Übrigens: Das parallel zu diesem Blog erstellte Soziale Netzwerk Naturtipps ist nicht länger aktiv. Die Einträge können jedoch weiterhin abgerufen und eingesehen werden unter http://naturtipps.ning.com/

Donnerstag, 4. März 2010

330) Kinofilm Plastic Planet

Bild: www.plastic-planet.at, Foto: copyright Thomaskirschner.com

Schluß mit der Winterruhe - der neu angelaufene Kinofilm "Plastic Planet" rüttelt wach...



Denn bei diesem Film ist deutlich zu merken, daß das Thema "Plastik" dem Regisseur Werner Boote selber nahe geht, daß er aus persönlichen Gründen daran interessiert ist... Entsprechend hartnäckig sind die Recherchen, die er zum "Plastik" unternimmt.
Sein Großvater war in den 60er Jahren Geschäftsführer der Deutschen Interplastikwerke - der Geruch der damaligen Plastikspielsachen ist für Werner Boote unvergessliche Kindheitserinnerung. Umso intensiver hat er in den vergangenen 10 Jahren nach Antworten zu Fragen rund um Plastik gesucht und sie schließlich in diesem Film zusammengefaßt... Selbst wenn damals in den 60ern wohl noch keiner wirklich wußte, was es mit den Gefahren und Problemen rund um dieses "Wundermaterial" auf sich hat - heute gibt es viele Daten und Fakten zum Plastik. Und es ist teils erschreckend, was Werner Boote alles während seiner Recherchen zu dem Stoff erfahren und für diesen Film zusammengefaßt hat.
Wie heißt es so schön im Trailer zu dem Film: "Wenn sie diesen Film gesehen haben, werden sie nie mehr aus einer Plastikflasche trinken..." Nun, mir waren diese Flasche bereits vorher suspekt und jetzt erst recht... Wir ertrinken ja förmlich in diesem Stoff, der langsam aber sicher in jeden Winkel der Erde vordringt, sei es als Molekül, als feiner "Sand" oder als erkennbarer grober Müll - Plastik ist überall... mittlerweile sogar in unserem Blut. Das Filmteam hat sich darauf testen lassen - Ergebnis positiv. So, wie laut Film ältere Menschen DDT im Körper gespeichert haben, so speichern wir heute Stoffe aus dem Plastikzeitalter in uns... aufgenommen über die Atemwege, über die Haut, über die Nahrung...
Über die Nahrung? Ja, auch über diese! Warum sollte es uns besser gehen als den Fischen in und den Vögeln über den Meeren...? Mittlerweile treiben laut Film sechsmal mehr Plastikteilchen als Plankton in den Meeren umher... Denn es braucht meist Jahrhunderte zur Zersetzung im Meer und das Plastik reibt im Wellengang der Meere nur immer kleiner, bis zu Planktongröße... Und spätestens dann wird es von den Meerestieren mit der Nahrung aufgenommen... und wir essen die Meerestiere, falls sie nicht vorher am plastikvollen Magen bereits verhungert sind...
Aber wir nehmen Stoffe aus dem Plastik auch über andere Wege mit der Nahrung auf...

Dieses und noch viele erschreckende Informationen mehr gibt es in dem Film.
Interessiert? Dann schaut ihn Euch an...
Wann er wo läuft ist unter anderem auf der Filmseite zu finden im Kinofinder. Eure Stadt ist nicht dabei? Euer Lieblingskino sendet ihn nicht? Dann sprecht den Kinobetreiber an, macht ihn neugierig auf den Film, der ohne Plastik nicht hätte gedreht werden können. Ist dieser Stoff nun ein Segen oder ein Fluch? Beantwortet Euch die Frage am Besten selber nach dem Film und laßt vor allem die Plastikflaschen stehen, die Plastiktüten hängen, die Plastikdekoration liegen... Oder gilt das in unserer Gesellschaft bereists als zu weltfremd? Jedenfalls ist es nicht immer leicht durchzuführen...

Aktuell läuft übrigens für Deutschland bis Ende März die Petition „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Einkaufstüten/Plastiktüten in Deutschland verboten werden“... Sie wurde gestartet von der Utopistin "Palmzweig". Warum? Das kann auf utopia.de nachgelesen werden im Artikel "Durchs Studium wurde ich aktiv".
Verraten sei schonmal, daß ein Flyer vom BUND-"Freunde der Erde" über den Film „Plastic Planet“ Auslöser war. Denn der BUND ist einer der Partner des Filmes.

Interessant sind übrigens auch die Kommentare, die bei Utopia.de zum Artikel über Plastic Planet „Kinder des Plastikzeitalters“" geschrieben wurden. Dem Plastik wird dort recht kritisch begegnet...

Übrigens bin auch ich, halt ebenfalls "Kind des Plastikzeitalters", dabei, meine Gewohnheiten zu überdenken, teils umzustellen und plastikfreier einzukaufen. Und das versucht z.B. auch Klaudia und berichtet darüber in ihrem Blog "Ich bin der Antiplast"...
Noch weitere Anregungen und Ideen zu einem plastikfreieren Leben gibt es im filmbegleitenden Blog "Kein Heim für Plastik", der auf der ausführlicheren östereichischen Seite zum Film Plastic Planet verlinkt ist. Dort berichtet eine österreichische Familie über ihre Erfahrungen auf dem Weg zu einem plastikfreien Leben...

Wenn also zukünftig immer mal wieder Posts über Plastik und mögliche Alternativen hier bei Naturtipps erscheinen sollten, dann wundert Euch nicht. Das Thema begleitet und beschäftigt mich schon länger und ist durch den Film wieder in Vordergrund gerückt. Merkwürdig, daß es bei Naturtipps noch nicht so direkt Thema war, jetzt gibt es jedenfalls ein passendes Stichwort.
Also dann - ich wünsche Euch möglichst plastikfreies Blut in den Adern und Essen auf den Tellern...

Auf daß wir unsere Plastikbedarf endlich reduzieren auf die wirklich segensreichen Bereiche, wo dieses Material wichtig und vielleicht sogar unersetzbar ist... denn ist Erdöl nicht eigentlich viel zu wertvoll für unseren scheinbar unendlichen Plastikhunger?

Und hier noch der offizielle Trailer zum Start in den deutschen Kinos am 25.02.2010:


Plastic Planet - nicht nur für die Erwachsenen, sondern meines Erachtens übrigens auch ideal als Film für den Schulunterricht... denn er ist informativ, interessant und abwechslungsreich gemacht. Es steht sogar passendes Schulmaterial zum Download bereit auf der Seite von plastic-planet.de. Wie wär es zum Beispiel mit einer Schulvorführung im Kino vor Ort... Der Film wurde übrigens von Vision Kino für den Einsatz im Schulunterricht empfohlen!

Also, für ein plastikfreieres Leben - Macht alle Mit!
...auf dem Weg zum "Antiplasten" auf diesem Plastic Planet ;-)




Montag, 30. November 2009

329) 1. Bielefelder Film-Klimawoche

Bild: www.naturtipps.de
1. Bielefelder Film-Klimawoche

Überall werden Jugendliche aktiv
aktiv für ein nachhaltigeres Leben
traurig, daß es notwendig ist
klasse, daß es so ist
Danke!

Bei dem Projekt "1. Bielefelder Fil-Klimawoche" geht es um eine Filmwoche mit 5 Filmen und jeweils dazu passenden Diskussionspartnern. Die Veranstaltungen sind öffentlich und mit freiem Eintritt - es kann also jeder mitmachen, egal ob super reich oder mittellos - jeder kann sich rein setzen, mitdiskutieren und dabei sein...

Initiiert ist die Woche von der Klima- und Umweltschutz-AG der Friedrich-v. Bodelschwingh Schulen. Hier ein Auszug aus der Pressemeldung (als pdf Dokument verfügbar):

"Die Uhr tickt... stoppt den Klimawandel! ...und genau deshalb veranstaltet das Friedrich-v. Bodelschwingh Gymnasium eine Woche vor der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen vom 30.11.2009- 04.12.2009 eine Filmwoche mit Filmen, die sich mit der Thematik des Klimawandels, erneuerbaren Energien und alternativen Mobilitätskonzepten beschäftigen.
Eingeleitet wird die Woche am Montag durch eine Podiumsdiskussion mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Leben und Mitgliedern diverser Klimaschutzverbände..."

Folgende Filme gibt es im Laufe der Woche abends zu sehen und zu diskutieren (vollständiges Programm hier, Einlaß jeweils ab 18.00 Uhr):
- Eine unbequeme Wahrheit
- The age of stupid
- 11th hour
- The fuel film
- Who killed the electric car

Veranstaltungsort:

In der Aula
Gymnasium Sek. II und Berufskolleg
Am Zionswald 12
33617 Bielefeld

Bahnhaltestelle Bethel (1 Senne bzw. Schildesche)
Bushaltestelle Bethel(eck) (Linien 28, 48, 87, 88, 95, 122)


Achtung:
Diese Veranstaltungen sind von Schülern initiert für alle - nicht nur für Schüler, nicht nur für diese Schule - jeder darf mitdiskutieren...

Ich wünsche viel Erfolg und viele Menschen, die dadurch nachdenklich (-er) werden. Aufklärung und Wissen ist wichtig für die Bereitschaft hin zu einem nachhaltigeren - cooleren - Leben...

Dienstag, 24. November 2009

328) ROBIN WOOD: Weihnachten unterm Öko-Christbaum

Bild: www.naturtipps.de
Der ökologisch korrekte Weihnachtsbaum...


Der Weihnachtsbaum
viele von uns möchten kein Weihnachten ohne ihn erleben müssen und es kommen bei seinem Anblick alte schöne Erinnerungen auf

...aber dann - oh nein!
Erinnerungen an Stichwörter wie "Monokultur", "Pestizide", "eingezäunt", "weite Transporte" und so weiter drängeln sich dazwischen... :-(

Der Traum von immer mehr Weihnachtsbaumfreunden ist darum der "Öko-Christbaum" - und es gibt ihn :-)

ROBIN WOOD hat dazu z.B. aktuell eine Pressemeldung rausgegeben:

------------------------------------------------

* ROBIN WOOD gibt im Internet aktuelle Tipps zum Weihnachtsbaumkauf

Weihnachten unterm Tannenbaum ist beliebt. In mehr als jedem zweiten Haushalt in Deutschland wird in den kommenden Wochen ein Christbaum aufgestellt. ROBIN WOOD weist darauf hin, dass die meisten der rund 25 Millionen in Deutschland verkauften Christbäume aus Plantagen stammen, die gedüngt und mit Pestiziden bespritzt werden - eine enorme Belastung
für Böden und Gewässer. Dabei geht es auch anders. Im Internet unter http://www.robinwood.de informiert die Umweltorganisation über
Öko-Weihnachtsbäume mit glaubwürdigem Siegel und gibt Einkauf-Tipps.

„Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln bewirtschaftet werden und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird“, empfiehlt Rudolf Fenner, Waldreferent von ROBIN WOOD. Christbaum-KäuferInnen sollten daher auf das Siegel des FSC (Forest Stewardship Council) an den Bäumen achten. Dieses Zertifikat erhalten nur Forstbetriebe, die auf Kahlschläge, Düngungen, Entwässerungsmaßnahmen und Pestizide verzichten. Außerdem bieten auch einige Naturland-, Bioland-, Demeter- und weitere nach EU-Recht zertifizierte Bio-Betriebe empfehlenswerte Öko-Weihnachtsbäume von landwirtschaftlichen Anbauflächen an.

Bis in die fünfziger Jahre stammten alle Weihnachtsbäume von "drauß' vom Walde". Heute kommen mehr als 80 Prozent der Weihnachtsbäume aus Plantagen, in denen meist kräftig gespritzt und gedüngt wird: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs, Mineraldünger für gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln. Auch die Gentechnik hat dieses Marktsegment längst im Visier und arbeitet an schädlingsresistenten Christbaum-Klonen.

Wer das nicht unterstützen möchte, wählt am besten einen Öko-Weihnachtsbaum.
Um die Suche danach zu erleichtern, hat ROBIN WOOD eine Umfrage bei rund 100 Öko-Landbau- und FSC-Forstbetrieben gemacht. Herausgekommen ist eine aktuelle, nach Bundesländern sortierte Liste mit knapp 40 Verkaufsstellen für Öko-Weihnachtsbäume. Die Preise für öko-zertifizierte Bäume unterscheiden sich im Übrigen meist nicht von denen für konventionelle Bäume. Ergänzt wird die Liste durch allgemeine Tipps zum Baum-Einkauf und eine Kurzinformation zu den Siegeln.

Wer keine zertifizierten Öko-Christbäume in seiner Umgebung findet, der sollte einen Baum aus der Region wählen, am besten einen zum selber Schlagen beim nächstgelegenen Waldbetrieb. Denn so lässt sich vermeiden, ungewollt einen weit gereisten und damit ökologisch fragwürdigen Baum aus Dänemark, Osteuropa oder Irland nach Hause zu tragen. Von Weihnachtsbäumen im Pflanztopf ist eher abzuraten. Da die Bäume durch das Aufstellen in der warmen Weihnachtsstube aus dem Winterschlaf gerissen werden, erfrieren etliche später draußen oder wachsen nicht mehr richtig an.

------------------------------------------------

Übrigens gibt es bereits einen Naturtipp zu dem Thema:
024) Der ökologisch gerechte Weihnachtsbaum und wo es ihn u.a. gibt...

Also:
Am Besten gleich darum kümmern und einen Bestellen oder bereits vor dem Schlagen aussuchen.

Und am Besten, wenn der Garten groß genug ist:
pflanzt Euch doch eigene Weihnachtsbäume - jedes Jahr einen kleinen, der bis zur Ernte den Garten ergrünen läßt - dann habt Ihr einen garantierten regionalen Baum, der aus keiner Plantage kommt, fair geerntet wurde und außerdem mit viel Liebe und ohne Chemie groß werden durfte

Einen Versuch ist es doch wert :-)

Und wenn Ihr jedes Jahr sogar zwei pflanzt, dann ist auch noch ein Öko-Weihnachtsgeschenk dabei...
Schade, daß unser Garten einfach zu klein ist...

-------------------------------------------------------------

In eigener Sache:
Seit ein paar Posts gibt es als Illustration kleine Zeichnungen bei Naturtipps - mal wieder meine Kreativität ein wenig ankurbeln ;-)
Was haltet Ihr von dieser Änderung?
Sind sie in der Qualität und Größe o.k.?
Was sagt Euer Bildschirm dazu?
Ich freue mich über feedback :-)