Dienstag, 30. September 2008

252) "Aktive Hände" 04: Zupacken gegen Flughafenausbau

"Aktive Hände" wird auch nach der Naturtipps-Jubiläumsaktion noch weitergeführt. Heute hat mich dafür ein interessanter Beitrag von Ingo Frost erreicht. Also lasse ich ihn heute texten und den Post illustrieren:

Bild: Ingo Frost/ Hier packt die Hand von Erik zu! Umweltaktivisten knoten eine Plattform in ca. 17m Höhe in einen Baum. Im Hintergrund sieht man ein winterfestes Baumhaus von unten.

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Nachtrag:
Frankfurter Waldbesetzung wegen Flughafenausbau


Während wir Erdbürger unseren Rekord für CO2-Emissionen im Jahr 2007
wiedereinmal gebrochen haben und damit selbst jenseits der schlimmsten
Szenarios liegen http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,580560,00.html (Global
Carbon Projet: http://www.globalcarbonproject.org/carbontrends/index.htm ), die in den IPCC-Simulationen angenommen wurden, wird in Frankfurt am Main der Flughafen ausgebaut. Fast alle Formen des Protests sind ins Leere gelaufen, vorbereitende Maßnahmen zum Bau der neuen Landebahn sind bereits abgeschlossen. Nur in einem kleinen Waldstück verharren Umweltaktivisten http://waldbesetzung.blogsport.de/ und halten die Bäume besetzt. Ich habe sie besucht und vom 1. bis zum 10. September täglich unter http://blogs.taz.de/reportvorort/ gebloggt.

Nach zehn Tagen im Camp nehme ich einiges nach Berlin mit. Wenn man alleine in ein solches Camp kommt, braucht man einige Tage, um mit den Menschen vor Ort warm zu werden. Diese Geduld sollte man mitbringen. Im Camp ist keine feste Gruppe die Neue aufnehmen kann, sondern neben einem kleinen festen Kern ein ständiges kommen und gehen. Es hängt sehr von den einzelnen Personen ab, wie man aufgenommen wird oder wie man selbst nach einigen Tagen dort neue aufnimmt.

Bild: Ingo Frost/ Kommunikation zwischen Erde und Plattform - das altbewährte Dosentelefon

Mich persönlich hat am meisten die Dualität zwischen sich politisch einmischen und alternativ leben fasziniert. Ein politisches Anliegen wird glaubhafter, wenn man auch bereit ist selbst anders zu leben. Also eigene Wege zu gehen, fern ab der Konsumgesellschaft und einem höher, schneller, weiter. Würde man nur die Art verändern wie man lebt, sich versorgt und mit anderen umgeht, wäre die Wirkung in der Breite beschränkt. Dann lebt man eine Alternative in Isolation und es besteht die Gefahr den Anschluss zu verlieren.

Im Camp kann man erleben, was es bedeutet, sich weitestgehend vegan zu ernähren und ohne konventionell gekaufte Waren http://blogs.taz.de/reportvorort/2008/09/07/besuchertag_und_warum_es_keine_vegetarier_im_waldcamp_gibt/ auszukommen. Natürlich kostet der Aufenthalt im Camp nichts. Auch wenn man wieder auf den Bäumen lebt, ist der Lebensstil keineswegs primitiv. Zeitweise wurde sogar ein WLAN-Internetzugang für alle Camp-Bewohner angeboten. Auch haben die Bewohner ein recht umfangreiches Abendprogramm auf die Beine gestellt. Permanent steht für alle eine kleine Bibliothek, ein Umsonstladen, weit aus komfortablere Toiletten als auf einem Campingplatz, eine recht gut ausgestattete Küche und sogar ein Waschsaal für alle bereit.

Man spürt recht schnell, dass man sich mit einem recht mächtigen Gegner - der Fraport AG - angelegt hat. Hubschrauber kreisen über dem Camp, mit Mountainbikes ausgestattete Frasec (Fraport Security) Mitarbeiter radeln täglich um das Camp; jeder Regelverstoß wird peinlich genau fotografiert. Bei dem Versuch Flyer im Flughafen zu verteilen, wurde sofort mit einem Hausverbot reagiert http://blogs.taz.de/reportvorort/2008/09/05/symbolische_aktionen_im_frankfurter_flughafen_von_massivem_polizeiaufgebot_begleitet/ .

Dennoch sollte man sich nicht einschüchtern lassen: Auch wenn die Situation schwierig ist, kann man sein eigenes Verhalten ändern und auf den einen oder anderen Flug verzichten. Es wird immer wichtiger politisch einzufordern, den Weg von einer fossilen Wirtschaft zu einer nachhaltigen zu gehen. Vergrößerte Flughäfen und viele neue Kohlekraftwerke gehören nicht dazu und verhindern ernsthafte Klimaschutzziele.

Macht alle mit!

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Danke für den Beitrag Ingo und ich wünsche Euch Erfolg!

Deshalb:
Gebt den Flugplätzen mehr Platz aber nicht mehr Fläche: fliegt weniger!
Macht alle Mit.

Übrigens hat diese Zusammenarbeit durch die Aktion Blogpatenschaften stattgefunden.

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