Es gibt wieder einen aktuellen Kamerun Report von Wolfgang:
Bushmeat Report - Waldvernichtung-Jagd-Tot-Profit
Hirschbraten, Rehgulasch oder Hasenpfeffer?
In Afrika heißt es Gorilla, Schimpanse, Stachelschwein oder Viper. Bushmeat bedeutet Fleisch aus dem Busch, dem Regenwald, der Wildnis. In welcher Form auch immer. Mehr oder weniger lebendig, roh, gebraten oder geräuchert.
Der Verzehr von Fleisch aus der Wildnis hat Tradition. Die meisten der Menschen in Afrika waren in der Vergangenheit Jäger. Die Regenwälder, Steppen und Savannen boten eine reiche Flora und Fauna.
Seitdem der Verzehr von Bushmeat nicht mehr auf die umliegenden Dörfer beschränkt ist, sondern Bushmeat in die Städte und sogar ins Ausland exportiert wird, ist es mit der Artenvielfalt in den Wäldern vorbei. Kameruns Wälder sind in vielen Gebieten bereits vollständig leer gejagt.
Durch die Bevölkerungsexplosion und die unstillbare Gier nach schnellem Wachstum und Profit wurden in einem kleinen Zeitraum viele Lebensräume zerstört und sehr viele Tierarten an den Rand der Ausrottung gebracht. Bevor die letzten Regenwälder von großen Konzernen in Rekordtempo unwiderruflich zerstört werden, sind Heere von Jägern und Fallenstellern illegal unterwegs, um zu töten was vor die Flinte läuft oder in eine Falle tappt und elend verendet. Um auch die letzten Tiere zu erlegen, ist man einfallsreich. Schusswaffen werden in Eigenbau hergestellt und ganze Gebiete mit Fallen ausgelegt. Die Vernichtung hat System.
Seitdem Konzessionen für die Abholzung der afrikanischen Regenwälder, an überwiegend europäische, amerikanische und asiatische Holzfäller-Firmen, vergeben wurden, hat der traditionelle Verzehr von Bushmeat gewaltige Dimensionen angenommen. Der Handel ist explodiert und hat jetzt kommerziellen Charakter und ist ein absolut illegales, un nachhaltiges Geschäft mit dem Tot und der Ausrottung.
Besonders betroffen vom Problem Bushmeat sind Gorillas, Schimpansen und all die anderen Primaten. Gegessen wird alles und die Afrikaner stehen den Chinesen in nichts nach. Je seltener die Tierart, desto begehrter wird sie. 4,5 Millionen Tonnen Bushmeat jährlich, in Zentralafrika machen die Problematik deutlich.
Die Situation wird verschärft durch den illegalen Handel mit lebenden Tieren und der Nachfrage nach Elfenbein. Die Gorilla- und Schimpansenbabys werden an reiche arabische Prinzen und Geschäftsleute in aller Welt verkauft und fristen ihr Dasein in privaten Zoos. Artgerechte Tierhaltung ist hier ein Fremdwort.
Gorillas und Schimpansen werden gejagt, getötet und die traumatisierten Baby´s für sehr viel Geld gehandelt. Für jedes Tierbaby im illegalen Handel sterben zumindest die Elterntiere, oft der ganze Clan. Zwar ist der Bushmeathandel etwas in den Hintergrund getreten, man handelt unter dem Tisch. In den Städten existieren noch immer Bushmeatmärkte, wo man alles bekommen kann.
In vielen lokalen Restaurants ist Bushmeat auf der Tageskarte. Gorilla gilt als teure Delikatesse, Schimpansenfleisch ist Standard, Elefantenfleisch gibt es auch dann und wann.
Die komplette Tierwelt Zentralafrikas ist hier zu finden.
Tot oder lebendig.
Bedingt durch den fast gleichen genetischen Code leiden Primaten an ähnlichen bzw. gleichen Krankheiten wie wir, deren engste Verwandte. Der Verzehr von Primaten ist schon deshalb eine Gefahr.
HIV entstand wahrscheinlich um 1900 und wurde in den 80er Jahren zur weltweiten Epidemie. Viele Forscher nehmen an, dass der Virus durch den Verzehr von Affenfleisch bzw. Bluttransmissionen auf den Menschen übergegangen ist.
Andere Krankheiten, wie die Affenpocken, sind eine Gefahr für den Menschen. Die weitaus grössere Gefahr stellen allerdings die menschlichen Krankheiten für die Primaten dar. Eine Grippe kann ganze Populationen auslöschen.
Das Gesetz in Kamerun bestraft das Töten, den Handel und den Verzehr von Gorillas, Schimpansen und anderen Tierarten der Class A (CITES Liste, vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten) mit Geldstrafen von 3 Millionen bis 10 Millionen CFA und/oder Gefängniss von 1 bis 3 Jahren.
Als einziger Staat der Welt hat Spanien den großen Affen Menschenrechte eingeräumt. Der Verzehr von Gorillas und Schimpansen ist Kannibalismus!!!
Bushmeat ist nicht durch Hunger ein Problem. Es geht um Kultur und Tradition. Das verändert man nicht so schnell. Aufklärung und das Aufzeigen von Alternativen sind dringend nötig. Deshalb ist es wichtig, die WPE-Bildungsprojekte weiterzuführen und in entlegenen Gebieten zu etablieren. Nachhaltig!!!
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Soweit zu seiner Arbeit - ich wünsche ihm weiterhin viel Erfolg!
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