohne Alkohol, Glyx

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3) Informationen zum Biogas

Biogas

Biogas besteht hauptsächlich aus Methan (CH4, Anteil: mindestens 60%) und Kohlendioxid (CO2) sowie den Spurengasen Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Stickstoff (N2) und Sauerstoff (O2).

Unter Luftabschluss zersetzen Methan-Bakterien organische Materie und verwandeln sie seit über 3,5 Millionen Jahren in Biogas und hochwertigen organischen Dünger. Damit sind sie die erfahrensten Energieproduzentinnen auf der Erde.

Biogasanlagen weltweit machen sich dieses Wissen zunutze, bislang in der Mehrzahl mit

Gülle aus der Viehzucht als Ausgangsmaterie. Auch aus den organischen Hausabfällen auf den offiziellen und den wilden Mülldeponien entweicht Biogas – unkontrolliert. Es steigt in die Atmosphäre auf und schädigt dort die Ozonschicht.

In Europa existiert seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts ein regelrechter Boom beim Biogas-Anlagenbau. Auch in Kuba rückt diese Energiequelle immer stärker in den Mittelpunkt der Bemühungen, in der nationalen Energieversorgung Alternativen zum Erdöl zu fördern. So wurde zum Jahresbeginn 2007 eine nationale interdisziplinäre Biogas-Kommission eingerichtet, die die langjährigen Erfahrungen bündeln und extensiv ausbauen soll – auch und gerade mit neuen Ausgangsmaterialien.

Die steigende Bevölkerungszahl und damit auch die zunehmende Menge ihrer Abfälle machen veränderte Entsorgungskonzepte unumgänglich. Wie in anderen Zusammenhängen auch müssen nachhaltige Lösungen lokal ausgerichtet und verankert sowie in Kreisläufen organisiert sein.

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Der Verein verfolgt wirklich sehr ehrgeizige Ziele und ich wünsche ihnen, daß sie über "El Pan Alegre" viele Freunde erreichen können :-) Und wenn es die ersten Amaranth-Ernten des Vereins in Deutschland zu kaufen gibt, erfahrt Ihr es gewiß über Naturtipps...


Bis dahin probiert das Korn einmal, es schmeckt wirklich gut :-)
Amaranth - eine gesunde Kostergänzung, die auch noch bei der Zurückgewinnung versteppter Flächen helfen und die Versteppung aufhalten kann!

Übrigens:
Verschenkt doch als Geschenkidee einfach mal Amaranthprodukte - das ist lecker und gesund - und fairtrade auch noch sozial und bio auch noch nachhaltig :-)

Freitag, 31. Oktober 2008

276) 1. November ist Welt-Vegan-Tag

Bild: © Marco Barnebeck(Telemarco) / PIXELIO
1 Tag vegan - 1 Tag symbolische Ruhe für unsere Nutztiere

Veganer zeigen, was im direkten Einsatz möglich ist, um der Welt ein Stück weniger zur Last zu fallen...
Veganer haben Respekt vor dem Leben...
Ich habe größten Respeckt vor Veganern!

Und jetzt haben sie ihren großen Tag: den Welt-Veganer-Tag. Im Folgenden eine Pressemeldung dazu von der TierrechtsInitiative Rhein-Main e.V.:

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(prcenter.de) Am 1. November ist Welt-Vegan-Tag

Frankfurt / Darmstadt · Zum Welt-Vegan-Tag führen Tierrechtsgruppen weltweit Veranstaltungen und Aktionen durch. In Frankfurt und Darmstadt wird die TIRM in der Innenstadt über Veganismus aufklären. Neben diesen Möglichkeiten, sich über die Bandbreite tierleidfreier Lebensweise zu informieren, gibt es am Abend noch die »Welt-Vegan-Tag-Party«: Im Darmstädter Szene-Lokal Habibi werden kulinarische Köstlichkeiten, Musik von veganen Künstlern und ein visueller Rückblick der letzten 8 Jahre Tierrechtsarbeit im Rhein-Main-Gebiet geboten.

Veganismus ist eine Lebenseinstellung, deren Ziel die konsequente Vermeidung von Tierleid ist. Denn nicht nur für Fleisch werden Tiere getötet, auch die Produktion von Milch und Eiern geht - neben den anderen moralischen und ethischen Problematiken - stets damit einher. In beiden Fällen werden die betroffenen Tiere getötet, sobald ihre »Leistung« nachlässt. Für die Milchproduktion müssen Kühe ca. jedes Jahr ein Kalb bekommen, wessen sich der Farmer meist möglichst bald nach der Geburt durch Schlachtung entledigt. Die männlichen Nachkommen von Legehennen werden kurz nach dem Schlüpfen durch Zerhacken, Vergasen oder Ersticken getötet.

Neben dem ethischen Aspekt bietet der Veganismus aber noch weitere Vorteile: Durch das Vermeiden von Tierprodukten nehmen vegan lebende Menschen weit weniger gesättigte Fettsäuren als Mischköstler und gar kein unnötiges oder gar schädliches Cholesterin auf. Veganerinnen und Veganer leiden durchschnittlich seltener an Bluthochdruck, Diabetes, Prostata- oder Dickdarmkrebs und sterben seltener an Herzinfarkt.

Ökologisch gesehen bringt die vegane Ernährung ebenfalls Vorteile: Es ist durchschnittlich 10mal effektiver, pflanzliche Nahrung wie z.B. Soja direkt zu verzehren, als es Tieren zu verfüttern und dann die Tierprodukte zu konsumieren. Auch die Umweltverschmutzung durch Gülle sowie die Zerstörung des südamerikanischen Urwaldes für Futtermittel-Anbauflächen könnte durch Veganismus gestoppt werden. Gerade im Hinblick auf die Diskussion rund um Klimawandel, CO2- und Methangas-Ausstoß sollte man veganer Ernährung mehr Beachtung zukommen lassen.

Im November 1944 wurde in Großbritannien die Vegan Society gegründet, eine Gesellschaft, die der Förderung der veganen Lebensweise gewidmet ist. Anlässlich ihres 50jährigen Bestehens wurde 1994 der 1. November zum Welt-Vegan-Tag ausgerufen. Am nächsten Sonntag werden wieder einmal Veganerinnen und Veganer auf der ganzen Welt diesen Tag nutzen, um ihre Lebensweise bekannter zu machen und über deren Vorzüge zu informieren.

Veganes Probe-Schlemmen in der City
1.11.08, 12-16h: Frankfurt, Hauptwache
1.11.08, 13-17h: Darmstadt, Luisenplatz
Feiern und Networking
1.11.08, 18-23h: Café Habibi, Landwehrstr. 13, Darmstadt

Weitere Informationen: www.veganparty.tirm.de
- Allgemeine Infos zum Welt-Vegan-Tag im Internet unter: www.vegan-tag.de
- Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat: Vegan Brunch im TIRM-Vereinsraum: www.tirm.de/brunch
- Merken! 22.11.08: Soli-Konzert in Darmstadt für österreichische Tierrechtler: www.justice-beatz.de

Angaben zum Autor:
TierrechtsInitiative Rhein-Main e.V.
Pressestelle - Viola Kaesmacher
Idsteinerstr. 77
60326 Frankfurt am Main
Telefon 0173/4148256
presse@tirm.de - www.tirm.de
Die TierrechtsInitiative Rhein-Main ist ein Zusammenschluss von aktiven Tierrechtlerinnen und Tierrechtlern aus dem Rhein-Main-Gebiet und Umgebung. Durch Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit weist sie auf die alltäglich stattfindende Ausbeutung von wehrlosen Tieren in unserer Gesellschaft hin. Die TierrechtsInitiative Rhein-Main ist seit Mitte 2005 ein Verein und wurde vom Finanzamt Frankfurt/Main als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.

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Weitere Aktionen zum Welt-Vegan-Tag in Deutschland findet Ihr z.B. auf vegan-tag.de

Gebt den Tieren einen Tag frei - macht mit bei dem Welt-Vegan-Tag und schickt die Welt-Vegan-Tag-E-Card von peta.de mit einem einprägsamen Aufruf zum Mitmachen an alle Eure Freunde! Und hier der entsprechende Peta-Aufruf:
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Der Welt-Vegan-Tag steht vor der Tür und diese E-Card soll Sie und Ihre Freunde dazu ermutigen, den täglich leidenden Tieren einen Tag Ruhe zu geben und sich am 1. November komplett vegan zu ernähren.

Vielleicht nehmen sie den Tag auch zum Anlass, Ihre Ernährung komplett umzustellen. Unter www.goveggie.de finden Sie viele tolle Rezepte.

Für die Neueinsteiger gibt es natürlich immer noch das kostenlose Veggie-Starter-Kit

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Das Veggie-Starter-Kit von Peta steht auch als pdf-Datei zum Download bereit! Und einen PETA-Newsletter könnt Ihr auch bestellen.

Macht alle Mit!

Für die ersten Rezeptideen gibt es hier noch die Google-Liste zu "Vegane Rezepte" oder versucht eins der 275 veganen Rezepte auf chefkoch.de.

1 Tag vegan - 1 Tag "frei" für die Tiere

Übrigens:
Aktuelle Nachrichten zu den Stichworten "vegan" und "vegetarisch" findet Ihr rechts ganz unten im Naturtipps-Nachrichtenticker.

Samstag, 13. September 2008

239) Zum Tag der Tropenwälder: im eigenen Haushalt wachsam sein

Bild: www.pixelio.de/ Detlev Beutler
Gebt den Menschen eine Zukunft mit ihren Wäldern!

Denn wir können wir uns in Deutschland auch viel berücksichtigen, um die Tropenwälder zu erhalten, zu schützen oder auch neu zu säen! Denn nicht nur die Orang Utans brauchen die Bäume und die urige Natur!

Der vom WWF inszenierte Tag der Tropenwälder am 14.September soll auf die Gefahren hinweisen, die die Tropenwälder bedrohen. Dieses Jahr geht es dabei um Waldbrände - häufig mutwillig gelegt, um Flächen für Landwirtschaftliche Projekte zu bekommen:

WWF-Tag der Tropenwälder am 14. September: Waldbrände sind Klimakiller
Neue WWF-Studie: Regenwald in Indonesien fällt der Kettensäge und den Flammen zum Opfer / WWF fordert nachhaltige Palmölproduktion für Biokraftstoffe

Viele versuchen die letzten Regenwälder unserer Erde zu retten - aber ebenso viele sind gierig nach dem Geld, daß sie bringen können...

Rettet den Regenwald e. V. z.B. ruft immer wieder zu gezielten Online-Aktionen zum Schutz der bestimmter Regenwaldregionen auf.

Greenpeace engagiert sich ebenfalls stark für den Schutz der Regenwälder und informiert auf seiner Aktionsseite u.a. über die vielen verschiedenen Urwälder unserer Welt und wodurch sie bedroht werden.
So klärt Greenpeace z.B. darüber auf, warum Gartenmöbel Klimakiller sein können, warum unser Papierkonsum die Tropenwälder bedroht, warum mit Palmöl das Klima verheizt wird und wie der Sojaanbau die Regenwälder bedroht.

Was bedeutet dies alles für unseren Alltag?
Nun, ein paar einfache Konsequenzen könnten z.B. sein:
- Recyclingpapier statt Papier aus Holzfrischfasern
- Holzgartenmöbel und anderes Tropenholz nur mit Zertifikat kaufen
- Kein Fleisch von Tieren, die mit Soja gefüttert wurden und insgesamt weniger Fleisch essen, denn wie laut Greenpeace eine Studie zeigt: Gen-Soja in Argentinien zerstört Wälder und erhöht Chemieeinsatz
Europäische Milch-, Fleisch- und Eierproduzenten fördern die ökologische Misere
- Keine Verwendung von Palmöl als Energielieferant...

Und abschließend noch aktuelle Artikel zum diesjährigen Tag der Tropenwälder:
- Zum Tag der Tropenwälder am 14. September 2006: Holzprodukte ohne Reue
WWF: Beim Kauf auf das FSC-Logo achten
- Zum Tag der Tropenwälder: Urwaldschutz stärken Forest Finance
- Tag der Tropenwälder – Verbraucher können mitentscheiden
Robin Wood

Achtet auf Euren direkten und indirekten Urwaldverbrauch!
Macht alle Mit!

Donnerstag, 28. August 2008

225) Dinkel und Grünkern - eine Pflanze und zwei Produkte

Bild: www.pixelio.de/ Brandtmarke
Dinkel - Kennern läuft das Wasser im Mund zusammen


Der Newsletter von hat mich darauf aufmerksam gemacht - die Dinkelernte ist eingefahren. Unter allen Getreiden wird von ihm wohl das meiste genutzt:
die Spelzen füllen z.B. Stillkissen, Wärmekissen, Kopfkissen, dashttp://www.blogger.com/img/gl.link.gif grün geerntete und Nachgetrocknete Korn landet z.B. als Grünkernburger auf dem Tisch und das reife Korn - daraus kann z.B. leckeres Brot gebacken werden. Das kommt bei uns regelmäßig frisch auf den Tisch. Das Rezept dazu gibt es hier bei Naturtipps im Post 065) Vollkornbrot selber im Ofen backen.

Und nicht nur, daß er lecker und gesund ist - für viele Weizenallergiker ist er die Alternative zum Backen und Kochen. Allerdings enthält er ebenso wie der Weizen Gluten, wie aus einem Forenthread aufLibase.de hervorgeht: Dinkel-ohne Gluten?. Schließlich ist er ja auch sozusagen der Urweizen.

Über seine Vergangenheit ebenso wie über seine Inhaltsstoffe berichtet bei Wikipedia die Seite Dinkel. Zwar bringt er weniger Ertrag, ist aber resistenter und verträgt auch rauheres Klima. So kann Dinkel auch gut von Biobetrieben angebaut werden.

Interesssant ist auch sogenannter "Dinkelreis". Das ist entspelzter Dinkel, der als Reisalternative gekocht und werwendet werden kann. Bei uns wird es z.B. sehr gerne gegessen. So ersetzt ein einheimisches Produkt lange Transportwege und bringt trotzdem Abwechslung in den Speiseplan. Und wer Dinkel auf den Tisch bringt, muß sich nicht schämen, etwas altes ausgekramt zu haben, denn: Dinkel – ein gesundes Urkorn wiederentdeckt.
Und wer wirklich alles über dieses Getreide wissen möchte, der klickt am Besten auf www.dinkel-infocenter.de, der offiziellen Infoseite der Qualitätsgruppe Dinkel Baden-Württemberg.

Also, wer sein Glück mit dem anspruchslosen einheimischen Dinkel ausprobieren möchte, versucht es vielleicht einfach mal bei chefkoch.de mit den 3406 Treffer zur Suche "dinkel".Und, aus eins mach zwei: wer lieber mit Grünkern anfangen möchte, der findet dort auch einiges: 886 Treffer zur Suche "grünkern"

Ach ja, ganz genau gesagt ist Grünkern laut Wikipedia das halb reif geerntete und unmittelbar darauf geröstete Korn des Dinkels. Er wird auch „Badischer Reis“ genannt. Er wird zum Trocknen "gedarrt". Das klingt fast wie "dörren" und bedeutet das Trocknen bei 120–150 °C auf der Darrpfanne. Der Grünkern erhält dabei den spezifisch nussigen Geschmack, den andere Getreidearten nicht bekommen.

Übrigens gibt es demnächst wahrscheinlich sogar Heizpellets aus Dinkelspelzen, einem Abfallprodukt bei der Dinkelernte. Denn sooo viele Dinkelspelzen werden dann doch nicht als Füllstoff benötigt. Obwohl sie viele gute Eigenschaften bietet, so könne sich in ihr z.B. keine Milben bilden, wie vorstehenden Link zu erfahren ist.


Also, macht Eure Küche und Euer Leben abwechslungsreicher durch dieses einheimische, anspruchslose Getreide - laßt es Euch schmecken und schlaft gut bei diesem Schritt zu einem nachhaltigeren Leben!


Macht alle Mit!

Samstag, 5. Juli 2008

198) Online-Aktion: "Verbieten Sie den Gen-Mais!"

Bild: www.pixelio.de/ Kurt
Heute mitentscheiden, was im Mais von morgen sein darf!

"Verbieten Sie den Gen-Mais!",
so heißt zur Zeit eine Online-Aktion auf campact.de. Campact ist ein, Zitat:"Online-Netzwerk von derzeit 56954 politisch aktiven Menschen. Gemeinsam nehmen wir Einfluss auf aktuelle politische Entscheidungen."

Jetzt ist also MON810 von Monsanto, die einzige in Deutschland zugelassene gentechnisch veränderte Maissorte, Thema einer Aktion.

Warum?

Bildet Euch eine eigene Meinung und schaut Euch z.B. den folgenden Film zu der Firma Monsanto an, den arte neulich gesendet hat: “Monsanto, mit Gift und Genen”
oder lest folgenden Artikel auf biosicherheit.de:
"Biologische Sicherheit International
Bt-Mais in Mexiko: Ende offen
"

Viel Infomaterial zum Thema Gentechnik bietet auch die Seite "Genfood - deutschsprachiges Newsarchiv über Genfood und Gentechnik"

Und natürlich gibt auch campact.de eine Kurz-Info:
Gen-Mais MON810: Nur ein Verbot schützt!

Und dann:
Macht alle Mit!

Dienstag, 29. April 2008

151) Rehkitze: Apelle an alle Wanderer und Landwirte

Bild: djd/ pt

Bevor ein Kitz zu solch einem schönen Bock wird, muß es sicher die erste Zeit überstehen...


Es ist wieder soweit - die Ricken setzen ihre Rehkitze ab. Und um genug Milch zu haben, ziehen sie ins weitere Umfeld zur Nahrungsaufnahme. Dabei bleibt der Nachwuchs zurück - meist liegt er währenddessen verborgen im hohen Gras einer Wiese.

Manchmal finden Wanderer sie - und fürchten um ihr Wohl, weil sie ja allein dort liegen. Das ist aer völlig in Ordnung und ihr bester Schutz. Rehkitze haben kaum Eigengeruch und werden nur schwer von Raubtieren gefunden.

Manchmal finden Mähmaschinen sie - und sind gnadenlos... Wer einmal das Fiepen eines verletzten Rehkitzes gehört hat, wird das Klagen nie wieder vergessen... Wer einmal die Verletzungen durch solch einen Mäher gesehen hat, wird das Bild nie wieder vergessen...

Darum der Apell an alle Fußgänger und Wanderer:
Laßt das Kitz liegen, die Mutter kommt frisch gestärkt wieder!

Darum der Doppel-Apell an alle Landwirte:
Erstens:
Sucht mit den Förstern vor Ort und Hunden an der Leine die Wiesen vor der Mahd nach Kitzen ab! Sagt den zuständigen Förstern Bescheid, wann Ihr wo mähen wollt, sie gehen auch ohne Euch los, falls ihr zuviel Arbeit auf dem Hof habt. Ricken legen für gewöhnlich ihre Kitze nicht in Wiesen ab, die frisch nach Hund riechen.
Zweitens:
Mäht die Wiesen von innen nach außen, damit Tiere, die ins hohe Gras fliehen, nicht eingekreist werden von der tödlichen Maschine...
Eine Ernte mit erfolgreich fliehendem Wild ist doch für alle angenehmer, als zerschnittene Opfer im Heu...

Wie ich auf das Thema komme? Hier die passende Pressemeldung zum Thema von pressetreff.de:

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Allein, aber nicht verlassen

Rehmutter und Jungtier sind täglich nur eine halbe Stunde zusammen

(djd/pt). Tierbabys sind süß. Und spätestens seit "Bambi" rühren Rehkitze mit ihren sanften Augen, der Stupsnase und dem samtenen Fell die Herzen von großen und kleinen Tierfreunden. Jetzt im Frühjahr stoßen sicherlich wieder einige Spaziergänger auf junge Rehlein, die allein in einer Mulde in der Wiese oder am Feldrand liegen. Viele halten das einsame Kitz für verwaist und wollen es mit nach Hause nehmen. Doch Mitleid ist hier fehl am Platz, denn das Kleine ist nur scheinbar von der Mutter verlassen.

Der beste Schutz ist das Alleinlassen

Die Jungen werden in der Zeit von Anfang Mai bis Mitte Juni gesetzt. Meistens sind es ein bis zwei Kitze, sehr selten drei. Zunächst werden sie die meiste Zeit von der Rehmutter, der so genannten Ricke, "abgelegt", beispielsweise in einer Wiese, im Getreide oder auch im Wald oder in Hecken. "Das Alleinlassen der Kitze ist ein Schutz für die Tiere", erklärt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung: "Die Ricken bleiben täglich zum Säugen nur bis zu 35 Minuten bei ihren Jungen. So verhindern sie, dass potenzielle Feinde auf die Jungtiere aufmerksam werden." Auch die Tarnzeichnung des Fells in den ersten Lebenswochen sichert häufig ihr Überleben. Zusätzlich schützt der "Drückinstinkt" das kleine Reh: Droht irgendeine Art von Gefahr, drückt es sich fest auf den Boden und bleibt bewegungslos liegen. Etwa ein bis zwei Wochen bleibt das Rehkitz nach der Geburt im hohen Gras. Dann überwiegt der Flucht- vor dem Druckinstinkt.

Falsch verstandene Tierliebe schadet nur

Wer also solch ein Bambi entdeckt, sollte es auf keinen Fall anfassen, sondern ruhig liegen lassen. Darum bittet die Deutsche Wildtier Stiftung eindringlich alle Spaziergänger. Denn eine große Gefahr für die Jungtiere sind die Menschen, die sich ohne böse Absicht in den ganz normalen und natürlichen Ablauf der Natur einmischen. Nur die Beobachtung aus größerer Entfernung mit dem Fernglas garantiert, dass Ricke und Kitz nicht gestört werden. Wenn nach längerem Beobachten der Verdacht entsteht, dass das Jungtier tatsächlich verwaist ist, sollten die zuständigen Jäger, die Försterei oder auch die Polizei informiert werden. Sie organisieren die nächsten Schritte.

Tod durch Mähmaschinen

Ihr Drückinstinkt führt leider auch immer wieder dazu, dass die abgelegten Rehkitze Opfer von Mähmaschinen werden. Da sie nicht weglaufen und nur schlecht vom Fahrer zu erkennen sind, sterben viele Jungtiere im Mähwerk der Maschinen. Dagegen kann man zwei Dinge unternehmen. Am Vorabend der Mahd (nicht eher, da sonst der Gewöhnungseffekt eintritt) werden zum Beispiel Plastiktüten auf Pfählen in die Wiese gestellt. Der Ricke ist das unheimlich und sie legt ihre Jungen an einer anderen Stelle ab. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Wiese unmittelbar vor dem Mähen mit Vorstehhunden abzusuchen. Diese speziell gezüchteten Hunde zeigen gefundenes Wild durch abruptes Stehenbleiben, eben dem "Vorstehen", an. Da Rehkitze sehr wenig Witterung beziehungsweise Geruch abgeben, müssen die Hunde sehr gut für die Arbeit ausgebildet sein.

Unter www.DeutscheWildtierStiftung.de ist der kostenlose Praxisratgeber "Stoppt den Mähtod" erhältlich. Er gibt Landwirten, Jägern, Natur- und Artenschützern weitere Tipps.

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Macht alle Mit!

Samstag, 22. März 2008

117) Weltwassertag 2008 - Motto: Abwasserentsorgung

Bild: www.pixelio.de/ Günter Z.
Abwaser ist der Anfang für die nächste Runde.

Wasser braucht jeder - jeden Tag - weltweit.
Aber daran mangelt es - immer wieder - fast weltweit.
Und wenn es da ist, dann nicht immer wirklich rein - weltweit.

UNICEF zum Weltwassertag am 22. März:
Schmutziges Wasser tötet 4.000 Kinder täglich
Fast jedes fünfte Kind hat weniger als 20 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung

"Ja, O.k. - aber bei uns ist doch alle bestens ...", denkt jetzt vielleicht mancher.
So ist es?
Und was ist mit dem Antibiotikum im Trinkwasser?
Was ist mit den Hormonen und hormonaktiven Substanzen, z.B. aus den Anti-Baby-Pillen im Trinkwasser?
Was ist mit den versiegenden Brunnen in manchen Regionen - Deutschlands?
Was ist mit unserem Wasserverhalten in wasserarmen Urlaubsländern?
Was ist mit Skiurlaub auf Kunstschneepisten?
Was ist mit Chemiekalieneinträgen aus der Landwirtschaft in das Oberflächen- und Grundwasser?
Was ist mit...?

Also, auch wir müssen auf das Wasser achten - nicht nur, weil ein hoher Wasserverbrauch unser Konto belastet!

Gerade zum diesjährigen Thema "Wasserentsorgung" hat der BUND einiges, was auch von uns zu beachten ist:
BUND zum Weltwassertag 2008: Wassersparen für Klima und Gewässer

Was hinter der Aktion des Weltwassertages steht, erklärt die UNESCO auf ihrer Seite:
Internationale Dekade „Water for Life“

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Auszug:

"...Am 23. Dezember 2003 wurde der Zeitraum 2005 – 2015 von der 58. Generalversammlung der Vereinten Nationen zur Internationalen Aktionsdekade „Wasser für das Leben“ ausgerufen. Am Weltwassertag, dem 22. März 2005, begann diese Dekade. Sie wird am 22. März 2015 enden, dem Datum, an dem voraussichtlich der fünfte und vorerst letzte Weltwasserbericht veröffentlicht werden wird. Koordinierendes Gremium der Dekade ist UN-Water.

Die Dekade soll weltweit die politischen Entscheidungsträger und die allgemeine Öffentlichkeit für Wasserthemen sensibilisieren und Aktionen ins Leben rufen, um bereits international erklärte Verpflichtungen in die Wirklichkeit umzusetzen. Die MDGs im Zusammenhang mit Wasser stehen dabei natürlich im Mittelpunkt, d.h. bis 2015 die Anzahl der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben, sowie nicht nachhaltige Wassernutzungsformen zu beenden. Auf dem Weltgipfel über nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 wurde dieses Ziel um zwei komplementäre ergänzt, nämlich ein "integriertes Wasserressourcenmanagement" und "Wassereffizienzpläne" bis 2005 zu entwickeln.

Die Aktionsdekade "Wasser für das Leben" verweist darauf, dass im nächsten Jahrzehnt große Anstrengungen von Nöten sind, diese Verpflichtungen zu erfüllen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Frauen, da sie weltweit eine zentrale Rolle im Wassermanagement und in der Wasserversorgung spielen. Wichtige Themen für die Dekade sind: Wasserknappheit, Zugang zu sanitären Einrichtungen und Gesundheit, Wasser und Frauen, Kapazitätenaufbau, Finanzierung, Bewertung, integriertes Wasserressourcenmanagement, grenzüberschreitende Fragen, Umwelt und biologische Vielfalt, Katastrophenvorsorge, Ernährung und Landwirtschaft, Wasserverschmutzung und Energieerzeugung.

Weitere Informationen:

http://www.un.org/waterforlifedecade/ ..."

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Was wir jetzt für das Wasser machen können?
Hier eine kleine Auswahl, bitte ergänzt sie über Kommentare noch mit Euren eigenen Ideen:

- keine Autos auf der Straße waschen: Viele Kommunen haben ein getrenntes Kanalsystem für Haus- und Straßenabwässer. Bei Regenspitzen können sie im Notfall die Straßenabwässer zur Entlastung der Klärwerke ungeklärt ablaufen lassen... Da gehört kein Autowaschwasser rein... Außerdem haben die Waschanlagen Ölabscheider, die im Kanal fehlen. Und Öl belastet die teilweise biologisch arbeitenden Kläranlagen übermäßig...

- keine Medikamentenreste in die Toilette. Eigentlich selbstverständlich, da die Toilette kein Mülleimer ist. Jede Apotheke nimmt Altmedikamente zurück.

- Wenig Medikamente einnehmen. Rückstände der eingenommenen Medikamente werden vom Körper ausgeschieden und gehen in die Kläranlagen. Hormone und Antibiotika können zum Beispiel nicht endgültig ausgefiltert werden und wandern weiter bis in Grundwasser bis ins Trinkwasser bis zu uns zurück...

- Keine Essensreste in die Toilette - logo, die Toilette ist auch hier kein Mülleimer. Die einzigen, die sich darüber freuen sind die Ratten in der Kanalisation. Und da gibt es riesige Exemplare... In England ist die Tradition des weihnachtlichen Truthahns zum Beispiel ein echtes Problem für die Kanalisation. Das Fett wird einfach in den Ausguß geschüttet - von zig Haushalten gleichzeitig - und setzt sich erkaltet an den Kanalwänden ab - lecker, spricht da die Ratte, Weihnachten ist wieder da...

- keine Haare oder Kosmetikreste in die Toilette - immer noch kein Mülleimer. Haare verstopfen zum Teil die Siebe der Kläranlagen, hat mir mal ein Anlagenbetreiber erzählt...

- Regenwasser im Haushalt nutzen, wenn möglich. Es gibt mittlerweile Möglichkeiten, Regenwasser in unterirdischen Tanks zu sammeln für den teilweisen Hausgebrauch. Für die Waschmaschine braucht es dann z. B. weniger Waschmittel, Toilette und Waschmaschine verkalken nicht so schnell, das Portemonnaie wird entlastet...

- Regenwasser für den Garten nutzen, auch hierfür kann in unterirdischen Tanks Wasser gesammelt werden. Für die Pflanzen ist es meist besser verträglich, da es weniger Kalk enthält.

- Wasser aus beim Zähneputzen, und kein Dauerduschen. 20 Minuten Duschen entspricht einem Vollbad enstpricht ca. 150 Liter Wasserverbrauch.

- Auch beim Abwasch in der Küche keine Dauerlaufendes Wasser. Eine effektiv gefüllte Spülmaschine benötigt weniger Wasser als eine durchschnittliche Handwäsche.

- Die Waschmaschine nur mit Vorwäsche laufen lassen, wenn es wirklich notwendig ist. Versucht mal Indische Waschnüsse zum Wäschewaschen ausprobieren...

- Mitmachen bei der Unterschriftenaktion für einen Urangrenzwert in Mineralwasser

- Im Frühsommer/ Sommer den Garten nicht so stark wässern, kein Sprenganlagen verwenden. Dabei verdunstet zu viel Wasser. Durch zu intensives Gießen der Pflanzen bilden diese keine tiefen Wurzeln aus und werden "unselbstständig". Sie vertrocknen dann noch leichter, wenn es mit dem Gießen mal nicht so klappt. Denn wozu soll die Pflanze tiefe Wurzeln entwickeln, wenn es von oben genug Wasser gibt...

- Im Haushalt möglichst wenig aggressive Haushaltsreiniger verwenden - denn sie landen mit dem Abwasser im Kanal... Schmierseife und co. reichen meist.

- Achtung in alten Häusern - wenn sie noch Bleileitungen haben, kein Wasser aus der Leitung trinken, da es bleihaltig sein kann. Wenn möglich die Leitungen austauschen. Bis zum Hausanschluß garantieren die Wasserwerke für Trinkwasserqualität - was dann passiert, liegt in der Hand des Hausbesitzers.

- Ein Rücklaufschutz bei der Dusche in der Badewanne einlaufen. Denn wenn der Duschkopf in der Wanne im Wasser liegt, kann es passieren, daß Wasser zurückzieht in das Leitungssystem und dieses Verunreinigt.

- Achtung bei Warmwasserboilern - sie müssen auf über 60 °C eingestellt sein, oder kurzfristig über 70 °C, damit sich keine Krankheitskeime halten können ( z.B. Legionärskrankheit) Zitat von Wikipedia zur Legionellose: "...Die Legionellen überleben in der Regel Temperaturen nicht, die dauerhaft über 60 °C oder kurzzeitig über 70 °C liegen. Durch vorübergehende Aufheizung des Wassers auf 70 °C und aerosolarme Duschköpfe wird bei Neuinstallationen in Westeuropa der Infektionsgefahr entgegengewirkt..."

Hier noch ein paar Spartipps und Wasserinformationen für Kinder zum Wasser vom Umweltbundesamt. Auch einen Basteltipp für einen eigenen Wasserkreislauf gibt es dort.

49 Wasserspartipps bietet der BUND zusammen mit Geberit auf der Seite ja-zum-wasser.de. Dort gibt es sogar einen WC-Wasser-Spar-Rechner. Außerdem bieten sie Aktionsideen für die Öffentlichkeit mit pdf-Datei zum Downloaden.

Der BUND LV Bremen bietet die Seite bund-wassersparinfo.de
zum Thema. hier gibt ea auch eine Umfrage zum persönlichen Wasserverbrauch.

Übrigens:
Wasser hat ein Gedächtnis/ Bewußtsein. Danach bildet Wasser je nach "Stimmungslage" unterschiedliche Kristalle. Dabei stören zum Beispiel Aggressionen eine harmonische Kristallbildung. Ebenso ist Leitungswasser "verstört", es ist irritiert durch das ganze hin und her in den Leitungen. Zitat von der untenstehenden reiki-Seite: "...Es war für Dr. Emoto sehr spannend Fotos von Quellwasser zu machen, die im Gegensatz stehen zu den eher bedrückenden Fotos von Leitungswasser aus der ganzen Welt..."
Mehr dazu im Buch "Die Botschaft des Wassers" von Masaru Emoto. Bilder zu diesem Thema gibt es zum Beispiel bei reikiakademiemuenster.com
Einen interessanten berich über die Wasserkristalle gibt es bei naturel.biz. Demnach reichen schon die bloßen Gedanken, um das Wasser zu beeinflussen...

Endfrage:
Wie geht es weiter mit dem weltweit wohl ersten Atommüllendlager:
Asse II bei Hannover?
Wird in einigen Generationen das Grundwasser dort Strahlenverseucht sein, weil wir unseren Müll nicht im Griff haben? Es soll sehr wahrscheinlich "kontrolliert" geflutet werden, weil es unkontrollierte Wassereinbrüche gibt... der GAU für solch ein Salzlager ist vor unserer Haustür passiert - und die Politiker ...

Damit die Gedanken dieses Post positiv enden können, hier noch ein Wettbewerb zum Thema Wasser:
Global Water Challenge (GWC) und Ashoka's Changemakers fordern jedermann auf, am Online-Wettbewerb "Innovation vor Ort nutzen und die Wasser- und Abwasserkrise meistern" ("Tapping Local Innovation: Unclogging the Water and Sanitation Crisis") teilzunehmen, um Unternehmer zu entdecken und mit bahnbrechenden Ansätzen zur Lösung des weltweiten Wasser- und Abwasserproblems beizutragen.

Samstag, 15. März 2008

111) Gewaltfreies Pferdetraining

Bild: www.pixelio.de/ Klaus-Peter Wolf

Heute Morgen gab es im Radio eine Sendung über das Schächten und andere Tötungsmethoden für Schlachttiere - was sei am schmerz- und streßfreiesten für Tiere? Die Meinungen teilten sich in mehrere Lager. Hierbei ging es um die "Gewinnung" von Nahrungsmitteln. Notwendig oder nicht, auch da teilen sich die Meinungen...

Und soeben habe ich eine Nachricht über gewaltfreies Pferdetraining gelesen... Hier geht es überwiegend um die Ausübung eines Hobbies, wenigstens in Deutschland. Es ist traurig, daß da über gewaltfreies Training noch gesprochen und diskutiert werden muß, daß es nicht selbstverständlich überall gelehrt wird... Zigfach leiden Pferde, um den Menschen für ihre Hobbies zu dienen. Weil die Menschen nicht bereit sind oder es nicht gelernt haben, auf ihre Tiere einzugehen... Gerten und Sporen sind meist anerkannte Hilfsmittel zu Verständigung zwischen Mensch und Tier. Aber leider werden sie viel zu oft zu hart eingesetzt - als Druck- anstatt Hilfsmittel.

Wer einmal auf alltäglichen Reitturnieren am Abreiteplatz und zwischen den Hängern umhergegangen ist, der weiß, wie rüde manchesmal der Umgangston zwischen Reiter und Pferd ist, wie schlecht die Verständigung funktionieren kann - besonders im Turnierstreß. Solange Pferdehobbies aber auf Kosten der Tiere gehen, können sie doch keine echte Freude bringen - auch wenn reiten, Kutsche fahren oder die anderen Pferdehobbies eigentlich Spaß machen können. Es kann nur auf gegenseitiger freiwilliger Basis funktionieren - selbst falls damit möglicherweise keine turnierreifen Leistungen erreicht werden. Meister ihres Fachs schaffen es auch ohne spezielle Kurse zu gewaltfreiem Pferdetraining, sie haben den Pferdeverstand von allein intus. Und ich freue mich immer, wenn ich ein Beispiel dieser mögliche Harmonie sehe.

Drei mal habe ich als "verrückt" oder "agressiv" geltende tretende oder beißende Pferde innerhalb von einigen Wochen gewaltfrei eingeritten. Sie hatten alle drei schon ihre schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Damals gab es leider noch keine leicht erreichbaren Kurse in der Richtung. Wenigstens hatte sich nichts bis zu mir durchgesprochen... Durch gemeinsame Spaziergänge habe ich mich den Tieren, die anfangs kaum halfterführig waren, genähert. Viel Zeit habe ich uns gelassen auf den Touren durch Feld und Wald. Erst nur im Schritt, später auch in Trab und Galopp am lockeren Strick - das war Training für beide Seiten. Nach 6 bis 10 Wochen habe ich dann jeweils das erste Mal auf ihnen gesessen - ohne Abwehr, ohne Buckeln und Bocken, die Tiere haben mir vertraut. Sie waren bereit, mich auf ihrem Rücken zu akzeptieren.

Zur Pferdehaltung braucht es viel Land - Offenstallhaltung ist in meinen Augen angesagt. Einzelhaft in kleinen Boxen nicht tiergerecht.(Siehe auch Broschüre des Deutschen Tierschutzbundes im PdF-Format: Artgerechte Pferdehaltung) Hier im Ruhrgebiet aber ist das kaum finanzierbar. Also ist zur Zeit keine Pferdezeit. Außerdem braucht es viel Zeit und Ruhe, um eine Vertrauensbasis aufbauen und erhalten zu können, als Mutter fehlt mir diese neben Haushalt und Familie. Pferdehaltung ist, wenigstens für mich, mehr als das Zahlen der Kosten und kurzzeitige Besuchen des Tieres am Stall für dann, bitte perfekte, Ritte...

Gewiß, damals wie heute war ich noch weit entfernt vom "Pferdeflüsterer", aber ich war doch den meisten Reitern am jeweiligen Stall in der Hinsicht vorraus. Beim ersten Pferd wurde sogar noch eine Wette aufgestellt, daß ich den "verrückten Gaul" so nie einreiten würde. Bei dem müsse man drauf und dann oben bleiben, bis er Ruhe gibt... Aber keiner vom Hof wettete für meine Art, ich selber erfuhr erst später von der Wette - damals, vor über 20 Jahren...

Heute gibt es einige offiziell anerkante gewaltfreie Methoden zum Pferdetraining - zum Glück!!! Es können Seminare mit und ohne dem eigenen Pferd besucht werden. Auch mit Problempferden wird man nicht allein gelassen. Freilich, kostenlos ist es nicht. Pferdehaltung ist eben auch heute Luxus... Wenigstens eine der Methoden müßte dabei eigentlich Pflicht sein für jeden Pferdehalter. Egal, welche Reittechnik eingeschlagen wird, die gewaltfreie Verständigung sollte als Basis verstanden sein. Damit kann es weitergehen mit Westernreiten, Englischer Dressur und und und... Aber in kaum einem Reitstall wird im gewöhnlichen Reitunterricht intensiv darauf eingegangen... Falls ich mich da irre, laßt es mich als Kommentar wissen - es würde mich freuen, wenn der Reitunterricht unbemerkt andere Schwerpunkte bekommen hat :-)

Deshalb hier eine Ankündigung für eine der gewaltfreien Methoden:
"Der Pferdeflüsterer"-Monty Roberts kommt wieder nach Deutschland!

From My Hands To Yours – Tournee 2008

16.04.2008 Verden Niedersachsenhalle
22.04.2008 Köln KölnArena
25.04.2008 Oldenburg Weser-Ems-Halle
27.04.2008 Mannheim SAP Arena
30.04.2008 Hamburg Sporthalle

Geschenkidee:
Wer einem Pferdebesitzer oder Pferdefreund ein nützliches Geschenk machen möchte, kann ihm ja eine Eintrittskarte spendieren. Und wem diese Methode nicht zusagt, verschenkt eben ein Buch, ein Video oder ein Seminar oder Lehrgang eines anderen Trainers - je nach Geldbeutel.

Für Kinder und Jugendliche ist es besonders wichtig, in einen gewaltfreien Umgang mit dem Pferd eingeführt zu werden. Für viele Kinder ist es anfangs ein Schreck, wenn sie zusehen müssen, wie "ungehorsame" Pferde mit Gerte und Sporen "erzogen" werden... So etwas müßte eigentlich auch jeden erwachsenen Zuschauer aufbegehren lassen... Aber anstatt dessen wird es geduldet und somit auch an die Kinder als alltäglich weitergegeben. Anstatt daß es Buh-Rufe hagelt oder Pferd und Reiter getrennt werden - man stelle sich solch eine Reaktion in der Öffentlichkeit vor...

Aber wie gesagt, außer Monty Roberts gibt es auch noch viele andere, die den Einklang mit dem Pferd suchen und weitervermitteln möchten. Auch ihren Methoden sollten man jedoch kritisch begegnen, aber sie helfen auf alle Fälle weiter auf dem Weg von der Gewalt gegen zum Einklang mit dem Pferd. Nutzt die Möglichkeiten des Internets:
Einfach mal googeln, z. B. unter dem Stichwort "gewaltfreies Pferdetraining". Wichtig ist dabei, sich auf unterschiedlichen Seiten umzuschauen, um die für einen selber passende Methode, den richtigen "Lehrer", die richtige "Lehre" zu finden. Anregungen für den eigenen Erziehungsstil zu bekommen. Denn ein aufmerksamer Pferdemensch kann überall noch etwas lernen, interessante Eindrücke bekommen...

Viel Spaß beim Weitersurfen!

Videos zu dem Thema gibt es im Sozialen Netzwerk Naturtipps unter Videos 111).

Und denkt immer daran - ein Pferd in Menschenhand ist von Menschens Hand abhängig!
Gebt Liebe anstatt Hiebe - Danke!

Pferdeschutzseiten, Beispiele:
- pferdeschutz.org
- aktion-pferdeschutz.de
- pericles-pferdeschutz.ch
- save-horses.de, deutsches Forum
- pferdeschutzhof.de

Für ein friedliches Miteinander von Mensch und Pferd -
Macht alle Mit!

Samstag, 8. März 2008

109) Noch keine Saison für Deutsche Erdbeeren

Bild: © WWF / J. Matijevic

Die Deutsche Erdbeersaison beginnt zu spät, so meinen viele Erdbeerfreunde und greifen zu den ausländischen Erdbeerangeboten. Welche Folgen dieses Konsumverhalten hat - darüber denken viele nicht nach - hauptsache frische Erdbeeren...

Der WWF hat zusammen mit der REWE-Group darüber nachgedacht und ein Projekt gestartet, welches den umweltverträglicheren Erdbeeranbau in Spanien fördern soll. Hier der WWF Artikel dazu:

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Früchtchen mit weniger Durst

Berlin: Jetzt kommen sie wieder in die Geschäfte: Früh-Erdbeeren aus Spanien. Der WWF will jetzt mit dem Handelskonzern REWE Group dafür sorgen, dass nur noch Früchte auf den Markt kommen, die hohen Umweltstandards genügen. Denn der Anbau der hierzulande heiß begehrten Früchte ist mit erheblichen Belastungen für die Natur verbunden. Für den WWF ist vor allem der enorme Wasserverbrauch ein Problem. Das mehr als 100.000 Hektar große Naturschutzgebiet Doñana in der andalusischen Provinz Huelva, ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, leidet besonders unter dem Erdbeerboom. Mehr als eine halbe Million Wasservögel überwintern in dem Gebiet. Doch die Landwirtschaft mit Tausenden illegaler Brunnen gräbt dem einmaligen Rast- und Brutgebiet zunehmend das Wasser ab. Es ist vor allem der wachsende Erdbeerhunger vieler Europäer, der die Region reich gemacht hat und zugleich die Natur massiv bedroht.

60 Prozent der Erdbeeren in deutschen Supermärkten stammen aus Spanien. In diesem Jahr kommen von dort erstmals Erdbeeren auf den Markt, bei denen zumindest sichergestellt ist, dass der illegale Anbau schrittweise aufhört, der Pestizideinsatz auf ein Minimum reduziert wird und die Bewässerung sparsam und nicht aus heimlich gebohrten Brunnen fließt. Die REWE Group hat ab diesem Jahr nur Lieferanten unter Vertrag, die garantieren können, dass sie die vom WWF mitentwickelten Mindeststandards der so genannten „Best Alliance“ einhalten.

Die Naturschützer vom WWF begleiten und überprüfen die Umsetzung der Anforderungen. Ziel ist es, den Wasserverbrauch von Jahr zu Jahr zu senken, indem z.B. auf effiziente Tröpfchenbewässerung umgestellt wird. Illegal angelegte, aber von den Verantwortlichen geduldete Erdbeerfelder müssen schrittweise verlagert werden. „Naturschutzgebiete dürfen nicht nur auf dem Papier existieren, sie müssen für die Landwirtschaft tabu sein“, fordert Martin Geiger. Der Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland betont: „Wir sind erst am Anfang. Ziel ist es, den Erdbeeranbau in Südspanien insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Die Qualitätskriterien werden nach und nach erhöht und weiter verbessert.“ Das betreffe nicht nur den Wasserverbrauch, sondern auch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. REWE hat zugesichert, grundsätzlich nur noch Obst und Gemüse einzukaufen, das, die gesetzlich zugelassene Höchstmenge an Pestizidrückständen um mindestens 30 Prozent unterschreitet. Diese Verpflichtung gilt auch für die Erdbeeren aus dem Best Alliance-Projekt.

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Naturtipps meint dazu:
Eine gute Idee für Menschen, die meinen, sie oder ihre Kinder könnten es absolut nicht abwarten. Aber selbst Kinder und Jugendliche können warten, Erdbeeren sind eben ein saisonales Obst. Und dadurch wird sie doch erst zu etwas besonderem - die kleine rote süße Verführerin...

Außerdem ist nicht nur die Wasserversorgung und die Chemie ein Problem beim Erdbeeranbau. Wer einmal die Gewächshausflächen gesehen hat, merkt, daß das nichts mit naturnaher Landwirtschaft zu tun haben kann... dort kann kein Vogel und kein Insekt landen...

Und wer einmal überlegt, wie die Früchte zu uns kommen, weiß, das auch das nicht so toll ist - woher kommen denn die Staus auf den Straßen? Doch auch davon, daß so viele Konsumenten auf regionale und saisonale Produkte verzichten und lieber Importware in ihren Einkaufswagen legen...

Hier noch ein paar weiterführende Links. Schon in den vergangenen Jahren waren Früherdbeeren ein heißes Thema:
- Früh- Erdbeeren aus Südeuropa und Afrika, vom Mai 2007
- Selbst das Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. weist in der Schlußbetrachtung zu seinem "Lebensmittel des Monats Juni: Erdbeeren" auf die Umweltproblematik importierter Frühfrüchtchen und deren möglicher Chemischer Belastungen hin.
- Greenpeace-Test: Wieder Giftcocktails in Frueh-Erdbeeren, 2004
- Früherdbeeren aus Marokko stark mit Pestiziden belastet, 2006
- Pflanzenschutzmittelrückstände in Früherdbeeren, Ergebnisse des 1. Quartals 2007

Nun ist die Frage, wie die Untersuchungen dieses Jahr ausfallen werden... Als erste Reaktion kann jedenfalls die REWE-WWF-Aktion gewertet werden.



Bitte, laßt auch die wasserfreundlichen und wahrscheinlich gesünderen Erdbeeren liegen - für jene, die nicht warten können... und die - bitte - greifen dann bei dem Angebot zu...

Macht alle Mit! ... beim Liegenlassen bis zur einheimischen Erdbeersaison im Juni ;-)


Übrigens macht der Blog Naturtipps unverhofft eine Woche Urlaub. Vorraussichtlich am 16. März geht es weiter mit aktuellen Tipps. Bis dahin viel Spaß beim Durchforsten der bisherigen Artikel - denn das lohnt sich immer, da die meisten Posts in ihrer Grundaussage aktuell bleiben.
Da der durchschnittliche Naturtipps-Leser lediglich 2 Seiten pro Besuch liest, bleiben für die Urlaubswoche noch 107!! Posts zum Nachlesen (das reicht ja für 50 Urlaubstage...) - alles Gute dabei wünscht

Gundula,
Autorin und Redakteurin von Naturtipps ;-)

Mittwoch, 5. März 2008

106) Kartoffeln für die Vitrine!?! Ja! Dank Saatgutverkehrsgesetz!

Kartoffeln sind gesund!
Kartoffeln sind lecker!
Kartoffeln haben das Jahr 2008 als eigenes Jahr der Kartoffel!

Und leckere, alte Kartoffelsorten sind nur schwer zu bekommen! Warum das so ist, erklärt ein wenig dieser Artikel vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen. Aber er macht auch Mut! Mut, sie selber im Garten anzubauen!


Alte Kartoffelsorten

Bild: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen

Alte Kartoffelsorten sind ein lange vernachlässigter Markt, für den es aber eine wachsende Liebhaberschaft gibt", urteilt Karsten Ellenberg. Seit mehreren Jahren hat sich der Bioland-Betriebsleiter aus Barum neben 15 ha Speisekartoffeln auf den Anbau von seltenen Kartoffelsorten wie "Berlichingen", "Jubel", "Reichskanzler", "Piroschka", "Ostbote" oder die blaufleischige "Blue Salad Potatoe" spezialisiert. Auf etwa 10 Hektar baut er 180 Sorten an. Jedes Jahr nimmt er 20 neue" alte Sorten dazu, dafür fliegen 20 Sorten, die sich nicht bewährt haben, wieder raus. Was vor mehreren Jahrzehnten gängige regionale Kartoffelsorten waren, sind heute teilweise heissbegehrte Exoten. Ellenbergs Lieblingssorte sind die legendären "Bamberger Hörnchen". Diese Sorte ist eine späte, festkochende Sorte von 1870. Der Geschmack wird als fein und würzig umschrieben.

Fälschlicherweise erscheint das "Bamberger Hörnchen" gelegentlich auf Speisenkarten von Spitzenrestaurants. Dabei handelt es sich aber in der Regel um die ähnlich aussehende (und nicht ganz so geschmacksstarke) französische Sorte "La Ratte". Auf einigen niedersächsischen Betrieben wird sie bereits seit einigen Jahren angebaut. In Dänemark wurde diese Sorte offiziell in "Asparges" umgetauft und fast jeder zweite Supermarkt verkauft sie dort zum doppelten Preis, wie herkömmliche Kartoffeln. "La Ratte" ist verhältnismäßig empfindlich gegenüber Phytophtora als auch Virusbefall.

Ellenberg wollte gerne das "Bamberger Hörnchen". Es gab nur einzelne Hobbyzüchter, die diese Sorte in Süddeutschland noch anbauten, jedoch waren die Möglichkeiten, damit weiterzuzüchten, durch Virusbefall quasi unmöglich. Er wandte sich deshalb an die Genbank Groß Lösewitz in Mecklenburg-Vorpommern. Dort werden seit Jahrzehnten über 2000 Sorten im Feldanbau und im Labor in Meristemkultur archiviert. Als kleine Pflänzchen werden sie in kühlen Räumen aufbewahrt und befinden sich dabei in Gläsern mit einem Nährmedium. Auf diese Weise bleiben Pflänzchen alter Sorten über viele Jahre am Leben erhalten.

Nach einigen Bemühungen und dem geduldigen Ausharren auf einer Warteliste erhielt Karsten Ellenberg als Erhaltungszüchter schließlich die Kleinstmenge von drei Pflänzchen. Ein Zuchtspezialist hat im Auftrag von Ellenberg das "Bamberger Hörnchen" in seiner Genbank aufgenommen und vervielfältigte die Sorte im Labor über die sogenannte "Schnelle Vermehrung" auf über 1000 kleine Pflanzen. Somit ist Karsten Ellenberg der Erhaltungszüchter des "Bamberger Hörnchens".

Die Pflänzchen bekam der Barumer Landwirt jeweils in Glastöpfchen mit einer Nährflüssigkeit geliefert. Im nächsten Schritt wurden sie in Handarbeit in Blumentöpfe umgetopft und in einem Gewächshaus aufgezogen. Er war von dem enormen Wachstum des "Bamberger Hörnchens" überrascht, einige Blumentöpfe gingen sogar kaputt. Im darauffolgenden Frühjahr wurden die wertvollen Knollen von Hand ins Feld gelegt und vorsichtig von Hand zugehäufelt.

Danach wurden die "Bamberger Hörnchen" wie die anderen Kartoffeln gepflegt. Die Sorte ist sehr spät reifend, hat daher eine gute Phytophtoraverträglichkeit und ist gut lagerfähig. Durch die Hörnchenform ist die Rodung und Sortierung allerdings aufwendig und hat häufig höhere Verluste, als andere Sorten.

Durchschnittlich läßt sich die Erntemenge jedes Jahr verzehnfachen. Noch benötigt er viele, um seinen Bestand weiter aufzubauen. Der Vertrieb erfolgt hauptsächlich über den Manufactum-Versandhandel aber auch direkt. Auf der eigenen Homepage www.Kartoffelvielfalt.de gibt es neben schönen Fotos auch einen Internet-Shop mit den verfügbaren Sorten.

Diese Kartoffeln dürfen jedoch nicht als Pflanzgut gehandelt werden. Das Saatgutverkehrsgesetz bestimmt, dass nur der Sortenschutzinhaber Pflanzgut in Verkehr bringen darf. Auf der Sortenliste sind fast nur neu gezüchtete Sorten zugelassen. Die Hauptaufgabe des Gesetzes ist es, den Züchtern ein Lizenzrecht für ihre Sorten zu sichern. Das Gesetz schützt vor allen "chemietaugliche Neuerungen", nicht aber den Erhalt alter Sorten. Deshalb werden die alten Sorten als Speiseware verkauft. In Mischpaketen mit sieben verschiedenen Sorten werden sie über den Manufactum-Versandhandel vertrieben. Nachdem das Landesamt für Ernährungswissenschaft und Jagd in Nordrhein-Westfalen befand: "Speiseware darf nur sortenrein verpackt sowie mit Handelklasse, Gewicht und Kocheigenschaften ausgezeichnet vertrieben werden", werden sie im Manufactum-Katalog als "Sammlung alter Kartoffelsorten - nur für die Vitrine" angeboten. Dabei erfährt der geneigte Katalogleser: "Zur Aussaat und Vermehrung bieten wir Ihnen diese seltenen Knollen nicht an (denn dann wären sie Pflanzgut, was sie aber nicht sein dürfen), zur Verspeisung bieten wir sie Ihnen auch nicht an (denn dann wären sie Lebensmittel) ... Lassen Sie sie daher weder in einen Kochtopf noch in ein gut vorbereitetes Kartoffelbeet fallen - letzteres vor allem dann nicht, wenn Sie sie einige Wochen vor dem Legen zwischen den Augen geteilt haben sollten, denn dann wachsen noch viel mehr daraus, und das darf nicht geschehen."

Gerade der Aspekt, private Kartoffelvermehrung alter Sorten am Rande der Legalität zu betreiben, steigerte das Interesse für dieses Thema ungemein. Karsten Ellenberg berichtete von Kunden, die am Telefon weinten, weil sie eine bestimmte Sorte nicht erhalten konnten. Die Knollen werden stück- oder kiloweise abgegeben. In den Preisen müssen auch die Entwicklungs- und Verwaltungskosten mitgetragen werden.

Karsten Ellenberg ist begeistert von der Vielfalt gegenüber den heute üblichen Sorten. Er glaubt, man müsse auch in der Wortwahl bei der Beschreibung der Sorten zusätzliche Definitionen finden z. B. erdig, herb, cremig oder w�rzig. Diese würden den Kartoffelverkauf noch interessanter machen.

Gleichzeitig möchte er aber auch durch Kombinationskreuzung und Aufbaukreuzung selbst neue Sorten züchten. Ein großes Ziel ist es, eine Sorte für den ökologischen Landbau neu zu entwickeln, deshalb hat er sich auch als Züchter beim Bundessortenamt eintragen lassen. Eine andere Idee ist die Zucht einer besonders schönen und langblühenden Zweinutzungskartoffel. Für Ellenberg ist das Arbeiten mit alten Sorten eine Möglichkeit, kreativ zu sein. Die züchterischen Herausforderungen machen ihm Spaß.

Naturtipps meint:
Wer im eigenen Garten Kartoffeln anbaut, sollte auch alten Sorten zu ihrem Erhalt eine Chance geben!

Macht alle Mit!
Saatgut gibt es auch über andere Quellen, einfach ein bischen googlen...

Übrigens: Naturtipps hat auch im Post "045) Lecker: Internationales Jahr der Kartoffel 2008" über die tolle Knolle berichtet. Aber nun, wo die Pflanzzeit immer näher rückt, gibt es eben noch diesen Tipp!

Nachtrag vom 19. März 2008:

Soeben habe ich folgenden Artikel über ein Freilandprojekt von Genkartoffeln gefunden:
Testanbau für Gentech-Knolle Amflora in Brandenburg geplant