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Sonntag, 21. Dezember 2008

WPE: Kamerun-Report 12

Kaum sind bei Naturtipps alle bisherigen Kamerun Reporte online gegangen, kommt von Wolfgang auch schon die Nummer 12. Hier also der aktuelle Bericht über WPE:

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Kamerun Report 12

Die Bevoelkerung Kameruns ist auf ca. 60 Millionen Menschen angewachsen. Die meisten Kameruner leben in den Staedten, die einem staendigen Wachstum unterworfen sind. Bei ueber 250 ethnischen Gruppen in Kamerun ist die kulturelle Vielfalt sehr gross.

Belabo (Bertoua Distrikt).....
...... ist mit dem Zug oder per Bus zu erreichen. Die kleine Stadt liegt im Uebergangsgebiet zwischen Steppe/Savanne und Wald. In der Gegend finden sich noch ueppige immergruene Waelder, bevor sie im Norden in Steppe und Savanne und im Sueden in die verschiedenen Regenwaldregionen uebergeht. Der Sanagha River ist hier noch nicht ganz so breit wie weiter unten bei Edea. Krokodile sieht man mit viel Glueck und sogar Flusspferde soll es noch geben.

BelaboAuf dem Wege nach Belabo sieht man immer wieder Zuege und grosse LKW´s mit langen Haengern die grosse Baumstaemme mit mehreren Metern Durchmesser transportieren. Jahrmillionen waehrende Evolution wird hier innerhalb weniger Minuten zunichte gemacht.

In Belabo gibt es eine grosse Pumpstation, von Exxon betrieben, fuer die Pipeline die vom Tschad bis nach Kribi in Kamerun fuehrt. Hier trifft man mitten in Afrika auf amerikanische Verhaeltnisse. Man ist aeusserst zuvorkommend und gestattet NGO´s die kostenlose Nutzung von Internet.

Das Schimpansencamp „Sanagha Yong“ liegt knapp 30km entfernt von Belabo. Entlang der Piste, gibt es nur noch kleine Doerfer. Die meisten der Doerfer haben keinen Anschluss Kaffeean das Stromnetz sind aber ausgesprochen sauber und die Menschen sehr freundlich und aufgeschlossen. Der Haupterwerbszweig fuer die meisten Bewohner ist der Kaffee und Kakaoanbau.

Die wenigen Schulen sind nur franzoesischsprachig und bestehen meist aus nicht mehr als einem Dach ueber dem Kopf. Lehrer sind engagierte Menschen aus der Gegend und nicht als Lehrer ausgebildet. Schulmaterial gibt es keines und viele Kinder muessen sehr weite Wege gehen.


Sanagha Yong
ist ein grosses Gelaende mit viel Wald. Der Fluss ist etwa 7 km entfernt. Das Projekt wurde 1999 von Dr. Sheri Speede ( IDA-Africa) gegruendet und beherbergt heute 66 Schimpansen in Schimpanseverschiedenen Gruppen und grossen Freigehegen. Es sind etwa 25 Menschen beschaeftigt. Davon besteht ein Teil aus Volunteeren aller Nationen. Sanagha Yong ist die erste Auffangstation in Kamerun die auch aeltere und sogar einen blinden Schimpansen beherbergt.

Schimpansen koennen eine Lebenserwartung von 60 Jahren erreichen und aeltere Schimpansen, besonders Maennchen, gelten als schwierig und sogar gefaehrlich. Schimpansen sind wesentlich kraeftiger und reaktionsschneller als Menschen. Einige der Schimpansen haben sich darauf spezialisiert mit Steinen zu werfen was durchaus ins Auge gehen kann. Andere nehmen gerne Stoecke um damit gegen unbekannte Eindringlinge vorzugehen.
Sanagha Yong wird professionell betrieben. Fuer Volunteers gibt es jede Menge zu tun. Die Regeln, als Volunteer aufgenommen zu werden, sind strikt. Das ist dringend noetig, da eine fuer uns harmlose Grippe fuer einen Schimpansen, sogar die gesamte Population, toedlich sein kann.

SchimpanseEs kommmen gelegentlich noch wilde Schimpansen in die Naehe des Camps. Auch von Spuren von Gorillas wird berichtet aber seit langem hat niemand Gorillas gesehen. Waldelefanten findet man nur noch auf der anderen Seite des Flusses.

Im Vergleich zu anderen Waeldern ist der Wald in dieser Gegend sehr arm an Tieren. Wilderei und Fallen haben ihr Tribut gefordert. Die betroffenen Populationen sind nicht mehr in der Lage, sich zu regenerieren und sterben aus.

Im Rahmen der WPE Kooperationen werden auch hier Bildungsprogramme etabliert. Das erfordert den Einsatz lokaler, bilingualer Lehrer.

Environmental Education

Die Schulen, mit denen wir bereits in diesem Jahr zu arbeiten begonnen haben, werden weiterhin regelmaessig besucht und die Projekte zum Naturschutzunterricht muessen durch regelmaessige Besuche und Schoolauch in Form von anschaulichem, praxis- und realitaetsbezogenem Unterricht nachhaltig etabliert werden. Termine in den verschiedenen Ministerien stehen an und es ist viel unspektakulaere Arbeit zu tun.

Im kommenden Jahr soll es - auch durch die Kooperation mit anderen Organisationen - gelingen noch viel mehr Kinder anzusprechen. Die Projekte beziehen auch Erwachsene mit ein.

In Kamerun gibt es noch sehr viel einzigartige und schuetzenswerte Natur. Diese zu erhalten ist eine wichtige Aufgabe. Naturschutzunterricht „Environmental Education“ einzufuehren ist einer unserer Beitraege dazu.

Essen in Kamerun

Die Kameruner Kueche ist ueberall in Afrika bekannt, ist recht vielfaeltig und bietet leckere Gerichte aus verschiedensten Regionen. Das findet man am besten heraus, wenn man privat eingeladen ist. BushmeatRestaurants, die auf „Auslaender“ eingestellt sind, haben ein hohes Preisniveau. Das einheimische Essen, angeboten entlang der Strassen, kann Risiken mit sich bringen. Man muss schon wissen oder herausfinden wo man hingeht und was man isst.

Je weiter man in die Provinz geht, desto mehr Bushmeat ist im Angebot der zahllosen kleinen Restaurants. Rohrratten, Stachelschweine, Schlangen, Guerteltiere, Antilopen, Affen und nahezu alles, was man in den Regenwaeldern an Tieren findet, steht auf dem Speiseplan. Viele Restaurants in Yaounde und allen Staedten im Land bieten Bushmeat an. (Lesen Sie dazu den Bushmeat Report im WPE Forum)

Tourismus in Kamerun

Kamerun wird als „Afrika in Miniatur“ bezeichnet. Tatsaechlich findet man in Kamerun alles was man sich unter Afrika vorstellen kann in einem einzigen Land. Neben den grossen Problemen mit der LoeweUmweltzerstoerung hat Kamerun immer noch von allem etwas uebrig. Dichte Regenwaelder mit Gorillas, Schimpansen und vielen anderen, fuer den Regenwald typischen Tieren und Pflanzen im Kongo Becken, („Reserve de Dja“, „Dzangha Sangha“, Regenwaelder entlang der Grenzen zu Nigeria, Gabun, Kongo und zur Zentralafrikanischen Republik). Es gibt Gebirge und Vulkane (Mt. Cameroun) und eine abwechslungsreiche Kuestenlinie (Kribi, Limbe) wo Regenwaelder noch bis zum Strand reichen. In den Steppen und Savannenlandschaften („Waza“) kann man die grossen Tiere, wie Loewen, Geparden, Hyaenen, Giraffen und Elefantenherden sehen. Dazu eine bunte Kultur mit ueber 250 ethnischen Gruppen.

Der Tourismus in Kamerun liegt in einem Dornroeschenschlaf. Zurzeit ist man in Kamerun sehr bestrebt das zu aendern.
Der Eco-Tourismus ist das wirksamste Werkzeug, das Verhalten im Umgang mit der Natur zu aendern und Natur nachhaltig zu schuetzen. WPE wird sich im Jahr 2009 intensiver darum bemuehen, oekologisch und sozial vertraeglichen Tourismus zu etablieren.


Das Jahr der Gorillas

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2009 zum Jahr des Gorillas erklaert.

GorillaWPE wird im Rahmen der „The Great Ape Campaign“ die Bildungsprojekte ausweiten und die dramatische Problematik bezueglich unserer engsten Verwandten publizieren, um die Oeffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, wie dringend noetig wirkungsvolle Aktionen sind, um unsere engsten Verwandten vor dem endgueltigen Aussterben zu bewahren.


Viele neue Fotos zum Kamerun Report 12 sind in allen Kategorien der WPE Fotogalerie zu sehen.

Wir, das WPE Team in Kamerun, bedanken uns sehr herzlich fuer all die Unterstuetzung, um Plaene zur Realitaet werden zu lassen. Fuer Weihnachten und das kommende Jahr wuenschen wir allen Mitgliedern und Freunden alles alles Gute.

Wolfgang
WPE -Wild Planet Ecoproject
Team Kamerun

WPE - Wild Planet Ecoproject

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Naturtipps wünscht allen WPE-Aktiven und -Freunden ebenfalls ein ruhiges Weihnachtsfest - ob auf diesem Kontinent oder auf jenem:
Es seien Euch schöne Weihnachtstage gegönnt!

Verfolgt die WPE-Aktion bei Naturtipps mit über das Stichwort "WPE-Projekt" oder besucht die Projektseite: “Wild Planet Ecoprojects (WPE)”

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