Ihr möchtet Erde an den Fingern haben und habt keinen Garten oder Balkon? Das geht anderen auch so und dann wurden sie Guerilla Gärtner:
Bilder: Toronto Public Space Committee
Heute habe ich im WDR 2 bei Matuschik am Sonntag einen Bericht gehört, der mir aus der Seele gesprochen hat. Es wurde über Guerilla Gardening berichtet, über die illegalen Großstadtgärtner. Neugierig geworden? Im obigen Link hört Ihr in einem 4minütigen Bericht genaueres... oder lest weiter.
Mit diesem aggressiv klingenden Ausdruck sind Bürger gemeint, die friedlich aber deutlich gegen die Tristesse und Verwhrlosung der Innenstädt protestieren und öffentliche Flächen zurückerobern wollen zur Selbstversorgung für alle und zur Verschönerung.
Längerfristig Ziele können dabei sein: urbane Selbstversorgung als Möglichkeit zur Schaffung einer besseren Lebensqualität durch selbstbestimmte Herstellung ökologisch hochwertiger Lebensmittel, Aufbau eines Netzwerkes zur Reduktion der Transportkosten für Nahrungsmittel etc. Genaueres erfahrt Ihr auf der Seite Urban Gardening Berlin.
Denn dieses ist ein etwas friedlicher klingender Name für diese seit dem 1. Mai 2000 existierende Bewegung. Da hat das neue Jahrtausend doch schon einen Erfolg versprechenden positiven Anfang bekommen. Wer Englisch beherrscht, kann sich auf der Original britischen Seite der Ursprungsbewegung Earth first! die original Idee dazu anschauen. Denn dort begann alles...
For this event meet 11am 1/5/2000 Parliament Square, London. Ein einfacher englischer Satz, der aufruft zur ersten Aktion am 1. Mai 2000 am Parliament Square. Und dann begannen sie mit dem Umgraben und Bepflanzen öffentlicher Flächen. Eine Bewegung war ins Leben gerufen, die langsam die Welt erobert. Ob London, New York, Berlin oder Düsseldorf oder noch an anderen Orten. Es werden Blumen und Nutzpflanzen gepflanzt und gepflegt - mal öffentlich, mal heimlich in der Nacht - aber vor allem für alle!
Und alle die vorbei kommen dürfen dann mit weitermachen, z. B. Gießen:Bitte gießt uns!
Vielleicht haben diese Aktionen ja wirklich eine Zukunft - weil sie vom Herzen kommen!
Was die öffentliche Hand dazu sagt? Auch da gibt es Hinweise: In Berlin z. B. versucht die öffentliche Hand Pachtverträge zwischen den Gärtnern und den privaten Brachflächen zu organisieren, so berichtet bbv.net
Und was halten die Anwohner betroffener Flächen davon? Nun, ebenfalls in dem Bericht heißt es, daß Unbekannte dort Blumenerde, Samen, Pflanzen, Werkzeuge und Gartenzwerge abstellen. Also endlich eine Aktion, die von allen Seiten Akzeptiert wird! Denn im Gegensatz zu Graffitisprayereien wird hier nichts zerstört... Wie diese Aktionen das Gemeinschaftsgefühl stärken können, zeigt der Artikel Wo der Gemeinsinn Blüten treibt, ebenfalls auf bbv.net erschienen.
Übrigens ist Guerilla Gardening auch bei Wikipedia zu finden. Sie berichten dort über die Geschichte, den Politischen Protest, die Lebenswertere Umwelt und den Antikapitalismus im Zusammenhang mit der Aktion.
Und was Naturschützer davon halten? Schließlich werden ja zum Teil Brachflächen wieder kultiviert... Dazu habe ich nichts gefunden, aber vielleicht habt Ihr ja eine Meinung dazu. Auf alle Fälle gilt doch:
Grün ist leben!
Und häufig wird nackter Boden wieder zu Leben erweckt:

Kennt Ihr auch solche Aktionen? Schreibt doch einen Kommentar, in dem ihr Flächen von Guerilla Gärtnern vorstellt!
Übrigens: Das parallel zu diesem Blog erstellte Soziale Netzwerk Naturtipps ist nicht länger aktiv. Die Einträge können jedoch weiterhin abgerufen und eingesehen werden unter http://naturtipps.ning.com/
Sonntag, 11. November 2007
011) Guerilla-Gärtner
Eingestellt von
Macht alle mit!
am
Sonntag, November 11, 2007
Labels: Aktion, Garten, Naturtipps, Umweltschutz
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2 Kommentare:
Klasse Aktion- Grüsse an die Gartenguerilla !
voll geil!!!
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Hallo!
Danke, daß Du die Natur aktiv mitschützt!