Gestern war der Internationale Tag des Waldes. Passend dazu gibt es heute den aktuellen Kamerun Report von Wolfgang. Er setzt sich in Kamerun mit seinem Projekt WPE e.V. für den Erhalt der Wildtiere in den Wäldern, und somit für den Erhalt der Wälder ein. Im Folgenden also sein aktueller Bericht:
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Kamerun Report 3 – 2009
Environmental education
Der Unterricht an den Schulen in Yaounde geht voran. Dazu haben Cinthia, die franzoesische Volunteer, Hagit aus Israel und Marcellin, der Kameruner Student einer deutschen Universitaet fuer Umweltwissenschaften, massgeblich beigetragen.In den letzten Wochen konnten wir die Arbeit auch mit den franzoesischsprachigen Klassen intensivieren. Marcellin und Cinthia haben dabei als Dolmetscher geholfen. Das Feedback bei den Kindern war enorm. Dazu zwei Beispiele:
Bei einem Frage- und Antwort Spiel in der „Le Printemp“ Schule waren die Kinder so gut bei der Sache, dass die Fragen nur so auf uns hereinprasselten. Gut und clever formuliert. Viele der Fragen erfordern jetzt weitere Unterrichtsstunden.
Die Schulen sind auf sehr unterschiedlichem Niveau und verschiedenem Bildungsstand. Viele Klassen haben ueber 100 Kinder und die Kinder sind verschieden alt bzw. jung. Die einzig erfolgreiche Methode ist hier, flexibel zu sein. Ein fester Lehrplan ist nicht anwendbar. Mann muss den Draht zu den Kindern finden und die Begeisterung und Teilnahme ist dann sehr gross.
In der „Byiem Assi“ Schule waren die franzoesischsprachigen Klassen so gut dabei, dass es zu einer beeindruckenden Eigeninitiative kam, die uns alle erstaunte. Am Tag nach unserem Unterricht haben mehrere der Klassen Pflanzungen angelegt. Die Kinder hatten dazu jeweils eine Pflanze mitgebracht. Wir haben dann fuer WPE noch einige Pflanzen dazu gepflanzt. Jetzt hoffen wir alle auf Regen so dass die Schule bald richtig gruen wird.
Besuche im Zoo, Mefou Nationalpark oder in einem tropischen Garten, Aktionen beim Begruenen der Schule und vieles mehr machen den Unterricht fuer die Kinder greifbar und realitaetsnah.
Tiermafia
Das Baboon Weibchen sitzt leider noch immer eingesperrt in seinem kleinen Kaefig und wartet auf Hilfe. ( Im letzten Kamerun Report wurde berichtet ) In ganz Kamerun gibt es keinen Platz fuer das arme Tier. Der WPE Projektbestandteil einer weiteren Tierauffangstation nimmt damit traurige Dringlichkeit an. Es ist damit zu rechnen dass in den kommenden Wochen weitere aehnliche Faelle auf uns zukommen, aber wir keinen Platz fuer die Tiere anzubieten haben. Eine aeusserst unbefriedigende Situation.
Einen sehr grossen Erfolg konnten wir hingegen im Falle des jungen Mandrill verzeichnen. ( Kamerun Report 2 – 2009 ) Durch Tipps kamen wir auf die Spur der Tierhaendler. Wir hatten den Fall an LAGA ( The Great Ape Organisation ) uebergeben und mittlerweile hat es dazu gefuehrt, dass der alte Tierhaendler und sein Sohn, der die Nachfolge fuer das blutige Geschaeft angetreten hatte, verhaftet wurden. Der alte Mann befindet sich bereits wieder auf freiem Fuss. Alte Menschen werden in Kamerun nicht inhaftiert. Der Sohn sieht einer 1 bis 3 jaehrigen Haftstrafe und oder einer Geldstrafe von 3.000.000 bis zu 10.000.000 CFA entgegen.
Bei dem Zugriff wurde ausser dem Mandrill, der eine vom Aussterben akut bedrohte Tierart ist, auch ein Elefantenfuss sicher gestellt.
Viel Glueck fuer "Mister Breeze", den jungen Mandrill. Erst vor wenigen Tagen hatte CWAF ( Cameroon Wildlife Aid Fund ) ein etwa gleichaltriges, waises Mandrill Weibchen bekommen. Die beiden werden jetzt dicke Freunde und koennen das Leben in Sicherheit und zumindest begrenzter Freiheit, bei bester Pflege, im Mefou Nationalpark verbringen. Damit verbunden ist die Hoffnung auf eine Wiederauswilderung in einer besseren Zeit. Es werden noch Jahre vergehen, bis sich die Verhaeltnisse hier durch Bildungsprogramme und Oeko Tourismus sowie einem konsequenteren Umgang mit den bestehenden Gesetzen geaendert haben.
Demnaechst werde ich Mister Breeze, mit dem ich mich angefreundet hatte, und seine neue Freundin mit den Kindern besuchen. Der junge Held, der uns auf die Spur des Mandrill gebracht hatte, durfte heute stolz vor seiner Klasse den Fall vortragen.
In diesem Zusammenhang sei nochmals auf die engagierte Arbeit von LAGA hingewiesen, ohne die solche Rettungsaktionen nicht denkbar waeren.
In den letzten zwei Wochen war ich mit einem deutschen Journalistenteam unterwegs und hatte deshalb Gelegenheit im Wildlife Ministerium in Douala Fotos nach der Verhaftung eines Bushmeat Haendlers zu machen. Auch diese Verhaftung ist der Arbeit von LAGA zu verdanken. Die Fotos sind schockierend, aber man bedenke, dass die Realitaet noch viel schockierender ist. Eines der Fotos ist bereits in der Weltpresse zu finden. Der Haendler wurde verhaftet.
Ich hoffe, dass die Aufnahmen dazu fuehren, weitere Menschen von der Dringlichkeit unserer Arbeit bzw. dem Artenschutz insgesamt zu ueberzeugen um solche Fotos in einem besseren Kamerun nicht mehr machen zu muessen.
Unsere naechsten Verwandten sind akut vom Aussterben bedroht.
Das koennen wir nicht tatenlos zulassen ! ! !
Einige der Aufnahmen sind wirklich schockierend.
Auf der WPE Homepage ist zum Thema Bushmeat eine weitere Fotogalerie eingerichtet.
Cross River Gorillas
Leere Waelder haben wir durchkreuzt. Selbst kleine Tiere, wie Hoernchen waren nicht zu sehen und nicht zu hoeren. Die Waelder sind leergejagt und die Gorillas teilen sich den Lebensraum mit wenigen anderen Tieren, haben somit auch keine Nahrungskonkurrenten. Mit den Tieren im Wald sind auch die Jaeger wie Leoparden und Raubvoegel verschwunden. Wenige Tiere wie Voegel und Schmetterlinge sieht man hier und da. Nutzvieh der Gebirgsbauern ist haeufig zu sehen. Die Gorillas verdanken Ihr Leben wohl nur dem Aberglauben der umliegenden Doerfer. Man glaubt manche Gorillas seien Totems was bedeuted, dass menschliche Seelen in den Gorillas wohnen. Dieser Aberglaube existiert nur in einigen Doerfern. Anderswo gilt das Gegenteil und Gorillas und Schimpansen gelten als schicke Nahrung. Bushmeat, ganz besonders das, aussterbender Arten, ist um ein vielfaches teurer als Rind, Schwein oder Huhn.
In den meisten anderen Regenwaeldwern Kameruns sieht es aehnlich aus. Nur in den Kerngebieten der Waelder oder in Nationalparks gibt es noch ein artenreiches Leben. Fuer Tiere auf der Cites List als Class A angegeben, sieht es selbst dort duester aus.
Limbe
Leider ist das Wildlife Center raeumlich begrenzt und fuer viele unserer Tiere wird es dort keinen Platz geben.
Hilfe
Es wird dringend darum gebeten, bei Uebersetzungen etc., behilflich zu sein. Wir schaffen die ganze Arbeit hier nicht Alleine. Es waere schoen, wenn sich jemand finden liesse, der regelmaessig die Kamerun Reporte schnell, vollstaendig und perfekt ins englische uebersetzt. Das waere eine sehr grosse Hilfe.
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In seinem Name schon mal Danke :-)
Soweit zu seiner Arbeit - ich wünsche ihm weiterhin viel Erfolg!
Verfolgt die WPE-Aktion bei Naturtipps mit über das Stichwort "WPE-Projekt" oder besucht die Projektseite: “Wild Planet Ecoprojects (WPE)”

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Hallo!
Danke, daß Du die Natur aktiv mitschützt!