Weiter geht es mit Wolfgang und seinem unermüdlichen Einsatz in Kamerun - wann kann man schon so hautnah eine Aktion mitverfolgen... Hier sein Bericht vom 7. Oktober 2008:
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Kamerun 8
by Wolfgang on Tue Oct 07, 2008 5:22 pm
Kamerun 8Endlich habe ich einen Mitbewohner. Der erste Gecko hat sich eingefunden. Ich hoffe das kleine Tier findet schnell einen Partner und gruendet eine Familie, die mir herzlich willkommen ist. Geckos verzehren all die laestigen Insekten wie Moskitos etc., die hier aber gluecklicherweise nicht zu haeufig vorkommen. Muss mir deshalb ueber eine Zufuetterung ernsthafte Gedanken machen.
Der vorletzte Samstag Abend wurde mit Ofir und Ian Redmond bei mir zuhause verbracht und hatte einige neue Erkenntnisse zur Folge ueber die ich im Laufe des Reports berichte.
Der Sonntag morgen wurde zum Waeschetag, auf den Kirchgang habe ich deshalb verzichtet.
Am Sonntag Nachmittag hatte ich mich mit Ofir und Ian bei einer befreundeten Kameruner Familie getroffen und wurde dort sehr nett verkoestigt. Danach ging es zum zweitenmal in den Mefour Nationalpark um mit Ian die Gorillas und Schimpansen zu besuchen. Ian beschaeftigt sich seit langem mit den uns so aehnlichen Tieren und hat erst kuerzlich ein Buch geschrieben. Der Yaounde nahe gelegene Nationalpark ist nur etwa 1000 qkm gross und beherbergt eine Affenauffangstation die vom CWAF vorbildlich betrieben wird. Das Gebiet ist geschuetzt aber vom Regenwald ist nicht mehr viel uebrig, immerhin gibt es aber noch Regen der uns auch an diesem Tag nicht verschont hat. Total durchnaesst haben wir dann am spaeten Nachmittag die Rueckfahrt angetreten. Ian fliegt am naechsten Tag zurueck nach England.Der Besuch im DHL Office beanspruchte fast den ganzen Montag Vormittag und brachte leider keine positiven Ergebnisse. Von dem uerpruenglich aufgerufenen Betrag wollte man nicht abweichen, koennte das angeblich nicht, da der Betrag bereits vom Zoll deklariert wurde. Der Wert des Pakets wurde in Österrich mit 180 Euro angegeben. Der aufgerufene Betrag besteht aus Zoll plus Steuern. Ich bin bei meiner Haltung, nichts zu bezahlen, nicht abgewichen. Das Paket ist somit verloren und der Inhalt wird vom Zoll versteigert.
Meine Berichtigung zur Schimpansenauffangstation und dem Dorfchef in Songo Bongo ist noch radikaler als meine ersten Eindruecke.
Ich erwaehnte Ofir gegenueber das die Misstaende wohl durch die Abwesenheit Patricias zu erklaeren seien, worauf Ofir meinte das wohl eher das Gegenteil der Fall waere. Angeblich kauft Patricia die Schimpansenbabys und der Verlust von Schimpansen ist Regelfall und kam schon oft vor.
MilkMir fiel auf das die Babys nur eine Milchration taeglich bekamen wobei mindestens drei noetig waeren. Bananen waren an dem Tag als ich dort war angeblich nicht zu bekommen und andere Fruechte gab es keine. Stattdessen werden wohl taeglich (?) Donuts fuer die Schimpansen gebacken. Selbst fuer das Oel zum backen war kein Geld vorhanden und ich hatte das ausgelegt. Nun kommen im natuerlichen Speiseplan von Schimpansen Donuts nicht vor. Die Primaten ernaeheren sich von allerlei Fruechten, Gruenzeug und Insekten.
Die fehlende Aufmerksamkeit ganz besonders Liberty gegenueber hatte ich bereits im Kamerun Report 7 erwaehnt. Ein Baby in diesem Alter braucht die staendige Fuersorge einer Person.
Auf einige Fragen zu Schimpansen bekam ich ausserdem inkorrekte Antworten was jegliche fachliche Kompetenz ausschliesst.
In Patricias Dschungelcamp werden 2 verschiedene Schimpansenunterarten unter fragwuerdigen Bedingungen gehalten.
Das eine der aelteren Schimpansenweibchen auf der Insel schwanger ist duerfte ebenfalls ein Geruecht sein. Auch hier leben zwei verschiedene Unterarten was von Fachleuten strikt abgelehnt wird. Die sehr kleinen Futterrationen die man auf die Insel gebracht hat waren bei weitem nicht ausreichend.
Da an dem Tag als ich mit Louis in Pongo Songo zu Besuch war, bereits kein Geld da war darf man sich vorstellen was an den Tagen nach unserer Abreise geschah.
Ich moechte wetten das die 10.000 CFA fuer den Dorfchef niemals seine Bestimmung fanden und kann nur hoffen das die Schimpansen wenigstens einen Teil davon abbekommen haben.
Zu Beginn des Projekts wurde das Dorf Pongo Songo in die Plaene von Patricia mit einbezogen. Der Dorfchef und die Bewohner waren sehr kooperativ und haben sogar aus eigenen Mitteln UnterkuenftePrison fuer Touristen gebaut. Urspruenglich lag das Schimpansencamp naeher am Dorf.
Ausser den obligatorischen Flaschen Whisky fuer den Dorfchef gab es aber in der Folge keine Fortschritte und keine nennenswerte Zusammenarbeit von Patricias Seite aus. Die wenigen Besucher sind am Dorf vorbei sofort zu Particia und das Dorf hatte von alledem bislang keinerlei Vorteile.
Meine Frage nach den monatlichen Aufwendungen fuer die Schimpansen wurde mit 1.2 Millionen CFA beziffert. Ich hatte das bereits dort vor Ort ueberschlagen und diese Summe ist um ein vielfaches zu hoch, selbst wenn man die relativ hohen Loehne der drei Angestellten mitrechnet.
Die verstockte Einstellung des Dorfchefs zu Besuchern ist diesen Erkenntnissen zufolge nachzuvollziehen. Von Ofir wird der Chef als gemaessigter Mann im Gegensatz zu anderen Dorfchefs bezeichnet.
Von Liberty gibt es weiterhin keine Spur. Es ist anzunehmen das der naechtliche Gewehrschuss dem Baby galt.
Das Dorf Pongo Songo und das Dschungelcamp von Patricia wird zukuenftig im besonderen Blickfeld der WPE Arbeit stehen.
Zur Loesung des Problems stehen nur zwei Moeglichkeiten offen.
1.Die Schimpansen werden Patricia entzogen und an anderer Stelle versorgt.
2.Fuer das Schimpansencamp und die Schimpansen auf der Insel wird eine neue Administration vor Ort eingesetzt.
In jedem Fall sollte Patricia die Auflage erhalten sich nicht mehr um Tiere kuemmern zu duerfen.
Vor meiner Abreise hatte ich von Gilbert noch sehr schoen gemachte Flyer ueber das Schimpansencamp namens „Papaya France“ erhalten. Man darf annehmen das Patricia in Frankreich finanzielle Mittel fuer ihre fragwuerdige Arbeit sammelt. Was mit diesen Mitteln geschieht sei ebenfalls dahingestellt. Offenbar verfuegt Patricia ueber eine gute Verbindung zu einer hochgestellten Person in einem Kameruner Ministerium.
Sanaga RiverHabe ein Schreiben an den Minister fuer Wildlife verfasst der von Ofir weiter geleitet wird. Kopien des Schreibens gehen ebenfalls an die Deutsche Botschaft, den WWF und weitere Institutionen. Ofir hatte bereits in der Vergangenheit durch Schreiben ans Ministerium auf die Zustaende in Pongo Songo aufmerksam gemacht. Zum Wohle der Schimpansen ist es dringend erforderlich das da schnellstens etwas passiert bevor noch weitere Babys den Tod finden.
Desweiteren werde ich den Fall mit Aisha diskutieren um schnellstens eine Loesung des Problems herbeizufuehren.
Weiteres zu Pongo Songo und Patricias Schimpansencamp in den naechsten Kamerun Reporten.
Vivian hatte am Dienstag einen Anruf von DHL um dort vorstellig zu werden. Am Mittwoch, nach dem Schulunterricht, begleitete ich unsere engagierte WPE Lehrerin dann nochmals zur Zollstelle. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Nach kurzer Diskussion haendigte man uns das Paket aus ohne das ich auch nur ein CFA bezahlt wurde. Meine harte Haltung dem Zoll gegenueber hat sich also ausgezahlt und als richtig erwiesen was Bewunderung und eine grosse Freude Vivians zur Folge hatte, die ja vorher meiner Haltung gegenueber eher skeptisch war. Natuerlich habe auch ich mich sehr gefreut.
In der Schule konnte ich nahtlos an Vivians Unterricht mit ihrer Klasse zum Thema Klima unterrichten um dann auch noch auf die Schimpansen zurueck zu kommen. Die Kinder waren von den Fotos, besonders denen mit Schimpansen auf meinem Arm, ziemlich beeindruckt.
SchuleNach Vivians Klasse habe ich dann noch mit einer neuen Klasse begonnen. Am Freitag ist dann endgueltig eine neue Schule geplant um den Kindern die bereits im Forum gepostet haben endlich die Gelegenheit zu geben weiter zu machen. Viele Kinder haben mich zwischenzeitlich darum gebeten auch ins Cyber Cafe mitgehen zu duerfen. Da die Resonanz im deutschsprachigen Raum allerdings bislang eher verhalten ist muss ich das vorerst ablehnen.
Um hier vorran zu kommen brauchen wir mehr Kinder aus anderen Laendern die sich virtuell austauschen wollen. Ich bitte deshalb alle Eltern die Kontakte zu Schulen und Kindern haben hier aktiv mitzumachen.
Nach der Schule und dem oben erwaehnten Besuch bei DHL war ein erneuter Besuch bei LAGA auf dem Tagesplan. Hier konnte ich mich mit Evelyn einer Mitarbeiterin des Wildlife Center Limbe zum Thema „Environmental education“ austauschen. WPE wird zukuenftig mit dem Wildlife Center eng zusammenarbeiten und sobald als moeglich damit beginnen, gemeinsam mit dem Wildlife Center, Schulen im Raum Limbe zu unterrichten. Das Wildlife Center hatte bereits in der Vergangenheit aehnliche Aktivitaeten auf dem Plan. Durch diese Zusammenarbeit wird die Arbeit an Effektivitaet zunehmen. Zu diesem Zweck werde ich in ca. 2 Wochen fuer einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen nach Limbe gehen um dort intensiv zu arbeiten. Danach geht es wieder fuer eine Zeitlang nach Yaounde zurueck um dann weitere Projekte zu starten.
Zum Abschluss des Tages war dann noch ein Besuch bei Louis angesagt um einige Fotos des Neugeborenen zu schiessen.
In meiner Abwesenheit wird Vivian oder Ruth im WPE Office wohnen und eine der beiden wird sich um die wichtigsten Dinge kuemmern. Vivian wird den Unterricht an den Schulen in dieser Zeit ohne mich weiter fuehren. Doydonne bleibt weiterhin damit beschaeftigt die Registrierung von WPE als Organisation in Kamerun vorran zu bringen.
Ofir von LAGA hatte fuer die LAGA Registrierung uebrigens ein komplettes Jahr gebraucht und uns darauf aufmerksam gemacht das wir da noch mit etlichen Huerden und Kosten zu rechnen haben.
Freitag war Schultag in der "ecole de Printemps". Vivian hatte starke Zahnschmerzen und der komplette Unterricht wurde von mit alleine gefuehrt. Nicht ganz einfach fuer mich da ich ja kein Lehrer bin. Dementsprechend schwierig war es den Kindern Aufmerksamkeit abzuverlangen.
Wie ich jetzt von Susanne erfahren habe hat Sie den vom Kameruner Zoll geforderten Preis in Oestereich nachbezahlt. Die Aushaendigung hat also nichts mit meiner starren Haltung zu tun. Um der Authenzitaet willen belasse ich die Zeilen so wie urspruenglich geschrieben. Zu diesem Thema sind also dringende Loesungen erforderlich da ich in der Zukunft mit weiteren Geschenken fuer die Schulen und Kinder rechne. Ich hoffe da Unterstuetzung von Seiten Der Deutschen Botschaft oder der GTZ zu bekommen.
Bislang war es mir noch nicht moeglich dort vorstellig zu werden. Habe das aber jetzt endgueltig auf meinen Terminkalender fuer die naechste Woche gesetzt.
Ein Leitplan fuer den WPE „environmental education“ Unterricht ist in Arbeit. Dieser Leitplan wird dann so vielen Schulen und Lehrern wie moeglich zugaenglich gemacht. Selbstverstaendlich werde ich einen Download einrichten und ihr koennt euch das ansehen.
Das gleiche gilt fuer den neuen WPE Flyer. Der ist jetzt in englisch und deutsch fertig. Der Flyer steht als Download im PDF Format ueber die WPE Homepage, Rubrik Info & Aktionen zu eurer Verfuegung.
Die Aktion „Project Squirrel Campaign“ wird demnaechst in „The great ape campaign“ umbenannt. Diese Kampagne laeuft bereits. Der Naturkunde Unterricht ist ein Teil dessen. Aktionen folgen bedürfen aber weiterer finanzieller Unterstuetzung.
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Verfolgt die WPE-Aktion bei Naturtipps mit über das Stichwort "WPE-Projekt" oder besucht die Projektseite: “Wild Planet Ecoprojects (WPE)”

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Hallo!
Danke, daß Du die Natur aktiv mitschützt!