Sonntag, 16. Dezember 2007

033) Ökologischen Fisch auf den Festtisch!

Bild: Gundula Kerekes, Die wenigsten Meeresfische werden heute noch von einem kleinen Fischerboot aus gefangen.


Und darum gibt es beim ökologischen Fischkauf einiges zu beachten. Auch, oder gerade, zu den Feiertagen!

Mittlerweile ist Fisch ein knappes Gut geworden, besonders Meeresfisch gilt es immer mehr zu schützen. Da geht es nicht nur um die Überfischung, und damit langfristige Ausrottung, bestimmter Arten! Nein! Da die Speisefische immer weniger werden, die Schwärme immer kleiner, wird der Beifang immer größer! Zum Teil wird über 50% der gefangenen Tiere wieder (tot!) ungenutzt ins Meer geworfen. Eine ökologische Zerstörung und eine Morderei, die wir zum Beispiel in der Masttierhaltung niemals akzeptieren würden! Stellt Euch vor, jedes 2. Schwein würde nicht bis zum Schlachthof kommen...

Auf der Seite von delphinschutz.org gibt es viele interressante Artikel über die Bedrohung der Fischbestände in den Weltmeeren durch Überfischung und zu hohe Beifänge.

Ein dieses Jahr groß durch die Medien gegangenes Beispiel ist die langsame aber sichere Ausrottung einiger Thunfischbestände! "Thunfisch?", denken jetzt einige, "den esse ich doch so gerne auf der Pizza, im Salat, in der Lasagne, aus der Dose,..." Richtig! Und nicht nur Ihr eßt ihn so gerne! Ganz, ganz, ganz viele Menschen weltweit sind total wild auf ihn... Und so fordert der WWF nicht umsonst, aber immer noch vergebens: WWF fordert Tunfisch-Moratorium
Roter Tunfisch vor dem Kollaps. Fangquoten 2007 erneut deutlich überschritten
.
Und solange die Politik nicht aufwacht, kann es für uns nur heißen: Thunfisch - nein danke! Auch wenn er sooooo gut schmeckt in Sushi und co. Unser Leben hängt nicht von seinem Verzehr ab - aber sein Leben von unserem Verzicht!

Thunfisch schmeckt trotzdem... aber bitte beim Einkauf auf delphinfreundlich gefangenen Thunfisch achten! Denn es sind nicht alle Thunfischarten gefärdet und es gibt hierzu das Label SAFE. Manchmal steht auch auf der Dose "Delphinfreundlich gefangen". Bei allem geht es darum, daß Delphine mit den Thunfischschwärmen schwimmen, bei der alltäglichen Fangmethode mitgefangen werden, im Netz sterben und als Beifang tot wieder im Meer landen... aber es gibt eben alternative Fangmethoden!

Leider ist das nicht der einzige Fisch, den wir von unserem Speiseplan streichen sollten! Auch so beliebte Speisefische wie Kabeljau, Scholle und Seehecht gehören dazu. Sichere Informationen darüber gibt es im online verfügbaren WWF-Fischführer. Dort werden die Salzwasser-Speisefische unterteilt in Annehmbar - Gute Wahl, Bedenklich - Zweite Wahl und Bedrohlich - Lieber nicht.
Und was sehe ich da, der von Muttern her so bekannte Rotbarsch sollte heute gar nicht mehr den Weg in die Küche finden! Auch die leckere Scholle gehört der Vergangenheit an - richtig, die angeboteten Exemplare werden auch immer kleiner...

Apropos kleiner, es ist erwiesen, daß einige Fischarten nicht mehr so groß werden. Es wird ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den Netzmaschenweiten und den Fischgrößen gesehen. Denn die kleinen entkommen und die großen wurden immer fleißig weggefangen mit ihrem Genpool.

Um einigermaßen sicherzugehen, kann der Verbraucher sich z. B. vom MSC-Label leiten lassen beim Fischkauf. Der WWF hat zusammen mit Unilever bereits 1997 den Marine Stewardship Council (MSC) ins Leben gerufen. Dort gibt es auch eine Auflistung, wo man welchen Fisch mit dem Label kaufen kann! Also welche MSC-zertifizierten Produkte in Deutschland verfügbar sind. Und das reicht allemal zum Satt werden! Da kann eingekauft werden bei ALDI-Süd, ALDI-Nord, EDEKA, bofrost, Bon Appetit, Deutsche See, Frosta, Globus, iglo und und und...
Also das Argument "Umständlich", oder "Wie soll ich denn da dran kommen" zieht nach einem Blick auf diese Liste nicht mehr!

Allerdings: Das Label wird nicht von allen Umweltverbänden unterstützt. Greepeace z. B. ist es nicht konsequent genug. Mehr dazu gibt es in der Greenpeace–Position zum „Marine Stewardship Council“ (MSC)


Selbstverständlich gibt es auch noch andere ökologisch vertretbare Fischprodukte.
So z. B. vom Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V., ebenfalls Fisch & Meeresfrüchte an.

Hier noch nicht weiter berücksichtigt ist Fisch aus Aquakulturen und Süßwasserfisch im Allgemeinen... Auch da gibt es leider Dinge zu beachten.

Neben Naturland bietet z. B. auch Bioland Biofisch an, z. B. Karpfen.

Informationen zu Zuchtfisch aus heimischen Gewässern gibt es auf der Seite der Verbraucherzentrale Hessen.
Im untersten Teil steht ein Abschnitt über Ökologische Aquakultur.
Auch Wikipedia hilft unter dem Stichwort ökologische Aquakultur weiter. Hier wird besonders auf die Notwendigkeit der Ökologischen Aquakultur bei der Shrimpsproduktion hingewiesen! Ja, ja, auch bei dieser Leckerei gibt es für das Weihnachtsessen etwas zu bedenken. Da fallen z. B. die Stichworte Überdüngung und Antibiotika. Aber keine Sorge, hier helfen laut Wikipedia Naturland zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit mbH (GTZ) weiter.

Wie auch immer, Macht alle mit! und Laßt es Euch schmecken! Denn bei allem guten Willen zum Umweltschutz dürfen wir uns auf keinen Fall die Freude am Leben nehmen lassen!!!

Und wenn Ihr noch Tipps zum ökologischen Fischkauf habt, dann gebt sie einfach in einem Kommentar ab! Danke!

08.02.2008, Nachtrag: aktueller Bericht von Greenpeace:
Intensivierung der Aquakultur schafft gravierende Probleme
Zitat aus dem Ende des Greenpeace-Artikels:
"...
Fazit

Die Aquakultur-Industrie muss sich also weg von den zerstörerischen hin zu nachhaltigen Formen entwickeln. Bis dieser Weg erreicht ist, stellt Greenpeace die folgenden Forderungen auf:

* die Fütterung der in Aquakultur gehaltenen Tiere sollte zunehmend über Pflanzen erfolgen
* der Einsatz von auf Fischmehl und Fischöl basierenden Futtermitteln sollte unter einem Kilogramm pro Kilogramm Produkt liegen
* auf den Einsatz von Jungfischen aus Wildbeständen ist zu verzichten
* negative Auswirkungen auf die Natur sowie Risiken für lokale Wildbestände sind zu vermeiden
* Aquakulturen müssen der lokalen Bevölkerung langfristig wirtschaftlich wie sozial Vorteile bringen
* die Händler sollten nur Produkte aus nachhaltig betriebenen Aquakulturen verkaufen."

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